Sonntag kommt Bergischer HC ins Euregium HSG Nordhorn-Lingen erwartet Übermannschaft der Liga

Meine Nachrichten

Um das Thema EL-Sport Ihren Nachrichten hinzuzufügen, müssen Sie sich anmelden oder registrieren.

Am Sonntag besonders gefordert: HSG-Torhüter Björn Buhrmester. Foto: Werner ScholzAm Sonntag besonders gefordert: HSG-Torhüter Björn Buhrmester. Foto: Werner Scholz

Nordhorn. Duell David gegen Goliath: Nach der Länderspielpause wartet auf die Handballer von Zweitligist HSG Nordhorn-Lingen am Sonntag um 17 Uhr im Euregium mit der Partie gegen den Bergischen HC die mit Abstand höchste Hürde der Liga. Trainer Heiner Bültmann möchte möglichst keine „normale“ Leistung seines Teams sehen.

Neun Spieltage vor dem Saisonende führt der BHC souverän die Tabelle an. Mit 13 Punkten Vorsprung auf einen Nichtaufstiegsplatz. Drei Siege fehlen noch zum sofortigen Wiederaufstieg. BHC-Cheftrainer Sebastian Hinze tritt dennoch auf die Euphoriebremse: „Wir beschäftigen uns nur damit, was wir beeinflussen können – also die Partie in Nordhorn“, wird der Coach auf der Homepage des Spitzenreiters zitiert. Keiner denke am Sonntag, was wäre wenn, ergänzt er. „Wir wollen es ideal vorbereitet angehen, unseren Plan umsetzen und das Spiel gewinnen. Dabei ist es natürlich gut zu wissen, dass wir schon lange die Situation haben, es in der eigenen Hand zu haben. Das ist schön, darauf kann man sich fokussieren und in Ruhe seinen Job machen.“

Zahlreiche Nationalspieler

Hinzes Trainerkollege Bültmann schwärmt vom Kader des BHC, zu dem aktuelle und ehemalige Nationalspieler aus Polen, Island, Schweden, Tschechien und der Slowakei gehören: „Sie sind individuell einfach überragend besetzt.“ In der Vorsaison sei der BHCnur aufgrund der schwachen Hinrunde abgestiegen. Nach dem verpassten Klassenerhalt habe man sich sogar noch verstärkt. Der Kader sei stärker als in der letzten Saison, als der BHC noch in der 1. Bundesliga spielte, findet der HSG-Trainer. Unter anderem wurde Kreisläufer Max Darj verpflichtet. Bültmann: „Der war einschließlich bis zum EM-Finale der Schweden Stammspieler in der Abwehr. Also Weltspitze.“ Mit Rückraumspieler Linus Arnesson wurde ein weiterer schwedischer Nationalspieler geholt. „Letzte Saison MVP (wertvollster Spieler, Anm. der Redaktion) in der schwedischen Liga“, erklärt Bültmann. Arnesson warf im EM-Halbfinale gegen Dänemark sieben Tore. „Für die 2. Liga also wirklich überragende individuelle Spieler.“ Dass der BHC erst vier Minuspunkte hat, liegt aber aus Bültmanns Sicht auch daran, dass das Team geschlossen auftritt. „Sie spielen wirklich guten Handball und wirken wie eine Einheit. Tolle Saison und tolle Mannschaft. Sie stehen wirklich zurecht dort oben.“

BHC auswärts ohne Minuspunkt

Trotz der Ausgangsposition – der BHC hat auswärts noch keinen Punkt abgegeben –rechnet sich die HSG eine kleine Chance aus. „Hoffnung habe ich auf jeden Fall“, sagt der Coach. Man habe es in der Vergangenheit gezeigt, als man zweimal gegen den späteren Aufsteiger Nettelstedt gewinnen konnte. Im Jahr davor war es ähnlich gegen Erlangen. „Gerade zu Hause, mit dem Publikum im Rücken, ist an einem richtig guten Tag auch etwas möglich.“ Grundsätzlich müsse man natürlich realistisch sein. Der BHC sei keine Mannschaft, die den Gegner unterschätze, betont Bültmann. „Bei uns muss schon sehr viel zusammenpassen und wir brauchen eine wirklich gute Chemie zwischen Publikum und Mannschaft. Und Begeisterung in der Mannschaft.“ Mit einer „normalen“ Leistung werde man verlieren. „Dafür sind die einfach zu gut.“

Gegenstöße wichtig

Weil der Bergische HC nicht nur offensiv, sondern auch in der Abwehr besonders stark ist, muss Nordhorn-Lingen aufs Tempo drücken: „Jedes einfache Tor hilft uns enorm.“ Gerade zu Hause sei es ja ohnehin ein wenig einfacher, aufs Tempo zu gehen, setzt Bültmann auf die Unterstützung der Zuschauer. Zudem benötige man eine Top-Torhüter- und Abwehrleistung. „Wir wissen, dass Björn (Buhrmester) gerade auch zu solchen Leistungen fähig ist.“

Ex-HSG-Spieler kehrt zurück

Ein Wiedersehen feiern die HSG-Fans mit Csaba Szücs. Der 30-jährige Slowake trug in der Saison 2008/09 das Trikot des damaligen Erstligisten. Danach wechselte Szücs zum TV Großwallstadt. Seit dieser Saison spielt der ehemalige Nationalspieler beim BHC.

Klare Hinspielniederlage

Eine klare Sache war das Hinspiel, das die HSG Nordhorn-Lingen in Solingen mit 18:29 verlor. „Bei uns hatten sie einige Ausfälle im Innenblock“, weiß Hinze und führt aus: „Sie sind eine sehr eingespielte und stabile Mannschaft, die mit Buhrmester von der Quote her sicherlich einen der besten Torhüter der Liga stellt. Wir werden also gute Abschlüsse brauchen, denn hat der Keeper einen guten Tag, dann sind sie im Verbund schwer zu schlagen.“ Bültmann hat sich das Video noch einmal angeschaut: Man sei gut angefangen, habe dann aber auch sehr schnell nachgelassen. „Gerade im Abschluss war das eines unserer schwächeren Spieler. Die Wurfquote war wirklich mangelhaft, während der BHC in dem Spiel auf den Punkt eine Topleistung hingelegt hat.“ Daneben habe man Toon Leenders früh mit einer Roten Karte ersetzen müssen. „Deshalb hatten wir dort schon Riesenprobleme in der Abwehr.“

HSG muss improvisieren

Personell kann der BHC auf seinen kompletten Kader zurückgreifen. Mit Jonas Dell fehlt nur ein Nachwuchstalent, der wenig Einsatzzeit bekommen hat. Anders sieht es beim Zwei-Städte-Team aus: „Wir werden wohl in der Besetzung von Emsdetten spielen“, kündigt Bültmann an. Neben Frank Schumann fehlen Lasse Seidel und Alex Terwolbeck. Bedeutet: Bültmann muss im Rückraum nicht zum ersten Mal sein Improvisationstalent beweisen.

Fanbus fährt um 15.30 Uhr

Wie bei allen Heimspielen setzt die HSG Nordhorn-Lingen einen Busshuttle für die emsländischen Fans ein. Er setzt sich um 15.30 Uhr an derEmslandarena Lingen in Bewegung. Die Rückfahrt ist um 19 Uhr geplant. Die Fahrt ist kostenlos.


Weitere Informationen zur HSG Nordhorn-Lingen gibt es unter www.noz.de/sport/el-sport/hsg-nordhorn-lingen

Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN