Rugbyspieler in der Nahaufnahme Werlter Sarbast Shamo: „Man muss es durchziehen“

Von Kim Patrick von Harling

Sarbast Shamo (am Ball) fürchtet sich nicht mehr vor den Zweikämpfen. Foto: Ilona BeckerSarbast Shamo (am Ball) fürchtet sich nicht mehr vor den Zweikämpfen. Foto: Ilona Becker

Werlte. Er ist flink, reaktionsschnell und wendig. Die perfekte Kombination für die Position des Zehners beim Rugby. Der 13-jährige Sarbast Shamo aus Werlte mischt die U-14-Mannschaft von Sparta Werlte ordentlich auf.

Spartas U14 spielt gemeinsam mit einer Auswahl aus Emmen in den Niederlanden. Der Schüler der Albert-Trautmann-Schule in Werlte gehört zu einen der besten Akteure auf dem Platz. Seit nun sieben Monaten läuft Sarbast Shamo, der vor zehn Jahren mit seiner Familie aus dem Irak nach Deutschland kam, mit dem Rugbyball über das Grün. Für ihn kommt keine andere Sportart in Frage.

Beim ersten Training Angst

„Meine Freunde sagten mir, dass ich mir den Rugbysport mal anschauen sollte. Das hat mir sofort gut gefallen, dann bin ich regelmäßig gekommen“, erinnert sich Sarbast Shamo an seine ersten Eindrücke des körperbetonten Spiels. „Beim ersten Mal hatte ich schon Angst. Ich glaube, das würde jeder haben.“ Diese Furcht verflog schnell. Schon bald entdeckte er den Spaß am Rugby. Sein damaliger Trainer Michael Ungermanns, der mittlerweile als Abteilungsleiter bei Sparta Werlte fungiert, erkannte wiederum das Talent des Irakers.

Mehr als geeignet für seine Position

„Sarbast hat eine gute Auffassungsgabe. Er ist sehr aufmerksam, dabei ist er auch jemand, der den Ball gut passen und auch hinterherlaufen kann. Inzwischen hat Sarbast auch das nötige Spielverständnis“, berichtet Ungermanns, dass der Schüler für die „Schlüsselposition“ prädestiniert sei. Sarbast Shamo gefallen seine Rolle und der Rugby allgemein. „Es ist eine Teamsportart. Man muss es durchziehen, wenn man es wirklich will. Auch, wenn es hart zugeht“, erklärt der Nachwuchsspieler.

Stollenschuhe gegen Bein

Schmerzen bleiben beim Rugby nicht aus, „das hatte ich sogar schon mehrmals“, fügt Sarbast Shamo hinzu. „Die schlimmste Verletzung hatte ich, als ein Spieler mit seinen Stollenschuhen gegen mein Bein geknallt ist“, erinnert er sich an die schmerzhafteste Erfahrung beim Rugby. Selbstverständlich war die robuste Sportart auch Thema innerhalb der Familie. „Ich wurde gefragt, ob ich Angst hätte. Ich hatte aber immer gesagt: Ich werde es schaffen, ich mache das Beste draus“, erklärt Sarbast Shamo. Der Schüler setzt sich sportliche keine Ziele. Er lebt und liebt Rugby, da sind Meisterschaften und Turniere schlichtweg kein Thema – noch nicht. Der Spaß steht im Vordergrund, der Erfolg stellt sich von selbst ein. Auf einem guten Weg ist Sarbast Shamo allemal.