Keeper in Haren, Stürmer in Tinnen Peter Jansen: Handballtorwart mit Torjägerqualitäten

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Haren. Sportlich führt er ein Doppelleben: Im Fußball schießt Peter Jansen Tore am Fließband. Beim Handball versucht er, sie zu verhindern.

Drei Meter breit und zwei Meter hoch ist ein Handballtor. Jansen misst 2,05 Meter. Beim Verbandsligisten TuS Haren teilt er sich den Job des Keepers mit Tim Sträche und Richard Telgenkämper. Eigentlich wechselt sich das Trio im Kasten ab, je nachdem, wer gerade in Topform ist. Eine richtige Reihenfolge gebe es nicht, erklärt Jansen. Allerdings hat auch die Teilnahme am Training Auswirkungen darauf, wer wie lange zwischen den Pfosten stehen darf. „Wenn ich immer konstant da bin, bin ich schon die Nummer eins“, sagt Jansen.

Erst Fußball, dann Handball

Doch der 25-Jährige, der als Landmaschinenmechatroniker in Spahnharrenstätte tätig ist, ist nicht immer bei den Einheiten der Handballer dabei. Denn Jansen, dessen Cousin Martin Giesen Kreisläufer bei Harens Handballern ist, spielt auch Fußball. Allerdings nicht im Tor, „sondern auf der ganz anderen Seite - im Sturm“, muss er selbst schmunzeln. Bevor er im C-Jugendalter zum Handball kam, jagte Jansen bereits auf dem Rasen dem Ball hinterher. Durch Mitschüler, mit denen er jetzt in Haren spielt, kam Jansen zum Handball: „Ich war damals mit Dominik Sowada und Lars Wortelboer in der Klasse. Da hatten zu der Zeit keinen Torwart und sagten, komm doch mal mit!“ Deshalb habe er mittrainiert und sei gleich im Tor gelandet, weil es Spaß gemacht habe und die Jungs top drauf gewesen seien. „Seitdem hat es mich gepackt - das Handballfieber.“

Kein richtiges Vorbild

Dass man aus einem besonderen Holz geschnitzt sein muss, um sich beim Handball ins Tor zu stellen, gibt Jansen durchaus zu: „So einen kleinen Schaden muss man haben“, lacht er. Angst vor harten Würfe habe er jedoch nicht, Respekt schon. „Das sieht immer wild aus. Aber die Bälle merkt man nicht, wenn man im Spiel unter Adrenalin steht.“ Ein richtiges Vorbild habe er nicht. Auch wenn er gerne Andreas Wolff vom THW Kiel zuschaut.

Knipser in Tinnen

Während Jansen im Handball keine Tore zulassen will, ist er als Fußballer heiß auf Treffer. Eben ein echter Torjäger. In den letzten fünf Jahren erzielte Jansen für den SV DJK Tinnen in der 2. Kreisklasse Mitte in 130 Partien 121 Treffer. Zweimal war er bereits Torschützenkönig. Aktuell hat Jansen 24-mal getroffen, womit er in der ligainternen Liste hinter Marcel Etmann (27 Tore) vom SV Schwarz-Gelb Lähden auf Rang zwei liegt. Natürlich sei die 2. Kreisklasse nicht die höchste Liga, gesteht er. „Aber auch da muss man richtig stehen.“ Auf sein erstes eigenes Tor im Handball wartet Jansen dagegen noch. „Ich habe eins gemacht beim Kirmesturnier“, scherzt er. In der Liga werde selten der Torwart aus dem Spiel genommen und mit siebtem Feldspieler gespielt.

Termine werden abgestimmt

Überschneidungen zwischen Fußball- und Handballspielen gibt es kaum. Denn der Spielplan der Handballer steht immer früher fest als das Programm der Fußballer. „Dann können wir auf dem Staffeltag schauen, dass sich die Spiele nicht überschneiden.“ Die Fußballspiele würden zumeist freitags oder sonntags stattfinden. „Manchmal findet aber auch beides an einem Tag statt. Dann spiele ich erst Fußball, und danach geht es direkt zum Handball.“ Das sei auch schon vorgekommen. Es gehe schon sehr viel Zeit für den Sport drauf, gesteht er.


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