Samstag in Wilhelmshaven Nordhorn-Lingen erwartet heißes Bezirks-Derby

Von Uli Mentrup

Als Spielmacher der HSG Nordhorn-Lingen ist beim Bezirks-Derby in Wilhelmshaven auch Patrick Miedema gefordert. Foto: ScholzAls Spielmacher der HSG Nordhorn-Lingen ist beim Bezirks-Derby in Wilhelmshaven auch Patrick Miedema gefordert. Foto: Scholz

Lingen. Bezirksderby für die HSG Nordhorn-Lingen: Der Handball-Zweitligist tritt am Samstag um 19.30 Uhr beim Wilhelmshavener HV an. Trainer Heiner Bültmann erwartet wie fast immer bei diesem Duell ein enges und umkämpftes Spiel.

Immerhin sechs der jüngsten zehn Punktspielvergleiche endeten mit einem Tor Differenz – oder weniger: In gleich vier Duellen davon teilten sich die Kontrahenten die Punkte. Mit 28:20 setzte sich das Zwei-Städte-Team in der Hinrunde deutlich gegen Wilhelmshaven durch. Von den vergangenen 21 Derbys verlor es nur drei, das einzige am Jadebusen im September 2002 (19:21). „Es ging in allen Spielen heiß her“, erinnert sich Bültmann, der auch die gute Stimmung in der Wilhelmshavener „Nordfrost-Hölle“ kennt.

Fraatz-Einsatz fraglich

Sicher muss Bültmann auf den am Fuß operierten Alex Terwolbeck verzichten. Ob Yannick Fraatz mitwirken kann, entscheidet sich kurzfristig. Der Rechtsaußen hat sich beim 31:26-Erfolg gegen Konstanz bei einem Sturz die rechte Hand verstaucht. Bültmann zeigte sich „vorsichtig optimistisch“.

„Das kann man nicht kopieren“

Den Part von Terwolbeck werden wieder Patrick Miedema und Lasse Seidel übernehmen. Damit wird sich auch das HSG-Spiel ändern. Denn Miedema und Seidel verfügen über andere Qualitäten als Terwolbeck, ein klassischer Spielmacher, auf den das Konzept genau zugeschnitten ist. Er bereitet die Aktionen akribisch vor, ist selbst torgefährlich. „Das kann man nicht einfach kopieren“, stellt Bültmann fest. Seidel und Miedema treffen auch aus größerer Distanz, haben ein anderes Zweikampfverhalten und eine andere Dynamik.

Hohe Passqualität nötig

In Wilhelmshaven brauchen die Gäste kühlen Kopf im Angriff und viel Geduld, um die Chance herauszuspielen. Der Gegner stößt aus der 6:0-Abwehr immer mal wieder sehr offen heraus. „Da muss man sehr klar spielen“, fordert der Trainer, und ihn mit hoher Passqualität in Bewegung bringen.

Smits ein Top-Shooter

Die HSG-Abwehr muss besonders die Rückraumakteure Tobias Schwolow und Kay Smits in den Griff bekommen. „Das sind Top-Spieler. Komplett ausschalten kann man sie nicht“, sagt Bültmann. „Aber die Quote muss stimmen“, also möglichst niedrig sein. Der Niederländer Smits ist mit 196 Toren einer der gefährlichsten Schützen der Liga. Schwolow hat 117 Tore geworfen, Rechtsaußen Evgeny Vorontsov 116.

Teams kennen sich gut

Wilhelmshavens Trainer Christian Köhrmann verfügt über eine eingespielte Mannschaft mit einem breiten Konzept. Parallelen zur HSG sind erkennbar. Beide Teams kennen sich gut. Der Gastgeber, der nur zwei der jüngsten neun Spiele verlor, sammelt bei 21:21 Punkten noch Zähler für den Klassenerhalt. Das Zwei-Städte-Team (32:20) will die Position im oberen Tabellendrittel festigen.