Nahaufnahme Haselünner Tobias Hüer träumt vom New-York-Marathon

Von Carsten Nitze

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Im Flutlichtschein von Löningen sorgte Tobias Hüer vor wenigen Wochen für die erste landesweite Beachtung. Foto: Carsten NitzeIm Flutlichtschein von Löningen sorgte Tobias Hüer vor wenigen Wochen für die erste landesweite Beachtung. Foto: Carsten Nitze

Haselünne. Wie man im Laufsport eine echte Blitzkarriere startet, demonstriert derzeit Tobias Hüer vom SV Union Meppen. Vor nicht einmal vier Jahren entschloss sich der Haselünner nach 18 Jahren die Fußballschuhe endgültig an den Nagel zu hängen und sich ganz dem Straßenlauf zu verschreiben.

Heute ist Hüer einer der schnellsten Emsländer auf der Zehn-Kilometer-Distanz. Vor wenigen Wochen sorgte er mit seinem zehnten Platz in der Männer-Hauptklasse bei den Crosslauf-Niedersachsenmeisterschaften für erste landesweite Beachtung.

Morgens gelaufen, nachmittags Fußball gespielt

„Eigentlich wollte ich vor fünf Jahren nur die körperliche Grundfitness verbessern“, erinnert sich der 24-Jährige an seine ersten Ambitionen neben dem Fußball beim SV Concordia Schleper auch die Laufschuhe regelmäßig zu schnüren. Dabei fand der Bautechniker beim Bauunternehmen Knoll mehr und mehr Gefallen am Laufen: „Teilweise bin ich morgens gelaufen, und nachmittags habe ich Fußball gespielt.“

Strotmann schreibt Trainingspläne

Aus zeitlichen Gründen entschied sich Hüer im Sommer 2014, komplett mit dem Fußball zu brechen, hatte er doch ein halbes Jahr zuvor über zehn Kilometer beim Silvesterlauf in Sögel endgültig „Blut geleckt“. „Aber ich wollte mehr, längere Strecken, größere Herausforderungen“. Über Willi Schulte vom Haselünner SV, dem Vater seiner Freundin Maresa, lernte Hüer nur wenig später den Herzlaker Matthias Strotmann, einst emsländischer Ausnahmeläufer in den Diensten der LG Braunschweig, kennen. Dem mehrfachen Deutschen Team-Marathon- und Halbmarathon-Vizemeister, Norddeutschen und Niedersachsen-Meister der Langstrecken sowie EL-Cup-Gesamtsieger von 2009 gefiel der „Exkicker, der zum Hamburg-Marathon wollte“. So schrieb Strotmann fortan Trainingspläne und übernahm die Betreuung des Laufsportneulings.

Bestzeit um 20 Minuten gesteigert

Wie fruchtbar diese Kooperation war, bewies Hüer bei seiner Marathonpremiere nur wenige Monate später. In 3:07 Stunden bewältigte er am 26. April 2015 die 42,195 Kilometer lange Distanz, ein Jahr später steigerte er seine Bestzeit um weitere 20 Minuten auf 2:47 Stunden.

Laufgruppe bei Union Meppen

Auf der Suche nach Gleichgesinnten schloss sich Hüer im selben Jahr der Laufgruppe von Gerd Janning beim SV Union Meppen an, trainiert aber weiterhin mit Strotmann. „Uns verbindet eine unglaubliche Vertrautheit, wir stehen täglich in Kontakt“, begründet der Haselünner die weitere Zusammenarbeit. „Wenn er seine Schnelligkeit in den Unterdistanzen verbessert, traue ich Tobias Zeiten in ganz anderen Dimensionen zu“, hofft Trainer Strotmann auf eine noch erfolgreichere Zukunft.

Lieblingsdistanz über 10 Kilometer

Doch nicht Titel, Pokale oder die weitere Steigerung seiner Bestzeit (33:38 Minuten) auf der Zehn-Kilometer-Lieblingsdistanz motivieren den Haselünner, vielmehr will er sich einen ganz großen Traum erfüllen: „Ich will unbedingt den New-York-Marathon laufen.“ Dass er sich dabei vor allem auf die Unterstützung seiner Freundin Maresa und seiner gesamten Familie verlassen kann, freut Hüer ganz besonders und rückt seinen Traum in durchaus realisierbare Nähe.


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