Aufsteiger Hagen setzt Akzente Nordhorn-Lingen muss viele Aufgaben lösen

Von Uli Mentrup

Zurückgemeldet hat sich Pavel Mickal nach seiner Operation am Daumen. Handball-Zweitligist HSG Nordhorn-Lingen tritt am Freitag beim VfL Eintracht Hagen an. Foto: ScholzZurückgemeldet hat sich Pavel Mickal nach seiner Operation am Daumen. Handball-Zweitligist HSG Nordhorn-Lingen tritt am Freitag beim VfL Eintracht Hagen an. Foto: Scholz

Lingen. Die erste Hürde im neuen Jahr hat Handball-Zweitligist HSG Nordhorn-Lingen genommen. Mit dem Schwung vom Sieg gegen Eisenach will er bereits am Freitag um 19.30 Uhr beim VfL Eintracht Hagen die nächste schwere Aufgabe bewältigen. Dabei bleibt der Einsatz von Philipp Vorlicek fraglich, dafür hat sich Pavel Mickal wieder zurückgemeldet.

Vorlicek musste beim 26:25 gegen Eisenach schon in der ersten Halbzeit mit bandagiertem linken Oberschenkel passen. Eine Zerrung oder Verhärtung. „Kein Faserriss“, stellt Trainer Heiner Bültmann erleichtert fest. Ob der 22-Jährige, der immerhin vier Tore warf, in Hagen mitwirken kann, entscheidet sich womöglich erst vor dem Spiel. „Es ist jeden Tag deutlich besser geworden“, sagt der Trainer, der allerdings kein Risiko eingehen will. Mit Nicky Verjans, der gegen Eisenach gut spielte, und Patrick Miedema gibt es Alternativen. Pavel Mickal saß gegen Eisenach erstmals nach seiner Verletzung am Daumen wieder auf der Bank. Er war mit neun Toren gefährlichster HSG-Schütze beim 30:27-Sieg in der Hinrunde.

Mehr Qualität im Training

Für die HSG ist es wichtig, dass jetzt wieder fast alle Akteure dabei sind. Das steigert die Qualität im Training. Denn gegen Eisenach wurde auch deutlich, dass das Zwei-Städte-Team noch nicht wieder auf höchstem Niveau angekommen ist. Das war in der Abwehr besonders auffällig. Im Angriff lief es besser, nur der Abschluss passte nach der Pause nicht mehr. Deswegen stand neben vielen spielerischen Abläufen und der Arbeit in der 6:0-Abwehr auch ein Wurftraining auf dem Programm. „Jetzt ist jede Einheit wichtig“, weiß Bültmann.

Hagen wirft 37 Tore in Balingen

In Hagen wartet kein typischer Aufsteiger auf die HSG, sondern ein Gastgeber mit einem starken Kader und Akteuren, die über einige Erfahrung in der ersten und der zweiten Bundesliga verfügen. Der Klub fand nur schwer in die Liga, verlor die ersten sieben Spiele, weist aber mittlerweile vier Zähler Vorsprung vor dem ersten Abstiegsrang auf. Mit einem Heimsieg gegen Emsdetten vor der Winterpause und dem 37:33-Erfolg in Balingen setzte das Team von Trainer Niels Pfannenschmidt zuletzt klare Akzente.

HSG will Serien fortsetzen

Qualität und Durchschlagskraft beweisen die Hagener vor allem im Rückraum mit dem ehemaligen polnischen Nationalspieler Bartosz Konitz (links), Sören Kress (Mitte), der das Spiel lenken kann und gleichzeitig torgefährlich ist, und Jan von Boenigk (rechts). Eine gute Saison spielen die Außen Daniel Mestrum und Dragan Tubic. Der Aufsteiger spielt in der Abwehr wahlweise in 6:0- oder 5:1-Formation. Das Angriffskonzept ist ähnlich breit wie das der HSG. „Hagen ist gut strukturiert und streut auch schon mal einen Kempa ein“, sieht Bültmann deutliche Unterschiede zu Eisenach. „Die stellen uns vor viele Aufgaben.“ Doch die will Nordhorn-Lingen lösen und nach zuletzt drei Partien ohne Niederlage eine weitere Serie wahren: In vier direkten Vergleichen haben die Niedersachsen die Südwestfalen vom „Tor zum Sauerland“ viermal geschlagen.