Nahaufnahme des Bogenschützen Bernd Braband empfindet Platz zwei als Niederlage

Von Dieter Kremer


Esterwegen. Er sammelt Titel wie andere einen gehobenen Daumen bei Facebook: Bernd Braband aus Esterwegen hat sich überregional einen Namen als erfolgreicher Bogenschütze gemacht. Um zu trainieren, muss er praktisch nur in seinen Garten gehen.

Ehrgeiz zeichnet Braband aus. Für den Satz, der zweite Platz sei schon der erste Verlierer, werde er zwar manchmal etwas schief angeschaut, gibt der 64-Jährige zu. „Das ist aber meine Einstellung. Die kann und muss auch nicht jeder teilen.“ Aber wenn er etwas mache, dann nur richtig oder gar nicht. „Ich fahre nicht auf eine deutsche Meisterschaft, um irgendwo den zweiten oder dritten Platz zu machen. Wenn ich dorthin fahre, will ich gewinnen.“

Gewonnen hat er häufig in den letzten Jahren. „Ich will es mal so sagen. Ich bin wirklich ziemlich vom Erfolg verwöhnt worden.“ 36-maliger deutscher Meister im Behindertensport darf sich Braband nennen. „Davon gibt es keinen zweiten in Deutschland.“ Irgendwann habe er sich einen Spaß daraus gemacht, in allen Altersklassen Titel zu sammeln. „Als ich in der Seniorenklasse war, habe ich dann mal in der Schützenklasse geschossen und den deutschen Meister gemacht. In der Altersklasse und der Seniorenklasse habe ich den deutschen Meister – überall. Und zwar drinnen wie draußen.“

Anfänge in Lingen

1999 entdeckte Braband den Sport für sich. „Ich bin zum Bogenschießen gekommen, weil ich einen Bogensportplatz in Meppen gesehen habe.“ Dadurch sei sein Interesse geweckt worden. Gesundheitlich sei er zu jener Zeit schwer angeschlagen gewesen, erinnert sich Braband. „Ich habe ganz schwere Rückenprobleme.“ Seine Frau ermunterte ihn, es einfach einmal zu versuchen. Seine ersten Gehversuche als Bogenschütze machte Braband in Lingen. „Das war eigentlich der Sport für mich.“ Innerhalb eines Jahres verschwanden die gesundheitlichen Probleme fast komplett.

Im Winter trainiert er dreimal pro Woche in der Halle. „In der Freiluftsaison zu Hause.“ Denn der gebürtige Kasseler betreibt eine Dackelzucht. „Deshalb wohnen wir auch ein bisschen außerhalb, was mir heute vom Sport her zu Gute kommt.“ Er könne nämlich zu Hause trainieren. „Das ist für mich ganz wichtig. Ich habe alles hier und brauche mir keine Gedanken zu machen, sondern nehme meinen Bogen, gehe raus und schieße – fertig.“

Aktuell bereitet sich Braband auf die nächsten Wettkämpfe vor. „Im März haben wir zwei deutsche Meisterschaften.“ Zum Einen die vom Deutschen Bogensporverband (DBSV) und die vom Deutschen Behindertesportverband (DBS) in der Halle. „Und im April fängt schon wieder die Freiluftsaison an. Hoch bis zu den deutschen Meisterschaften“, erklärt er.