Ehrengast bei 37. Landkreisehrung Ronald Maul: Wichtig ist, dass man hungrig bleibt



Sögel. Ehrengast der Landkreisehrung war Ex-Fußballnationalspieler Ronald Maul, der 1999 beim Confed-Cup in Mexiko zweimal den Adler auf der Brust trug. Der 44-Jährige ging im Gespräch mit Moderator Sören Menke auf seine jetzige Tätigkeit als Geschäftsführer des SV Meppen und seine Laufbahn ein.

Maul ist in Thüringen in einem kleinen Dorf mit 450 Einwohnern aufgewachsen. Im Alter von vier, fünf Jahren begann er mit dem Fußball, weil ihn sein zwei Jahre älterer Bruder mitgenommen habe. Nahezu pausenlos sei er auf dem Fußballplatz gewesen, erinnerte sich Maul an seine Kindheit. „Meine Eltern erzählen immer noch ganz gerne, dass ich meinen ersten Spielerpass nicht eigenhändig unterschreiben konnte, weil ich einfach noch zu klein war.“ Später durchlief er bei Carl Zeiss Jena fast die gesamte Jugendabteilung. „Im Osten war nicht alles so schlecht“, lobt er das System der Sportförderung zu Zeiten der DDR. Im Alter von zwölf Jahren wechselte Maul auf ein Sportinternat, wo er sechs-/siebenmal pro Woche trainierte. „Meine ganze Profikarriere habe ich davon profitiert, dass man an vielen Sachen sehr lange feilen konnte.“ Abhängig sei es aber immer von Disziplin, Biss und Leidenschaft. „Als 1990 die Grenzen aufgingen, da war ich in einem perfekten Alter, um durchzustarten.“

Tabelle trügerisch

„Absolut glücklich“ zeigt sich Maul mit der derzeitigen Situation, dass der SV Meppen mit elf Punkten Vorsprung auf den ersten Abstiegsplatz Tabellenelfter ist. „Wir sind im gesicherten Mittelfeld. Das ist allerdings immer sehr trügerisch in dieser Liga.“ Es könne sehr schnell gehen, dass man nach hinten rutscht, kennt Maul die Chancen und Risiken. „Aber wir denken von Hause aus sehr positiv.“ Wichtig sei es, gut aus der Winterpause zu starten. Deshalb richteten die Verantwortlichen nach der Winterpause einige Worte an das Team. „Wir haben der Mannschaft in der Neujahrsansprache in der Kabine mitgegeben, dass es immer wichtig ist, dass man hungrig bleibt.“ Das gelte im Übrigen für alle Sportler, die anwesend seien. „Auch aus meiner Erfahrung her ist es immer wichtig, dass man nie zufrieden ist.“ Wenn man mit seiner Leistung zufrieden sei, werde man sich kaum weiter verbessern. Derzeit plane man so, dass man in der 3. Liga bleibe und in der nächsten Saison eine Rasenheizung benötigen werde, gestand Maul.

10.000 Zuschauer gegen Münster?

Auf der Zielgeraden befinden sich in der Hänsch-Arena die Arbeiten an der neuen Tribüne. „Wenn man jetzt auf die Tribüne schaut, ist nicht vorstellbar, dass wir spielen“, sagte Maul. Aber auch bei den Maßnahmen im Sommer sei alles sehr knapp gestrickt gewesen. Die Firmen seien jedoch sehr engagiert, weshalb es klappen werde mit dem Heimspiel am 21. Januar gegen Preußen Münster. An die 10.000 Zuschauer erwarten Maul und Co. im ersten Punktspiel des Jahres. „Wir merken, dass die Karten sehr begehrt sind. Deshalb wäre es schon gut, wenn wir die neue Tribüne nutzen könnten.“


Ronald Maul wurde am 13. Februar 1973 in Jena geboren. In der Jugend spielt er für den SV Gleistal und den FC Carl Zeiss Jena.

Über den VfL Osnabrück (1990 – 1995), Arminia Bielefeld (1995 – 2000), mit der er zweimal in die Bundesliga aufgestiegen ist, dem Hamburger SV (2000 – 2001) und Hansa Rostock (2001 – 2006) kehrt er zurück nach Jena (2006 – 2007). Danach spielt er für RW Ahlen (2008 – 2010, Zweitligaaufstieg 2008) und Eintracht Osnabrück (2010 – 2011). Der dreifache Familienvater, der im Osnabrücker Stadtteil Hellern wohnt, absolvierte 178 Partien in der Bundesliga und 132 in der 2. Liga. Für die DDR kam Maul zu einem U-16-Länderspiel.

Beim Confed-Cup 1999 absolvierte der Defensivfußballer unter Erich Ribbeck zwei Partien im Nationaltrikot gegen Brasilien (0:4) und die USA (0:2).

Nach dem Ende seiner aktiven Laufbahn war er bei RW Ahlen als Manager und danach beim FC Gütersloh 2000 im Aufsichtsrat und als Sportlicher Leiter engagiert. Er ist selbstständig für verschiedene Firmen und eine Agentur im Bereich Sportmarketing tätig.

Vier Profis von Arminia Bielefeld waren in der Klubgeschichte für die deutsche Nationalmannschaft im Einsatz: Neben Ronald Maul waren es Walter Claus-Oehler (zwei Einsätze 1923), Stefan Kuntz (zwei Einsätze 1996 und 1997) sowie Arminias Rekordnationalspieler Patrick Owomoyela (sechs Einsätze 2004 und 2005).

Seit dem 19. Juni 2017 ist Ronald Maul neuer Geschäftsführer des SV Meppen. Der 44-Jährige soll sich mit André Dieker auch um die Bereiche Sponsoring und Vermarktung kümmern. Weil Axel Striepeke im Mai 2016 aus gesundheitlichen Gründen als Geschäftsführer beim SV Meppen ausschied, kümmerte sich zuletzt Geschäftsstellenleiter Daniel Eiken zusätzlich zu seiner Arbeit um die anfallenden Aufgaben. Striepeke hatte erst im Dezember 2015 die Nachfolge von Peter Stöver angetreten, der nach einem Jahr Engagement aus persönlichen und familiären Gründen als Geschäftsführer des SV Meppen aufgehört hatte. Vor Stöver zeichnete der 2010 von der HSG Nordhorn-Lingen gekommene Markus Lohle mehr als vier Jahre lang als Geschäftsführer verantwortlich.

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