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Probebetrieb ab Mai 2012 geplant Richtkranz weht über Umspannwerk

Von Gerd Schade | 08.09.2011, 16:41 Uhr

Das an der A31 in Heede geplante Umspannwerk hat in den vergangenen Wochen stark an Konturen gewonnen. Seit Donnerstag weht der Richtkranz über dem rund 30 Hektar umfassenden Areal. Bis Jahresende sollen die Bauarbeiten weitgehend abgeschlossen sein. Im Mai 2012 ist ein Probebetrieb geplant, im Februar 2013 soll das Umspannwerk ans Netz gehen.

Durch das Werk soll Strom aus Offshore-Windparks in der Nordsee in die Ballungszentren nach Nordrhein-Westfalen fließen. Das Investitionsvolumen des Übertragungsnetzbetreibers Tennet für das Gesamtprojekt umfasst rund 850 Millionen Euro. Davon sind nach Angaben des Investors 75 Millionen Euro für den Bau des Umspannwerkes eingeplant.

Gesamtprojektleiter Jan Heinrich zeigte sich mit dem Baufortschritt äußerst zufrieden. „Das sieht alles hervorragend aus“, sagte er. Die Zusammenarbeit mit den Genehmigungsbehörden sei super gewesen. Unter anderem sei ein vorzeitiger Baubeginn genehmigt worden. Heinrich hob überdies die nach seiner Auffassung gute Zusammenarbeit der beteiligten Unternehmen, darunter auch mehrere regionale Betriebe, hervor. Auch unerwartete Schwierigkeiten mit den Bodenverhältnissen hätten zügig gelöst werden können.

Tennet-Bauingenieur Antony Humeniuk entschuldigte sich in diesem Zusammenhang bei den Anwohnern für verstärkten Schwerlastverkehr. Immerhin hätten allein etwa 110000 Tonnen Sand aufgefahren werden müssen. Bisher seien auf dem Gelände außerdem rund 550 Tonnen Stahl verbaut worden.

Auf dem Gelände wird zunächst eine von insgesamt vier möglichen Konverterhallen plus Schaltanlage errichtet. Heinrich zufolge soll die zweite Ausbaustufe bereits ab März 2012 in Angriff genommen werden. Für Tennet, nach eigenen Angaben einer der fünf größten Netzbetreiber in Europa, ist das Umspannwerk „ein wesentliches Element“ für die Netzanbindung eines weiteren Offshore-Windparks. Damit sollen ab Ende 2013 etwa 75 Kilometer vor der deutschen Küste regenerative Energie erzeugt werden.

Wie Humeniuk bei einem Rundgang auf der Großbaustelle erläuterte, wird der auf See produzierte Windstrom als Drehstrom auf eine sogenannte Konverterplattform geleitet, dort in Gleichstrom umgewandelt und über Erdkabel insgesamt 165 Kilometer bis zum Umspannwerk in Heede transportiert. Dort werde er wieder in Drehstrom umgewandelt und könne dann ins bestehende Höchstspannungsnetz eingespeist werden. Geplant ist überdies der Bau einer weiteren 380-kV-Leitung von Heede nach Wesel an den Niederrhein.

Nach Angaben des Heeder Bürgermeisters Antonius Pohlmann (CDU) steht die Bevölkerung voll hinter dem Projekt Umspannwerk. „Das macht uns stolz“, sagte Pohlmann. Er erinnerte daran, dass es innerhalb von zwei Monaten gelungen sei, Landwirten die vorgesehenen Flächen abzukaufen.

Nach dem traditionellen Richtspruch mit anschließendem Glaswerfen sprachen Pfarrer Johannes Hasselmann und Pastor Ralf Maennl gemeinsam den kirchlichen Segen.