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Ohne sich schuldig zu fühlen Dörpener Demenz-Partner sollen sich Freiräume schaffen

Von PM. | 18.03.2019, 19:10 Uhr

„Pflege von Menschen mit Demenz – Freiräume und Ruhephasen schaffen“ – unter diesem Titel hat die Servicestelle Ehrenamt der Samtgemeinde Dörpen in Zusammenarbeit mit dem Demenzservicezentrum des Landkreises eine weitere Veranstaltung im Rahmen der Aktion „Demenz-Partner“ durchgeführt.

Einer Mitteilung der Samtgemeinde zufolge war es bereits die vierte Veranstaltung zum Thema Demenz. Beim Auftakt im Herbst 2017 wurden 42 Teilnehmer zu „Demenz Partnern“, einer Kampagne der Deutschen Alzheimergesellschaft, qualifiziert. Ziel der Aktion ist es, das Wissen über Demenzerkrankungen zu verbreiten und das Verständnis für Menschen mit Demenz und ihre Familien zu fördern.

Pflege zehrt an den Kräften

Während des nun angesprochenen Themas „Freiräume und Ruhephasen schaffen“ erklärte Simone Wagner, Leiterin der Servicestelle Ehrenamt, dass die Betreuung und Pflege von Demenzerkrankten im Alltag eine große Herausforderung sei. Demenz verändere den kranken Menschen ebenso wie seine Mitmenschen. Häufig würden sich Wagner zufolge der Partner oder die Kinder um den demenzerkrankten Menschen kümmern. Dies könne das Zusammenleben erschweren und an den Kräften zehren. Ein offener Umgang sorge für Verständnis im Familien- und Bekanntenkreis, so Wagner. Ein bewusster Umgang bedeute aber auch eine Herausforderung. Denn es sei nicht einfach, Ruhephasen zu schaffen und sich nicht schuldig dabei zu fühlen.

Rita Wallmann, Koordinatorin des Demenzservicezentrums des Landkreises Emsland, ging in Ihrem Vortrag darauf ein, die Verantwortung für den Menschen mit Demenz zu teilen, aber auch Freiräume und Ruhephasen zu schaffen, um die eigenen Kraftspeicher wieder aufzufüllen.

Kraftspeicher wieder auffüllen

Sie erläuterte, dass bei der Pflege und Betreuung von Menschen mit Demenz Situationen eintreten können, die schwer auszuhalten seien, die einem nahe gehen und die einen aus der Fassung bringen. Es gehe um besondere Belastungen und Herausforderungen im gemeinsamen Miteinander. Um die eigenen Kraftspeicher wieder aufzufüllen, gelte es vorzubeugen und Freiräume zu schaffen. Denn auch pflegende Angehörige hätten Anspruch auf Entlastung und Erholung und dürften auch mal an sich denken, auch wenn der demenzerkrankte Angehörige zunächst Schwierigkeiten damit haben kann. „Machen Sie auch mal das, was Ihnen guttut“, so Wallmann.

Generell gehe es darum, einer Demenzerkrankung vorzubeugen. Bewegung, geistige Fitness, soziale Kontakte und die richtige Ernährung sowie Ruhephasen schaffen, senke das Risiko. Die Teilnehmer wünschen sich, dass die Ärzte einen „Blick auf die Krankheit“ haben, den Angehörigen Gehör geben und diese über den Gesundheitszustand des an Demenz erkrankten Menschen aufklären. Eine weitere Veranstaltung zu dem Thema soll im Herbst stattfinden.