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Neujahrsempfang Walchums Turnhalle nicht mehr für Flüchtlinge reserviert

Von Maike Plaggenborg, Maike Plaggenborg | 13.01.2017, 21:03 Uhr

Beim Neujahrsempfang der Gemeinde Walchum verkündete Samtgemeindebürgermeister Hermann Wocken (CDU), dass die alte Turnhalle der Gemeinde nicht mehr als mögliche Reserve für die Unterbringung von Flüchtlingen benötigt wird.

Flüchtlingsarbeit habe viel mit Ehrenamt zu tun, sagte der Ordnungsamtsleiter der Samtgemeinde (SG), Gerd Klaas, beim Walchumer Neujahrsempfang, der der Würdigung des Ehrenamtes in der kleinen Gemeinde galt. „Ohne ehrenamtliche Tätigkeit funktioniert die Arbeit nicht“, ergänzte er und erklärte mit Blick auf den vermehrten Zuzug von Flüchtlingen in die Samtgemeinde, dass dieser in 2015 bis Mitte 2016 „Hochkonjunktur“ gehabt habe. Im Juni habe die Kommune die vorerst letzte Person aufgenommen, im Dezember zwei und im Januar 2017 drei Menschen. Generell aber sei es „sehr ruhig“. „Die Entwicklung hat an Brisanz verloren“, sagte auch Wocken. Deshalb werde die SG die alte Turnhalle nicht mehr als Unterkunft verlangen. Noch vor einem Jahr, beim Neujahrsempfang im Januar 2016, hatte Wocken gesagt, dass sie im Notfall für diesen Zweck verwendet werden solle. Eine Taskforce des Landkreises hatte das Gebäude damals bereits entsprechend begutachtet. Gebraucht wurde der Platz nicht. „Wir haben da jetzt freie Hand“, reagierte Bürgermeister Alois Milsch (CDU) auf die Nachricht Wockens. Die Halle könne nun veräußert oder abgerissen werden.

Zahl der Flüchtlinge hat sich in Walchum halbiert

In Walchum hat sich die Zahl der Flüchtlinge Klaas zufolge von Februar 2016 mit 14 gegenüber Januar 2017 halbiert. Samtgemeindeweit ist der Wert in dem Zeitraum von 253 auf 245 gesunken. Dazu berichtete Klaas von verschiedenen ehrenamtlichen Projekten in den Mitgliedsgemeinden. Milsch würdigte die ehrenamtlich geleistete Arbeit der Vereine. „Ich möchte mich bedanken, dass Sie das unentgeltlich machen, und dabei möchte ich das 'unentgeltlich' betonen“, sagte Milsch. Insgesamt waren aus der Gemeinde 35 Vereine vertreten, von denen er unter anderem die Arbeit des früheren Vorsitzenden des Sportvereins SG Walchum-Hasselbrock, Wilhelm Titze, hervorhob, aber auch den Besuchsdienst, der Patienten im Krankenhaus besucht, um mit ihnen „ein paar Worte“ zu wechseln.

Bei einem Rückblick auf das vergangene Jahr 2016 stellte Milsch außerdem die Baugenehmigung für die Wagenremise vor. Geplant ist, ein teilweise geschlossenes Gebäude zu errichten, in dem unter anderem eine Werkstatt und ein Naturkunderaum untergebracht werden sollen. „Ich gehe davon aus, dass wir sie zu Weihnachten nutzen können“, sagte Milsch, der auch in Sachen Dorfentwicklung auf einen Zuschlag hofft. Walchum hatte im vergangenen Jahr zusammen mit den Gemeinden Kluse und Dersum einen entsprechenden Antrag gestellt.

In seiner Ansprache würdigten auch Christian Griep-Raming, pastoraler Koordinator des katholischen Boot-Jesu (BoJe)-Verbunds, die ehrenamtliche Arbeit. „Eine Kirche wäre ohne Ehrenamt nicht denkbar“, sagte er. Auch in einem Dorf würde viel wegbrechen. Auch der evangelisch-lutherische Pastor Rainer Jenke lobte Walchum als „lebendige Gemeinde, in der sich viel bewegt“.