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Lathener zeigen Flagge in Paris 1500 Kilometer EM-Pause für eine Hochzeit in Dörpen

Von Dirk Hellmers | 21.06.2016, 11:28 Uhr

Nach einer Hochzeitspause geht es für das Dörpener Fan-Quintett zurück nach Paris zur Fußball-Europameisterschaft. Dort kämpft die deutsche Nationalmannschaft am Dienstag, 21. Juni 2016, ab 18 Uhr gegen Nordirland um den Achtelfinaleinzug und den Gruppensieg. Für die Partie sind die Fünf zuversichtlich.

„Ich habe bislang nicht eine Sekunde daran gedacht, dass Deutschland am Dienstag ausscheiden könnte“, berichtet Jens Rakers. Daran hat auch das aus Sicht vieler TV-Zuschauer eher schwache Spiel gegen Polen (0:0) am Donnerstag nichts geändert. Auch wenn es torlos blieb, wird Rakers, der zusammen mit Daniel Hüve, Robert Brake, Thomas Merkers und Michael Cordes nach Frankreich gereist ist, das Liveerlebnis nicht vergessen. „Die polnischen Fans haben durchgängig für eine überragende Stimmung gesorgt“, berichtet er von den Eindrücken aus dem Stade de France in Paris-St. Denis.

Bei dem Duell mit dem Nachbarland hat das Quintett überdies Bekannte aus der Nachbargemeinde getroffen. Die Lathener Holger Hermes, Paul Wolters, Alex Buchsbaum und Michael Wiggerthale waren ebenfalls live im Stadion. Um ihre emsländische Herkunft zu demonstrieren, hatten die Vier eine Lathen-Flagge im Gepäck. „Ich musste im Internet zeigen, wo die Fahne herkommt“, berichtet Hermes über skeptische Wachleute. Ohnehin sei der Sicherheitsstandard hoch. „Man wurde dreimal durchsucht, bevor man im Stadion war.“

Dort sei die Stimmung grandios gewesen, wie Hermes beschreibt, im deutschen Fanblock hätten sie zwischen Nordiren, Engländern und Walisern gesessen. Auch das Spiel habe ihnen gefallen. Ein Sonderlob von Hermes gibt es für den Unparteiischen: „Bester Mann auf dem Platz war der niederländische Schiedsrichter Björn Kuipers.“ In den emsländischen Kreisklassen ist der Lathener selbst mit der Pfeife unterwegs. Hermes hofft, zum Achtelfinale nächste Woche erneut Karten zu ergattern. Auch wenn es nicht klappt, wird es wohl kaum das letzte Länderspiel der Vier gewesen sein. „Es war ein super Erlebnis und wir planen schon die nächste Reise zur WM nach Russland.“

Ebenfalls zwischenzeitlich zurück nach Deutschland ging es für die Dörpener. In der Emsgemeinde hatte ihr Freund Michael Andrees geheiratet. „Für die Hochzeit sind wir dann insgesamt mit Hin- und Rückweg 1500 Kilometer gefahren.“ Am Dienstag steht für sie bereits das fünfte EM-Spiel auf dem Plan. Neben den Partien der DFB-Auswahl gab es schon das Duell zwischen Irland und Schweden (1:1) sowie Rumänien gegen die Schweiz (1:1). „Zum Glück konnte man vor dem Stadion noch relativ einfach Eintrittskarten bekommen.“ Direkt vor dem Stadion gab es das Ticket für 50 statt 145 Euro. Und das Beste: Die Plätze waren direkt an der Mittellinie.

Nach dem Duell gegen Nordirland geht es nach fast zwei Wochen wieder ganz zurück in die Heimat. Wehmut haben Rakers und Co. nicht. „Der Abschied aus Paris fällt uns nicht so schwer, da wir hoffen, in wenigen Wochen wieder für ein Wochenende nach Paris zu fahren und dann mit dem Titel wieder nach Hause zu kommen.“