Ein Artikel der Redaktion

„Jahrhundertprojekt“ gestartet Erster Spatenstich für neuen Bahnhof in Dörpen

Von Gerd Schade | 12.07.2014, 01:49 Uhr

Der neue Dörpener Bahnhof wird komplett videoüberwacht. Das hat Bürgermeister Manfred Gerdes (CDU) am Freitag beim symbolischen ersten Spatenstich für den mit insgesamt knapp drei Millionen Euro veranschlagten Neubau an der Neudörpener Straße angekündigt. Gerdes sprach von einem „Jahrhundertprojekt“, das bis zum Fahrplanwechsel der Bahn im Dezember fertiggestellt sein soll.

Die Verlegung des Bahnhaltepunktes in der 5000-Einwohner-Gemeinde aus dem Industriegebiet schafft Platz für die geplante Erweiterung des Güterverkehrszentrums Emsland in Dörpen. Dabei geht es insbesondere um die Absicht, mittelfristig die Ladegleise im Güterbahnhof zu verlängern. Der Entscheidung für den Neubau war ein jahrelanges Hin und Her vorausgegangen, in dessen Verlauf das Projekt seitens der Bahn mehrfach beerdigt wurde. Umso erfreuter zeigten sich nun alle Beteiligten beim offiziellen Baustart.

Gerdes bezeichnete den jetzigen Bahnhof drastisch als „Dreckloch“, dessen Tage nun glücklicherweise gezählt seien. Dass der Neubau nach zähem Ringen doch realisiert werden könne, schrieb der Bürgermeister auch der emsländischen Mentalität zu: „Alle zusammen in dieselbe Richtung.“ Gerdes wünscht sich, dass die Bilder von den Überwachungskameras direkt bei der Rettungsleitstelle des Landkreises in Meppen auflaufen. Darüber ist aber noch nicht entschieden.

Fest steht hingegen, dass nicht nur der Bahnhof, sondern auch die Neudörpener Straße zwischen den barrierefreien Bahnsteigen und der B70 intensiv ausgeleuchtet werden. Der Radweg in diesem Streckenabschnitt wird auf 2,50 Meter verbreitert. Alle Sicherheitsmaßnahmen seien frühzeitig mit der Polizei abgestimmt, betonte Gerdes. Wie der niedersächsische Landtagspräsident Bernd Busemann ausführte, ist die Entfernung zwischen Ortskern und dem neuen Standort nahezu gleich groß wie die zum Noch-Bahnhof. „Die Bürger müssen nur umdenken“, sagte der CDU-Politiker aus Dörpen.

Während der Bau der Bahnsteige mit Fahrkartenautomat, Wartehäuschen und Info-Technologie Sache der Bahn und mit zwei Millionen Euro veranschlagt ist, obliegt die Gestaltung des Bahnhofsumfeldes auf beiden Seiten der Gleise mit Parkplätzen für Autos, Busse und Taxen sowie Fahrradständern der Gemeinde. Das Finanzvolumen dafür umfasst 725000 Euro. Die Verbreiterung des Radweges schlägt mit knapp 170000 Euro zu Buche. An der Finanzierung sind Land und Landkreis beteiligt.

„Die Signale sind auf Zukunft gestellt. Dörpen erhält eine neue Visitenkarte“, sagte die CDU-Bundestagsabgeordnete Gitta Connemann. Der Bahnhof sei für Berufspendler, Schüler und Touristen von großer Bedeutung. Insbesondere der touristische Aspekt sei nicht zu unterschätzen, betonte Landrat Reinhard Winter.

An die Vertreter der Bahn appellierte er, dafür zu sorgen, dass die Züge auf der Emslandlinie pünktlich fahren und nicht sogar ausfallen, wie in den vergangenen Monaten mehrfach geschehen, weil Lokführer krank waren, im Urlaub weilten oder gekündigt hatten.