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Heede schaut in die Röhre Kein Platz mehr für touristische Tafeln an der A 31

Von Gerd Schade | 01.02.2017, 17:24 Uhr

Die Gemeinde Heede ist mit einem Antrag gescheitert, touristische Hinweisschilder an der A 31 für ihre 1000-jährige Linde und ihre Gebetsstätte aufstellen zu lassen. Begründung: An der Emslandautobahn gibt es bereits zu viele touristische Hinweistafeln.

„Die Beschilderung ist durch den Landkreis Emsland schon sehr in Beschlag genommen“, erklärte Cord Lüesse, Leiter des Geschäftsbereichs Osnabrück der Niedersächsischen Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr, am Mittwoch auf Anfrage unserer Redaktion. Lüesse verwies darauf, dass für die Zulässigkeit derartiger Schilder, die beispielsweise für einen Besuch der Gedenkstätte Esterwegen und des Emslandmuseums Schloss Clemenswerth in Sögel werben, bestimmte Richtlinien und Abstände einzuhalten seien. Die derzeitige Dichte mache es nahezu unmöglich, weiteren Wünschen Rechnung zu tragen. Anders gesagt: Neue Hinweisschilder kämen grundsätzlich nur im Ersatzaustausch mit anderen infrage.

In der jüngsten Sitzung des Heeder Gemeinderates wurde die ablehnende Haltung der Straßenbaubehörde mit Bedauern und Trotz registriert. „Für uns sind das fadenscheinige Argumente“, sagte der stellvertretende Bürgermeister Otto Flint (CDU). Er kündigte einen neuen Anlauf in einigen Jahren an.

Die Heeder hatten einen Antrag zur Aufstellung von Tafeln mit Hinweisen ihrer 1000-jährigen Linde sowie der bei Wallfahrern beliebten und bischöflich anerkannten Gebetsstätte St. Petrus in Ketten als touristisches Ziel gestellt. Die Stätte wurde durch die Erlebnisse von vier Kindern, denen dort während der NS-Zeit die Muttergottes mit dem Jesuskind erschienen sein soll, überregional bekannt.

Bürgermeister Antonius Pohlmann (CDU) gab in der Ratssitzung die Begründung für den Negativbescheid der Straßenbaubehörde wider. Demnach gibt es im Bereich der Anschlussstelle Dörpen bei Heede sowohl in Fahrtrichtung Papenburg als auch in Fahrtrichtung Meppen bereits zwei touristische Hinweistafeln. Damit sei die Maximalzahl erreicht, berichtete Pohlmann. Eine Aufstellung von weiteren Hinweistafeln werde nicht genehmigt.

Wie der Bürgermeister weiter ausführte, kassierte die Behörde auch den Einwand der Heeder, dass die derzeitigen touristischen Ziele, auf die an der A 31 in dem betreffenden Abschnitt hingewiesen würde, deutlich weiter von der Autobahn entfernt liegen als die Gemeinde Heede. Geschäftsbereichsleiter Lüesse hält dem entgegen, dass beispielsweise nicht nur die Festung Bourtange, sondern auch die Gedenkstätte Esterwegen alle zur Aufstellung von touristischen Hinweisschildern benötigten Kriterien erfüllt. Die Gedenkstätte sei zwar in der Tat „eigentlich zu weit entfernt“, genieße wegen ihrer überregionalen Bedeutung als Mahnmal für ein ehemaliges Konzentrationslager aber einen besonderen Status.

Wie Lüesse zudem weiter erklärte, wird dem Aufstellen von touristischen Hinweistafeln darüber hinaus nur dann zugestimmt, wenn das Ziel jährlich von rund 100.000 Besuchern angesteuert wird. Das sei bei der Festung Bourtange und dem Schloss Clemenswerth auf jeden Fall sicher, sagte Lüesse. Das Emslandmuseum hatte vor knapp vier Wochen für 2016 mit mehr als 62.000 registrierten Gästen zum achten Mal in Folge einen Besucherrekord vermeldet. Hinzu käme aber eine Vielzahl weiterer Ausflügler, so Lüesse. Die Gedenkstätte Esterwegen wurde 2016 wie im Vorjahr von knapp 25.000 Menschen besucht .

Den Heedern wurde seitens der Behörde derweil auch der Wunsch, zwei touristische Ziele auf einer Hinweistafel zu benennen, verwehrt. „Pro Schild darf nur ein Ziel ausgewiesen werden“, berichtete Bürgermeister Pohlmann.

Nicht nachvollziehen konnte Antje Siuts (FDP), dass auf Grundlage der genannten Kriterien beispielsweise für den Festungswall Meppen sehr wohl eine Hinweistafel an der A 31 genehmigt wurde. Ein entsprechender Antrag der Stadt wurde 2015 gebilligt. „Den Festungswall kann man ja kaum erkennen“, meinte Siuts.