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Ein „Jahrhundertprojekt“ Baustart für Dörpener Bahnhof fällt im Juni

Von Gerd Schade | 28.03.2014, 15:29 Uhr

Erst tat sich lange nichts, dann war das Projekt mehrfach tot und nun geht es ganz schnell: Im Juni soll der Startschuss für den Neubau des Bahnhofs in Dörpen fallen und die neue Anlage an der Neudörpener Straße noch vor Weihnachten in Betrieb genommen werden. Bürgermeister Manfred Gerdes (CDU) spricht von einem „Jahrhundertprojekt“.

„So etwas mitgestalten zu dürfen, ist einmalig“, sagte Kämmerer Heinz-Hermann Lager während der Gemeinderatssitzung am Donnerstagabend. Er verwies auf „klare Zusagen“ der Deutschen Bahn, wonach im Juni mit dem Bau der Bahnsteige begonnen werde. Mit Inbetriebnahme des neuen Bahnhofes werde die alte Anlage an der Bahnhofstraße geschlossen. Für Gerdes ist es höchste Zeit. „Der alte Bahnhof ist ein Schandfleck für die Gemeinde“, sagte er.

Der Bau der Bahnsteige inklusive überdachter Wartebereiche – ein geschlossenes Gebäude wird es nicht geben – ist Sache der Bahn. Der Gemeinde obliegt es hingegen, das infrastrukturelle Drumherum zu regeln. Wie Kämmerer Lager ausführte, gehört dazu die Schaffung einer Park & Ride-Anlage mit 55 Parkplätzen, zwei Taxiständen, zwei Bushaltestellen und 70 Unterstellmöglichkeiten für Fahrräder. Außerdem sei eine „großzügige Beleuchtung“ sowie eine Videoüberwachung vorgesehen. Die Kosten für die Park & Ride-Anlage sind mit 720.000 Euro veranschlagt. Die Gemeinde rechnet mit einem 430.000-Euro-Zuschuss von der Landesnahverkehrsellschaft sowie 75.000 Euro vom Landkreis Emsland.

Für weitere rund 170.000 Euro soll der Radweg entlang der Neudörpener Straße vom neuen Bahnhof bis zur B 70 von 1,90 auf 2,50 Meter verbreitert und besser beleuchtet werden. Für die Infrastruktur rund um den neuen Bahnhof wurden bei entsprechenden Ausgleichsmaßnahmen im Winter etwa 450 Bäume gefällt .

Die UWG stimmte dem Aufstellungsbeschluss für den entsprechenden Bebauungsplan als einzige Ratsfraktion nicht zu, sondern enthielt sich der Stimme. UWG-Fraktionschef Matthias Witte kritisierte, dass in den derzeitigen Planungen der Bau eines Radweges auf der Ostseite des neuen Bahnhofs für einen kürzeren Weg ins Industriegebiet vorerst nicht mehr vorgesehen sei. Bahnfahrer, die ins Industriegebiet wollten, müssten zweimal die B 70 überqueren. „Das ist für die UWG-Fraktion nicht hinnehmbar und steigert das Gefahrenpotenzial für Radfahrer“, so Witte.

Verwaltung und CDU-Fraktion betonten, dass der Verzicht nur vorläufig sei. Man wolle zunächst den Bau eines dritten Ladegleises für den Ausbau des Güterbahnhofes abwarten. Ein neuer Radweg würde während der Bauarbeiten in Mitleidenschaft gezogen und wäre wieder dahin, sagte Lager. „Da geht es auch um Steuergelder“, betonte CDU-Fraktionschef Josef Zumsande. Der Radweg werde aber auf jeden Fall gebaut, versicherte auch Bürgermeister Gerdes.

Gemeindedirektor Hermann Wocken zeigte sich überaus erfreut, dass der Bahnhof nun doch gebaut werde. Das Projekt sei seitens der Bahn zwischenzeitlich „mehrfach tot“ gewesen, sagte er am Freitag auf Nachfrage unserer Zeitung.