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„Deutsche Glasfaser“ ist interessiert Bald 100 Mbit/s in der Gemeinde Walchum?

Von Maike Plaggenborg, Maike Plaggenborg | 07.03.2017, 07:17 Uhr

Vom südlichen Emsland her pirscht sich die Unternehmensgruppe Deutsche Glasfaser nun an die Samtgemeinde Dörpen heran. Das Unternehmen verlegt die Leitungen direkt bis ins Haus und ist nun interessiert an Kunden in Wippingen, Heede, Dörpen und

Emsbüren bekommt eines, Salzbergen ebenso, außerdem Geeste, Spelle und Holthausen-Biene in Lingen: Die Deutsche Glasfaser Holding GmbH aus Borken im Münsterland arbeitet sich von Nordrhein-Westfalen über das südliche Emsland hoch und hat dem Rathaus in Dörpen bereits einen Besuch abgestattet, wie Erster Samtgemeinderat Heinz-Hermann Lager bei der Ratssitzung in Walchum mitteilte. „Die Deutscher Glasfaser ist ein neuer Anbieter auf dem Breitbandmarkt“, sagte Lager. Das Unterneh men arbeite ausschließlich mit Glasfaser und verlege eigene Netze – mit umfassendem Anspruch, wie die GmbH auf ihrer Webseite schreibt: „Ziel ist es, so schnell wie möglich eine Million Haushalte zu versorgen, dafür stehen 1,5 Milliarden Euro Investment bereit“. Sie gehört nach eigenen Angaben „zu den führenden deutschen Marktakteuren im FTTH-Ausbau“. FTTH steht für das englische „Fiber to the home“ und meint, dass die Glasfaserleitungen direkt bis ins Haus des Kunden verlegt werden – vorrangig „in ländlich strukturierten Regionen“, wie es weiter heißt.

40 Prozent der Haushalte müssen vorher zusagen

Damit das Unternehmen überhaupt beginnt, ein entsprechendes Netz zu errichten, braucht es vorab die Zusagen von Bürgern, die sogenannte Nachfragebündelung. Sagen mindestens 40 Prozent der Haushalte im geplanten Anschlussgebiet per Vertrag zu, dass sie Kunden der Deutsche Glasfaser werden wollen, wird das Netz gebaut. Im Unterschied zu den herkömmlichen Anbietern arbeitet sie – wie im Internet beschrieben – mit „Minimalaufwand“. Ziehen die Arbeiter Gräben, um Kabel zu verlegen, sind diese nur 15 bis 20 Zentimeter breit, dazu „relativ oberflächennah“, wie Lager erklärt. Das sei vergleichsweise kostensparend. Außerdem geht sie mit dem horizontalen Spül-Bohr-Verfahren vor. Die Gräben entstehen dann in einer Tiefe von 30 bis 80 Zentimetern nur unterirdisch, beschreibt das Unternehmen seine Vorgehensweise. Steht der Anschluss, wird für Kunden eine Internetgeschwindigkeit von 100 Megabits pro Sekunde (Mbit/s) verfügbar.

Vertrag mit der Gemeinde als erster Schritt

„Der erste Schritt wäre ein Vertrag mit der Gemeinde“, erläutert Lager das weitere, mögliche Vorgehen für Walchum. Die Kommune würde der Deutsche Glasfaser darin die nötigen Rechte einräumen, um die entsprechenden Straßen oder Wege bearbeiten zu dürfen. Keinen Hehl machte Lager dabei aus Beschwerden aus der Bevölkerung, von denen Kommunen im südlichen Emsland berichteten. Trotz der überwiegenden Vorteile würden die Arbeiten dennoch zeitweise zu Unannehmlichkeiten führen. Im Gemeinderat zeigte sich zum Thema ein positives Stimmungsbild. Der Internet-Anbieter habe sein Interesse seinerseits an Teilen der Gemeinden Wippingen, Heede, Dörpen und Walchum signalisiert. Nun sei es, so Lager, an den Gemeinden darauf zu reagieren.