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Bürgermeister im Alter von 55 Jahren verstorben Trauer um Heinz-Joachim Schmitz aus Neubörger

Von Gerd Schade | 14.02.2017, 19:42 Uhr

Mit Bestürzung ist im Emsland der plötzliche Tod von Heinz-Joachim Schmitz aus Neubörger aufgenommen worden. Durch den Tod des Landwirts und Bürgermeisters, der am vergangenen Samstag im Alter von nur 55 Jahren mitten aus dem Leben gerissen wurde, verliert die Region nicht nur einen engagierten Kommunalpolitiker, sondern auch einen Ehrenamtsträger in vielen landwirtschaftlichen Gremien.

Freundlich, bodenständig, professionell, im Dienst der Sache stets verbindlich, aber nie laut – diese Eigenschaften zeichneten das Wirken von Schmitz aus. „Mensch bleiben“ war ihm wichtig – für sich selbst, aber auch für andere. Was er zu sagen hatte, war niemals oberflächlich, sondern hatte immer Hand und Fuß. „Ich werde versuchen, die Erwartungen zu erfüllen“, hatte Schmitz versprochen, als er 2011 erstmals zum Bürgermeister seiner Heimatgemeinde gewählt wurde. Erst im vergangenen November war er einstimmig für eine zweite Amtszeit gewählt worden. Bürger, Vereine und Gruppen sollten unter seiner Regie weiter in der Mitte der Ratsentscheidungen stehen – so, wie sie es in seiner ersten Amtszeit getan hatten.

Der plötzliche Tod erschüttert auch die Samtgemeinde (SG) Dörpen zutiefst. „Wir sind fassungslos und trauern mit seiner Familie“, sagt SG-Bürgermeister Hermann Wocken (CDU).

Schmitz, der seine Ehefrau und drei Kinder hinterlässt, war seit mehr als 30 Jahren ehrenamtlich in der Kommunalpolitik engagiert. „Seit 1986 hat er die Entwicklung seiner Heimatgemeinde Neubörger aktiv mitgestaltet. Seine Amtszeit als Bürgermeister war sehr erfolgreich“, betont Wocken. Als Beispiele nennt der SG-Bürgermeister den Neubau der Landestraße 62 inklusive der vollständigen Neugestaltung der Ortsdurchfahrt im Rahmen der Dorferneuerung sowie die Sanierung des Kindergartens. „Den Neubau der Multifunktionshalle hat er maßgeblich auf den Weg gebracht. Außerdem hat er neue Formen der Bürgerbeteiligung eingeführt. Auf Samtgemeindeebene hat er sich vor allem im Bildungsbereich enorm eingebracht“, so Wocken.

Auch beim Landkreis Emsland löste die Nachricht Bestürzung aus. „Wir haben mit großem Bedauern vom plötzlichen und tragischen Tod von Heinz-Joachim Schmitz erfahren und sind mit unseren Gedanken bei seiner Familie“, erklärte Landrat Reinhard Winter (CDU).

Schmitz gehörte seit 2011 dem Kreistag an und war in dieser Zeit in zahlreichen Fachausschüssen und Gremien vertreten. Seit November 2016 bekleidete er das Amt des 1. Stellvertretenden Kreistagsvorsitzenden und hatte den Vorsitz des Schulausschusses inne.

Der Verstorbene war aber nicht nur kommunalpolitisch, sondern auch in mehreren landwirtschaftlichen Gremien ehrenamtlich aktiv, unter anderem seit dem Jahr 2000 als Vorstandsvorsitzender der Erzeugergemeinschaft Hümmling (EZG) mit Sitz in Lorup, als stellvertretender Vorstandsvorsitzender im Beratungsring Hümmling (seit 1994), als Präsidiumsmitglied im Genossenschaftsverband Weser-Ems (seit 2011) sowie als Vorstandsvorsitzender der Vereinigung der Erzeugergemeinschaften (VEZG, seit 2013). Die Hauptaufgabe der VEZG besteht neben einer aktiven Interessenpolitik vor allem darin, einmal wöchentlich in einem abgestimmten, gemeinschaftlichen Prozess Preisempfehlungen für die Bereiche Schlachtschweine, Sauen, Ferkel und Rinder zu ermitteln.

EZG-Geschäftsführer Bernd Terhalle fällt es sichtlich schwer, das über 27 Jahre andauernde Wirken von Schmitz in Worte zu fassen. Er habe mit seiner vermittelnden Art und Weitsicht Impulse für die Entwicklung der EZG gesetzt. „Ihm war es wichtig, möglichst viele Interessen zu bündeln, deshalb hat er sich auch auf übergeordneten Gremien eingesetzt“, betont Terhalle. Auch für die Mitarbeiter und deren Anliegen habe er immer ein offenes Ohr gehabt. „Sein Fehlen werden wir erst in der Zukunft merken“, so Terhalle.