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Bauprojekt gestartet Spatenstich für Gesundheitszentrum in Walchum

10.12.2015, 22:06 Uhr

Alt werden auf dem Lande? In der Gemeinde Walchum könnte das in Zukunft gut funktionieren. Um Senioren die Wege zu verkürzen, entsteht dort ein neues Zentrum mit Einkaufs- und Gesundheitsangeboten, Seniorenwohnungen und Parzellen für kleinere Häuschen. Nun erfolgte der erste Spatenstich für den zweiten von insgesamt vier Bauabschnitten.

„Das wird die neue Ortsmitte von Walchum, die sogar Leuchtturmcharakter hat“, sagt Samtgemeindebürgermeister Hermann Wocken. Denn es wird mit Mitteln des niedersächsischen Sozialministeriums aus dem Programm „Wohnen und Pflege“ gefördert. Bemerkenswert sei jedoch auch, dass es einem privaten Investor gelungenen sei, ein tragfähiges Konzept zu erarbeiten.

Das Vorhaben wird in vier Abschnitten umgesetzt. Mit der Eröffnung eines Discount-Marktes und Bäckerei-Filiale wurde im Februar 2015 bereits der erste Meilenstein gesetzt. Dieser Markt wirkt im Moment noch etwas alleingelassen. Doch schon mit den kommenden drei Bauabschnitten soll er Teil des neuen Dorfmittelpunktes. Das künftige Gesundheitszentrum wird nun in unmittelbarer Nachbarschaft als zweiter Baustein errichtet. Entwickelt haben das Projekt der Investor Ernst-Otto Cordes und Prokurist Hans Thünemann im Schulterschluss mit der politischen Gemeinde Walchum und dem Pflegedienst St. Barbara aus Heede. Eine Nutzfläche von 900 Quadratmeter ist vorgesehen.

Allgemeinmediziner wird Praxis eröffnen

Im Erdgeschoss werden ein Physiotherapeut und ein Allgemeinmediziner Platz finden. Letzterer konnte nach Angaben von Cordes bereits vertraglich verpflichtet werden. Da er allerdings noch abhängig beschäftigt ist, darf aktuell noch kein Name genannt werden. Zusätzlich sollen im Erdgeschoss auch ein Zahnarzt, ein Sanitätshaus, eine Fußpflege, eine Apotheke und eine Bankfiliale mit Selbstbedienungszone eingerichtet werden.

Pflegedienst St. Barbara bietet Tagesbetreuung

Im Obergeschoss wird auf einer Fläche von rund 400 Quadratmetern eine Tagesbetreuung durch den Pflegedienst St. Barbara aus Heede angeboten. „Wir betreiben seit Juli 2013 eine Tagespflege in Heede und wollen dieses Know-How auch hier gerne zur Verfügung stellen“, so Heimleiter Markus Schütte. Täglich könnten bis zu 15 Senioren und wöchentlich sogar bis zu 75 Gäste das Angebot nutzen.

Das Objekt wird sich nach Worten vom Architekten Hans Kuper deutlich von Funktionsbauten abheben. Es wird zum neuen Marktplatz ausgerichtet und neben den am NP-Markt verwendeten Klinker durch weiße Putz- und Fassadenflächen ergänzt. Besonders ansprechend wirkt die Arkadenarchitektur, die dem neuen Haus einen offenen Gebäudecharakter verleihen soll.

Landflucht eindämmen, Neubürger anlocken

„Ich bin froh und dankbar, dass ein Mittelständler dieses Vorhaben hier anpackt“, sagt Bürgermeister Hermann Schweers. Er zeigte sich überzeugt, dass das Konzept helfe, die vielzitierte Landflucht nicht nur einzudämmen, sondern helfe zusätzliche Bürger für den Ort zu begeistern.

Cordes spielte den Ball zurück an Schweers. Ihm und dem Rat sei es in den vergangenen Jahren gelungen, mit dem Ensemble des neuen Heimathauses, der Schule und Sporthalle und dem Kindergarten sowie Schützenheim ein ansprechendes Umfeld für Jung und Alt an zentraler Stelle zu schaffen.

Im kommenden Jahr soll mit den letzten beiden Bauabschnitten der Bereich Wohnen umgesetzt werden. 14 Parzellen mit Größen zwischen 500 und 700 Quadratmeter sollen für den Bau eigener kleiner altersgerechter Häuschen zu Quadratmeterpreisen von 60 Euro erschlossen werden. Außerdem ist die Errichtung von Seniorenresidenzen mit Wohnungsgrößen zwischen 75 und 100 Quadratmeter vorgesehen.