Ärzte sprechen von „Wunder“ Walchumerin Anka Sijtsema besiegt Bauchspeicheldrüsenkrebs

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Glücklich: Anka Sijtsema hat den Krebs besiegt. Mit ihrem Mann Bert freut sie sich auf die Zukunft. Foto: Lea BeckerGlücklich: Anka Sijtsema hat den Krebs besiegt. Mit ihrem Mann Bert freut sie sich auf die Zukunft. Foto: Lea Becker

Walchum/Papenburg. Im Mai 2017 erhielt die Walchumerin Anka Sijtsema (vormals Vodosek) die Diagnose Bauchspeicheldrüsenkrebs. Die Ärzte gaben ihr noch sechs Monate zu leben. Jetzt zum Jahresende 2017 gilt sie als krebsfrei und plant ihr neues Leben mit ihrem frisch angetrauten Ehemann Bert.

Sijtsema strahlt über das ganze Gesicht. „Das ist der Hammer, schöner geht es nicht“ sagt die 50-Jährige. Erst vor ein paar Monaten hat sie sich im Hospiz in Leer angemeldet, die Krankheit galt als nicht heilbar, die Beerdigung war bereits durchgeplant. „Für meine Krankheit gibt es keine Heilung, nur eine Lebensverlängerung mit wenig Qualität“, sagte sie noch im September im Gespräch mit unserer Redaktion. Doch das Ergebnis einer Computertomografie vor wenigen Tagen hat ihr Leben ein weiteres Mal völlig auf den Kopf gestellt – diesmal im positiven Sinne.

Glücklich trotz Krebs

Nach der Operation im Mai 2017, bei der ihr die erkrankte Bauchspeicheldrüse komplett entfernt wurde, hatten ihr die Ärzte mitgeteilt, dass sie an einer der aggressivsten Formen einer Krebserkrankung leiden würde. Eine Chemotherapie begann sie zunächst, entschied sich dann aber diese abzubrechen. „Wenn ich die Chemo gemacht hätte, wäre ich daran gestorben“, sagt Sijtsema heute.

(Weiterlesen: Nur noch wenige Monate zu leben: Walchumerin heiratet ihren Bert)

Stattdessen genoss sie das Leben mit ihrer großen Liebe Bert. Ihr Motto: Auch mit Krebs kann das Leben schön sein. Im September heiratete das Paar, immer im unklaren darüber, wie viel gemeinsame Zeit sie noch zusammen haben. Nach den sechs Monaten ging es Sijtsema, die vor der Hochzeit Ende September Vodosek mit Nachnamen hieß, immer noch gut, sie sprühte vor Lebenslust. Trotzdem wollte sie wissen, wie es in ihrem Körper aussah.

Überwältigendes Glücksgefühl

Die Nacht vor der Untersuchung sei fürchterlich gewesen, sie habe schlimmste Gedanken gehabet, berichtet die 50-Jährige. „Als ich im CT lag, bekam ich auf einmal so eine Angst. Ich dachte, wenn ich da rauskomme, ist alles zu spät“, erinnert sich die Walchumerin, die jetzt bei ihrem niederländischen Ehemann in Midwolda lebt. Sie hätte ein ganz komisches Gefühl gehabt. Als der Arzt sie hereinrief und sie bat sich zu setzen, machten sich die schlimmsten Befürchtungen bei der Krebspatientin breit.

Doch der Radiologe drehte den Bildschirm um und sagte, auf dem CT sei nichts zu sehen. „Das war ein riesiges, überwältigendes Glücksgefühl.“ So richtig geglaubt habe sie es aber noch nicht. Es ging weiter zur Onkologin, um die Tumormarker im Blut zu untersuchen, das Ergebnis sollte auf sich warten lassen.

(Weiterlesen: Walchumerin trotz Krebserkrankung glücklich)

Im Auto auf dem Heimweg wurden die Zweifel größer. „Ich dachte, das kann nicht sein, die haben sich geirrt, es muss noch was Schlimmes kommen“, erzählt die gelernte Krankenschwester. Als sie abends gemütlich, aber doch etwas angespannt auf dem Sofa saßen, klingelte plötzlich das Handy. Es war die Ärztin. „Mir ist das Herz in die Hose gerutscht.“ Wenn sie so spät noch anrufe, könne das nichts Gutes bedeuten.

Die Angst der Rückkehr des Krebs bleibt

Doch die Onkologin berichtete, dass ihr sogenannter Tumormarker ganz unten sei. Dementsprechend gäbe es momentan keine Anzeichen mehr für eine Krebserkrankung. „Nichts, alles weg“, sagt die 50-Jährige immer noch etwas erstaunt. Damit erfüllt sich ein großer Wunsch von Anka Sijtsema. „Mein Ziel war es, meiner Onkologin das CT auf den Tisch zu knallen und zu sagen: Da ist nichts.“

Sie ist sich aber auch im klaren, dass der Krebs wieder kommen kann. Die Heilung sei erst einmal nur vorübergehend, die Gefahr bestünde weiterhin. „Die Angst bleibt“, gesteht die vierfache Mutter. Sie dürfe aber nicht Überhand nehmen. Keiner wisse, ob und wann die Erkrankung zurückkommt. Aber es wisse auch keiner, warum er weg ist. „Die Ärzte sagen, es ist ein Wunder“, erklärt Sijtsema. Sie selbst macht ihre positive Lebenseinstellung und ihren Bert dafür verantwortlich. „Ohne ihn hätte ich es nie geschafft.“ Auch ihre Familie und Freunde seien eine Stütze gewesen.

Zeit, etwas Neues anzufangen

„Jetzt können wir vorausschauen“, freut sich Bert Sijtsema. Sie haben bereits damit begonnen, die gemeinsame Wohnung neu einzurichten. So richtig fassen könne er es aber immer noch nicht. Es müsse erst noch sacken. „Jetzt ist es eine andere Beziehung, eine andere Ehe“, erklärt Anka Sijtsema.

Sie habe zu allem wieder mehr Lust. Sie unternehmen viel und gehen ihrer großen Leidenschaft, dem Tanzen, nach. Einen Wunsch hat die 50-Jährige noch. „Ich möchte wieder einen Hund haben.“ Ihre Bonny hatte sie schweren Herzens nach der Krebsdiagnose abgegeben. Das quäle sie immer noch. „Jetzt ist es Zeit, etwas Neues anzufangen.“


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