Erstes Treffen mit Politik und Wirtschaft Groninger Hochschulnetzwerk startet in Dörpen

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Dörpen. Wissenschaft und Praxis im Austausch: Dafür ist im Februar 2017 die University of Groningen North West Germany (UGNWG) gegründet worden und war bis jetzt auf den medizinischen Bereich beschränkt. Nun soll der Austausch auch mit Firmen der Region stattfinden.

„Wir haben nur einen sehr ausgewählten Kreis eingeladen“, sagte Hermann Wocken (CDU), Bürgermeister der Samtgemeinde (SG) Dörpen und Vorsitzender des Beirates der UGNWG in seiner Ansprache. Und diese Einladung zum ersten Netzwerktreffen sei gut angenommen worden. Zentrale Ziele des Standorts der UGNWG im Papenburger Ärztehaus am Marien-Hospital, die eine hundertprozentige Tochter der Uni Groningen ist, seien die Rekrutierung von Studierenden wie auch der „Kontakt zur Uni, wenn es um Forschungs- und Entwicklungsaufträge geht“, so Wocken. Die UGNWG ist Ausdruck einer Kooperation zwischen Universität, der Stadt Papenburg und der Samtgemeinde (SG) Dörpen. Dort fand nun das erste Netzwerktreffen bei UPM Nordland statt. Künftig soll die Zusammenarbeit mit der Groninger Uni-Außenstelle auf die Bereiche Metall- und Maschinenbau, Energie und Mobilität/Logistik ausgeweitet werden.

Botschaftersystem für Firmen

Der Austausch zwischen Praxis und Wissenschaft soll über ein Botschaftersystem, das sich an Firmen richte, gestaltet werden, erklärte Harald Orfgen, Direktor der UGNWG, bei dem Treffen in Dörpen. Das Netzwerk solle mit Partnern in der Region aufgebaut werden. Diese könnten sich bei den Wirtschaftsförderern der beteiligten Kommunen – in Dörpen bei Heinz-Hermann Lager, in Papenburg bei Sabrina Wendt, melden, aber auch bei den Mitgliedern des Beirats sowie direkt im Büro der UGNWG in Papenburg. Beispielsweise könne das Netzwerk hilfreich sein, wenn eine Firma einen neuen Prozess entwickeln möchte, aber nicht über die dafür nötigen Labors verfügt. „Dann kann man auf uns zukommen“, sagte Orfgen.

Öffentlich-private-Partnerschaften

Auch Prof. Dr. Sibrand Poppema, Präsident der Rijksuniversiteit Groningen (RUG), betonte den Mehrwert der Kooperation mit Blick auf öffentlich-private Partnerschaften (ÖPP), in denen der Staat mit Unternehmen der Privatwirtschaft zusammenarbeitet. Als Antrieb für die Umsetzung von Projekten aus solchen Kooperationen sei die Finanzierung mit Steuergeldern „der schlechteste Grund“. Der Gewinn daraus ergebe sich beispielsweise aus den Möglichkeiten für die Studierenden. An der Uni Groningen gebe es ÖPP seit 1997. An der Forschung im Themenbereich Kohlenhydrate etwa beteiligen sich 19 private Firmen und acht Institute, wie Poppema weiter vorstellte.

Ein Roboter-System etwa, das Wasserballasttanks von Schiffen inspiziert, hat das Institute for Technology, Engineering & Management der Rijksuniversität, die in 2017 auf Platz 59 der Weltrangliste der Universitäten (Academic Ranking of World Universities) ist, für die Meyer Werft entwickelt. Das stellte Prof. Dr. Jacquelien Scherpen, Direktorin des Engineering and Technology Institute Groningen (ENTEG), vor.

Public Health und Antibiotikaresistenzen

Weitere Themen der Vorträge waren die öffentliche Gesundheit, über die Jochen O. Mierau von der wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät der RUG referierte. Er stellte die Arbeit der Aletta Jacobs School of Public Health vor, an der unter anderem zur Lebenserwartung in Abhängigkeit von ökonomischen Verhältnissen geforscht werde. Abschließend sprach der Mikrobiologe Prof. Dr. Alexander Friedrich über die Gefahren einer schlechten Krankenhaushygiene und stellte die Idee einer grenzübergreifenden Prävention von Antibiotika-Resistenzen vor. Jährlich gebe es in der EU 2,2 Millionen Infektionen mit resistenten Keimen, die 91.000 Todesfälle zur Folge hätten. „Infektionen sind kein Schicksal. Wir haben es selbst in der Hand“, sagte Friedrich, der auf die deutlichen Unterschiede zwischen Deutschland und den Niederlanden hinwies. „In den Niederlanden werden sie auf einer Intensivstation keinen Keim bekommen“, sagte er und formulierte diesbezüglich das Ziel für die Zukunft: „Die Grenzregion wird die sicherste Region in Europa.“


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