Maximal 16.000 Euro „Jung kauft Alt“: Lehe fördert Kauf von Altbauten

Zum 1.1.2018 tritt in Lehe die Förderrichtlinie „Jung kauft Alt“ in Kraft. Foto: Christian BellingZum 1.1.2018 tritt in Lehe die Förderrichtlinie „Jung kauft Alt“ in Kraft. Foto: Christian Belling

bell Lehe. Die Gemeinde Lehe schafft einen Anreiz für einen Kauf von Altbauten. In seiner letzten Sitzung hat der Rat das Förderprogramm „Jung kauft Alt“ verabschiedet.

„Wir haben nicht unendlich viele Baugrundstücke, viele junge Leher würden aber gerne im Ort bleiben“, teilt Bürgermeister Johann Mardink im Gespräch mit unserer Redaktion mit. Mit der Förderung soll die Attraktivität des Kaufes einer Altimmobilie in gewachsenen Wohngebieten als Alternative zum Neubau steigern. „Wir haben Probleme, ältere Häuser zu vermitteln und wollen mit dem Programm einem Leerstand vorbeugen“, erklärt Mardink. Zudem blieben alte Wohngebiete durch einen Generationenwechsel jung und dynamisch.

Mindestens 20 Jahre alt

Die Förderrichtlinie sieht vor, dass der Ankauf von Einfamilien- oder Doppelhäusern gefördert werden soll, die mindestens 20 Jahre alt sind und im Innenbereich der Gemeinde liegen. Keinen Zuschuss gibt es allerdings, wenn der Kaufpreis unter 50.000 Euro liegt. In den Genuss einer Finanzspritze der Gemeinde können Käufer kommen, die ihren Wohnsitz seit mindestens fünf Jahren in Lehe haben, einem Beruf im Ort als Arbeitnehmer oder Selbstständiger nachgehen oder in Vergangenheit für mindestens zehn Jahre ihren Lebensmittelpunkt in Lehe hatten und wieder zurückziehen möchten.

3500 Euro pro Kind

Die Förderhöhe sieht einen Grundbetrag von 2000 Euro vor. Zudem gibt es einen Zuschlag von 3500 Euro pro Kind. Die Maximalförderung liegt bei 16.000 Euro oder zehn Prozent der Investitionssumme. Mardink: „Wir haben dafür einen jährlichen Betrag von 30.000 Euro im Haushalt hinterlegt.“ Die Richtlinie tritt zum neuen Jahr in Kraft.

Allerdings gibt es auch Bedingungen, an die die Förderung geknüpft ist. So ist das gekaufte Haus innerhalb von 18 Monaten nach Förderbewilligung zu beziehen. Zudem muss das Wohnhaus mindestens fünf Jahre ab Einzug als Hauptwohnsitz genutzt werden. Innerhalb dieses Zeitraums darf die Immobilie auch nicht an andere zur Nutzung überlassen werden. Werden die Verpflichtungen nicht eingehalten, ist die Fördersumme zurückzuzahlen.

Lehe übernimmt Vorreiterrolle

Mardink sieht in der vom Rat beschlossenen Richtlinie eine Art Gleichberechtigung. „Schließlich unterstützen wir Bauwillige auch bei neuen Grundstücken.“ Nach Worten des Bürgermeisters übernimmt Lehe hinsichtlich der Bereitsstellung einer Förderung beim Kauf einer Altimmobilie eine Vorreiterrolle. „Wir sind eine der ersten Gemeinden, die ein solches Angebot bereithält. Ähnliches ist mir bislang nur aus Dörpen bekannt.“


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