Lost Places im Emsland Hobby-Fotograf von verlassenen Orten im Emsland fasziniert

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Steinbild. Andere gehen zum Ausgleich Joggen oder ins Fitnessstudio. Der Steinbilder Hobby-Fotograf Markus Tieben entspannt vom Beruf beim Fotografieren verlassener Häuser oder alter Fabrikhallen und Scheunen. Die besonderen Bilder veröffentlicht er im Internet.

„Ich habe schon früh begonnen, zu fotografieren“, sagt der 40-Jährige im Gespräch mit unserer Redaktion. Intensiver drückt er seit etwa einem Jahr auf den Auslöser und hat sich dabei nicht etwa auf Landschaftsfotografie, sondern auf das Ablichten verlassener Orte spezialisiert. „Die ersten Fotos dieser Art habe ich beim Transrapid gemacht“, erklärt Tieben, der seine Bilder auf einem eigenen Instagram-Account veröffentlicht und auch regelmäßig Fotos an den Betreiber der Facebook-Seite „Verlassene Orte Emsland und Umgebung“ schickt, die mittlerweile mehr als 8400 Fans hat.

Ohne exakte Ortsangabe

Dort sind auch Aufnahmen von anderen verlassenen Orten in der Region, allerdings immer ohne genaue Ortsangaben. „Die gebe ich von meinen Fotos auch nicht weiter“, so Tieben. Er wolle so unter anderem Vandalismus verhindern. „Außerdem verlieren die Orte ihren Charme, wenn zu viele Menschen herkommen“, sagt der Verwaltungsangestellte. Das mache für ihn auch die Faszination von verlassenen Orten aus.

Entspannt mit der Kamera: Der Steinbilder Markus Tieben. Foto: Christoph Assies

„Den Kick habe ich bekommen, als ich eine verlassene Maschinenbauhalle fotografiert habe und plötzlich auf freier Fläche in dieser großen Halle eine Birke gewachsen ist“,sagt der Steinbilder. „Es ist einfach faszinierend zu sehen, wie sich die Natur alles zurückholt.“ Die Objekte, die Tieben fotografiert, müssen „unberührt, aber auch mit ein wenig Leben sein“, sagt der Fotograf.

Nichts riskieren

Was er damit meint, wird deutlich, als Tieben ein verlassenes Haus an der Ems zeigt. Hier hat er schon mehrere Fotos gemacht. Seit 15 Jahren steht das Gebäude leer und ist der Natur überlassen worden. Holzdecken sind teilweise eingestürzt, Tapeten hängen von den Wänden und der Wind spielt mit den Gardinen, die durch die eingeschlagenen Fenster nach draußen wehen. Nur der Eingangsbereich ist betoniert, sonst haben die Zimmer des unterkellerten Hauses Holzboden.

Tieben macht vom Eingangsbereich aus Fotos von der alten Holztreppe, die nach oben führt. Betreten will er sie nicht. „Ich riskiere nichts, wer weiß, ob die nicht zu morsch ist“, sagt er. Am Ende bearbeitet er seine Aufnahmen am heimischen PC und heraus kommen Aufnahmen, die auch das Buchcover eines Krimi- oder Thrillers zieren könnten. (Weiterlesen: Lost Place in Lübbecke)

Objekte sind frei zugänglich

Als Eindringling will er sich nicht bezeichnen lassen. Er betrete nur Objekte, die frei zugänglich seien. „Ich habe teilweise an einigen Objekten auch schon Gespräche mit Eigentümern geführt, die mir dann etwas zur Geschichte des jeweiligen Gebäudes erzählt haben.“ Teilweise könne er auch stundenlang um ein Gebäude herumlaufen und sich die Details aus vergangenen Zeiten ansehen.

Auch wenn „jedes alte Haus knarzt“, hat Tieben mit Spukgeschichten, die auch gerne auf der Facebook-Seite „Verlassene Orte Emsland und Umgebung“ zu den Aufnahmen erzählt werden, „nichts am Hut“. Ihn interessieren nur die Impressionen und darum wird er weiterhin immer mit seiner Kamera und offenen Augen für verlassene Orte unterwegs sein.

(Weitergucken: Paar aus Hagen entdeckt verlassene Orte in ganz Europa)


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