„Pariot“ Start-Up aus dem Emsland Dörpener Brüder erfinden Box zur Vernetzung des Hauses

Von Daniel Gonzalez-Tepper


Dörpen. „Smart Home“, also die Vernetzung von Geräten im eigenen Zuhause, ist in der Welt der Technik derzeit ein großer Trend. Zwei junge Dörpener wollen dabei mitmischen: Sie haben „Pariot“ entwickelt, eine kleine Box, die unter anderem Fernbedienungen überflüssig machen soll.

„Wir wollen Smart Home für alle erschwinglich machen“, sagen Daniel und Marcel Hunfeld, die beiden Erfinder von „Pariot“ und Gründer des gleichnamigen Unternehmens mit Sitz an der Astrid-Lindgren-Straße in Dörpen. Im Haus der Eltern haben der 26-Jährige und sein 20 Jahre alter Bruder seit Anfang 2016 an der Technik getüftelt. Daniel Hunfeld ist studierter Wirtschaftsingenieur und kümmert sich bei „Pariot“ um die kaufmännischen Dinge sowie das Marketing, Marcel Hunfeld studiert derzeit Elektrotechnik und kennt sich mit Software-Entwicklung aus, hat deshalb auch die Fäden bei der Technik in der Hand.

Die Idee: Die kleine, grau-schwarze Zentrale von „Pariot“ wird beispielsweise im Wohnzimmer in der Nähe des Fernsehers aufgestellt und kann alle Infrarot-Fernbedienungen, also für TV; Sat-Receiver, Apple TV, BlueRay-Player oder Stereoanlage überflüssig machen. Selbst der 20 Jahre alte Röhrenfernseher kann in das System integriert werden. Auch Steckdosen, Lichtschalter oder der Regler des Heizkörpers können nachgerüstet, per Funk mit der Box verbunden und dadurch gesteuert werden. In der Küche ist eine Vernetzung von Kaffeemaschinen oder Toastern denkbar.

Steuerung über eine App oder über Sprache

„Gesteuert wird über eine Smartphone-App oder über Sprache mit Amazon Alexa“, erläutert Marcel Hunfeld. In späteren Versionen sollen dann mehrere Boxen miteinander verbunden werden können, falls die Reichweite zum Beispiel in einem großen Haus mit mehreren Etagen nicht ausreicht.

„Pariot“ kann neben Infrarot auch per Wlan, Bluetooth und Z-Wave (eine Funktechnik, die speziell für die Heimautomation erfunden wurde) kommunizieren, was das Einbinden weiterer Geräte und das Überbrücken größerer Entfernungen möglich macht. „Wir wissen, dass es im Bereich Smart Home viele verschiedene und nicht einen einheitlichen Standard gibt. Daher haben wir ,Pariot‘ mit vielen verschiedenen Standards bestückt“, sagt Marcel Hunfeld. Alleine der Einkauf der Lizenzen für die Funktechniken hat einige 1000 Euro verschlungen.

Crowdfunding-Kampagne ab dem 8. Oktober 2017

Inzwischen ist auch die Eintragung der Marke erfolgt, deshalb wollen die Brüder, die beide am Marianum in Meppen das Abitur gemacht haben, nun die Serienproduktion starten. Um diese zu finanzieren, beginnt am Sonntag, 8. Oktober 2017 eine sogenannte Crowdfunding-Kampagne, eine Art der Finanzierung, bei der sich viele kleine Geldgeber an einem Projekt beteiligen. Die Brüder Hunfeld haben sich für den Anbieter kickstarter.com entschieden. Dort kann ab diesem Tag für etwa 30 Tage ein Starterpaket vorbestellt werden, das neben der Zentrale von „Pariot“ die auch die Nutzung der App, mehrere Funksteckdosen, einen Lichtschalter, ein Heizungsthermostat und Bewegungsmelder inklusive ist.

Die ersten 100 Sets, die im Rahmen der Kampagne bestellt werden, kosten 199 Euro, die weiteren 100 dann 249 Euro. Danach beginnt die Produktion, mit der Auslieferung der Sets ist dann im Frühjahr 2018 zu rechnen. Später soll die Box 299 Euro kosten.

Mit ersten Erlösen professionelle Strukturen

Mit den ersten Erlösen wollen die Gründer dann auch die Strukturen des kleinen Unternehmens weiter professionalisieren, bisher finden das Zusammensetzen der Box und der Versand bei externen Dienstleistern statt. Wer über den weiteren Verlauf des Start-Ups informiert werden möchte, kann sich unter pariot.de für einen Newsletter anmelden. Dort wird ab dem 8. Oktober auch der Link zur Kickstarter-Kampagne zu finden sein.