Anwohner kritisiert Pläne Landkreis will 70 große Bäume an Straße in Dörpen fällen

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Dörpen. Der Landkreis möchte alle Bäume an der Neudörpener Straße in Dörpen fällen, wenn er Fördermittel für die Sanierung der Kreisstraße bekommt. Einer der Anwohner, die nun darüber informiert wurden, kritisierte die Pläne des Landkreises in der Gemeinderatssitzung.

„Ich war sehr geschockt“, sagte einer der Anwohner der Neudörpener Straße in der Einwohnerfragestunde der Ratssitzung, die mit elf Bürgern vergleichsweise gut besucht war. Der Mann sei kürzlich über das mögliche Vorhaben des Landkreises informiert worden, dass die Bäume auf beiden Seiten der K 112 entfernt werden sollen. So wie der Plan vorgestellt worden sei, sei er nicht einverstanden. Laut Beschlussvorlage beabsichtigt der Landkreis, die Straße einschließlich des Radweges von der B 70 bis zur Hauptstraße „von Grund auf zu erneuern“. Sie soll auf das Normmaß von 6,50 Metern verbreitert werden. Der Radweg soll auf 2,50 Meter verbreitert werden, weil er einen Hauptzuweg zum Bahnhof darstelle. Die Bäume seien eine Hauptursache für die Schäden an der Straße, auch am Radweg, und müssten auch den neuen Maßen weichen. Ihr „Verlust“ solle „an anderer Stelle“ kompensiert werden. Der Anwohner äußerte zudem Bedenken, dass die Neudörpener Straße nach der Sanierung wegen des optischen Eindrucks zu einer Rennstrecke werden könnte und fragte den Bürgermeister, ob es eine Möglichkeit gebe, die Planung zu überdenken.

Bäume zu entfernen ist „unumgänglich“

Bürgermeister Manfred Gerdes (CDU) aber verdeutlichte, dass es unumgänglich sei, die Bäume auf beiden Seiten zu entfernen. Viele Anwohner hätten sich in den vergangenen Jahren über den schlechten Zustand der Straße und des Radweges beschwert. „Wir als Gemeinde sind froh, dass der Kreis nach der K 157 nun die K 112 anpackt“, so Gerdes, der verdeutlichte, dass die Straße nur dann saniert werde, wenn es eine Förderzusage gebe. Einen entsprechenden Antrag wolle der Landkreis der Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr gemäß Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz vorlegen, heißt es weiter in der Beschlussvorlage. Bei einem positiven Bescheid könne demnach 2018 mit den Arbeiten begonnen werden. Die Anlieger wurden bereits Ende Juni in einer Anwohnerversammlung informiert.

Sanierung würde 800.000 Euro kosten

Direkte Beschwerden habe der Landkreis nicht erhalten, wie Sprecherin Anja Rohde auf Anfrage mitteilt. „Gespräche mit den Anliegern zeigen, dass es Meinungen gegen die Baumfällungen gibt, aber ebenso Wünsche nach weitergehenden Fällungen geäußert wurden.“ Nach weiteren Angaben Rohdes handelt es sich um etwa 70 Bäume. Zu deren Alter konnte sie keine Angaben machen. Nach derzeitiger Schätzung werde die Sanierung 800.000 Euro kosten. Der Förderbetrag würde sich im Fall einer Zusage auf 480.000 Euro belaufen, so Rohde weiter. Gerdes sagte abschließend: „Wir finden es auch schade, wenn die Bäume wegkommen“, allerdings seien die Pläne so. Die UWG--Fraktion bemängelte in einer Pressemitteilung zur Ratssitzung, dass sie zu Anliegerversammlungen des Landkreises nicht eingeladen werde und Bürger somit nicht informieren oder ihnen unterstützend zur Seite stehen könnte.


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