Hamburger Fremdenblatt von 1921 Heeder finden 96 Jahre alte Zeitung in antikem Stuhl


Heede. Elisabeth und Heinz Plogmann aus Heede haben einen antiken Stuhl gekauft und damit auch eine fast 100 Jahre alte Ausgabe des Hamburger Fremdenblattes bekommen. Sie verbarg sich in der Sitzfläche und ist Zeugnis einer besonderen Zeit. Die Plogmanns suchen nun einen würdigen Besitzer für die Zeitung.

„Was sollen wir privat damit?“, fragt sich Heinz Plogmann, bevor sein Kopf abermals in der fast 100 Jahre alten Zeitung versinkt. Zeile für Zeile fährt er die Worte mit dem Finger ab. Die Schrift ist sehr klein, die Buchstaben kleben mitunt

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Im Jahr 1907 kaufte der Verleger Albert Broschek das Hamburger Fremdenblatt, das aus der 1828 gegründeten „Fremdenliste“ hervorgegangen war. In den Folgejahren nach Broscheks Übernahme vervielfachte er die Auflage des angesehenen liberalen Blattes bis Mitte der 1920er Jahre auf 150.000 Stück – auch Mithilfe technischer Neuerungen im Druck. Berichtet wurde auch von Korrespondenten aus europäischen Hauptstädten, den USA und China. Für das Feuilleton schrieben unter anderem Stefan Zweig, Bernard Shaw oder H.G.Wells.

In dem Verlagshaus arbeiteten mehr als 1000 Menschen. 1936 wurde die Familie Broschek durch das nationalsozialistische Regime enteignet, 1952 erhielt sie ihre Gesellschaftsanteile zurück. Das „Fremdenblatt„ existierte nicht mehr. Dennoch entstanden hier bis weit in die 1970er Jahre mitten in der City in großen Auflagen Druckerzeugnisse aller Art.

Quelle: Faltblatt „Broschek-Haus – Vom expressionistischen Verlagshaus zum modernen Hotel“, Renaissance Hamburg Hotel

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