Shahin Loulia stellt Fotos aus Dörpen: Flucht und Religion in Kunstwerken

Offiziell eröffnet wurde die Fotoausstellung von Shahin Loulia (Mitte) im Dörpener Rathaus von (von links) Ursula Duhme, stellvertretende Vorsitzende des Kulturfördervereins, Ordnungsamtsleiter Gerd Klaas, Franz Krull und Axel Rindler, Leiter der Christus Kirche Dörpen. Foto: Jennifer KemkerOffiziell eröffnet wurde die Fotoausstellung von Shahin Loulia (Mitte) im Dörpener Rathaus von (von links) Ursula Duhme, stellvertretende Vorsitzende des Kulturfördervereins, Ordnungsamtsleiter Gerd Klaas, Franz Krull und Axel Rindler, Leiter der Christus Kirche Dörpen. Foto: Jennifer Kemker

Dörpen. Der 23-jährige Shahin Loulia aus Dörpen stellt seine Fotografien bis Ende Juli im Dörpener Rathaus zu den Öffnungszeiten aus. Sein Ziel: Die Umwelt lebendig und mit Seele darzustellen.

„Wenn man sich die Bilder anschaut, fällt einem sofort die Dunkelheit auf“, sagte Ordnungsamtsleiter Gerd Klaas bei der Ausstellungseröffnung. Der Betrachter müsse aber genau auf die Details schauen. Auf der einen Seite habe die Atmosphäre der Bilder damit zu tun, dass Loulia Christ ist. „Die Fotografien zeigen, dass Sie als Christ leben und mit Kirchen und dem Christentum zu tun haben“, sagte Klaas.

Flucht nach Deutschland dauerte ein Jahr

Eine lange Reise hat der 24-Jährige bereits hinter sich. Rund ein Jahr war der Iraner unterwegs bis er im März 2016 nach Deutschland kam und in Dörpen untergebracht wurde. „Die Reise war sicherlich nicht ganz einfach“, so Klaas, „wie man auf den Bildern sieht, die für sich sprechen.“

Seit vier Jahren fotografiere der 23-Jährige bereits, der in einer muslimischen Familie im Iran aufgewachsen ist. Nach dem Abitur habe er zwei Jahre Architektur studiert. Danach folgten verschiedene Praktika, unter anderem auch im Papenburger Fotostudio Kroll. Zu seinen Hobbys zählen die Fotografie, Mundharmonika spielen und Deutsch lernen.

Konvertierung im Iran ist ein Problem

Mit 21 Jahren hat sich der Künstler zum Christentum bekannt. Da ein Leben im Iran als vom Islam konvertierter Christ mit vielen Problemen und Verfolgung verbunden ist, habe Loulia sein Vaterland und seine Familie hinter sich gelassen und ist mit seinem Bruder nach Deutschland geflohen. „Als Fotograf versuche ich, die Welt um mich herum zu entdecken“, sagte er. „Menschen, denen ihre Vergangenheit gestohlen wurde, versenken sich oft tiefer in ihre Kunst.“


Geöffnet hat das Dörpener Rathaus montags bis mittwochs von 8 bis 12.30 Uhr und von 14.30 bis 16 Uhr, donnerstags von 8 bis 12.30 Uhr und von 14 bis 16 Uhr sowie freitags von 8 bis 12 Uhr.

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