Mit Barhocker geschlagen Drei Wochen Arrest für 19-jährigen Schläger

Von Jennifer Kemker

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Drei Wochen Arrest hat ein 19-Jähriger wegen einer Schlägerei erhalten. Symbolfoto: dpaDrei Wochen Arrest hat ein 19-Jähriger wegen einer Schlägerei erhalten. Symbolfoto: dpa

Neulehe. Für drei Wochen muss ein 19-Jähriger aus dem nördlichen Emsland in den Dauerarrest, weil das Jugendgericht es für erwiesen angesehen hat, dass er in der Diskothek Steffens in Neulehe zwei Gäste mit einem Barhocker verletzt hat.

Laut Anklage hatte der Beschuldigte nach einer verbalen Auseinandersetzung in der Diskothek einen der beiden Geschädigten in den Schwitzkasten genommen. Als sich der junge Mann befreien konnte, griff der 19-Jährige zu einem Barhocker und warf ihn in Richtung der Geschädigten, wo auch noch weitere Personen standen. Weil einer der Opfer eine Bierflasche in der Hand hatte und sie beim Angriff mit dem Hocker zerbrochen ist, trugen beide Männer Schnittwunden an den Händen davon.

Der Angeklagte sagte aus, dass einer der Männer mit einer jungen Frau gesprochen hatte, die die Freundin seines besten Freundes war. Dieser soll ihm signalisiert haben, dass er es nicht gut fand, dass die 21-Jährige mit anderen Männer sprach. Daraufhin sei der Angeklagte zu der Gruppe gegangen, um nach ihren Namen zu fragen. Plötzlich habe er „irgendetwas an den Kopf bekommen“. Ob es ein Schlag oder ein Gegenstand war, daran konnte er sich vor Gericht nicht mehr erinnern. Schließlich habe er den Barhocker genommen und ihn in Richtung der Männer geworfen.

Die beiden Geschädigten bestätigten den Vorfall. Weil sie die junge Frau kannten, hätten sie sich mit ihr unterhalten. Auf einmal sei der 19-Jährige gekommen, habe rumgepöbelt und einen von beiden in den Schwitzkasten genommen. Im nächsten Moment sei auch schon der Hocker geflogen.

Die 21-Jährige und ihr 20-jähriger Freund konnten sich vor dem Jugendgericht nur an einen Faustschlag erinnern, den der Angeklagte abbekommen haben soll, bevor er zum Barhocker gegriffen hatte. Nach den Worten des Richters sei es schwer nachvollziehbar, dass sie sonst nichts mehr mitbekommen hätten.

Einschlägig vorbestraft ist der 19-Jährige bereits wegen ähnlicher Taten. Die Staatsanwaltschaft sah es nach der Beweisaufnahme als erwiesen an, dass sich der Beschuldigte der gefährlichen Körperverletzung mit einem Werkzeug schuldig gemacht hat. Beide Opfer hätten den Sachverhalt glaubhaft und detailreich wiedergegeben. Nicht nur der Angeklagte, sondern auch die übrigen Zeugen tappten in ihren Schilderungen eher im Dunkeln, wie die Staatsanwaltschaft ausführte. Nach dem Jugendstrafrecht beantragte der Staatsanwalt einen Dauerarrest von drei Wochen. Die Nebenklägervertretung und der Jugendrichter schlossen sich dem Antrag an.


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