Ein Glücksfall für das Emsland Dörpen und Papierproduktion gehören seit halbem Jahrhundert zusammen

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Mit drei Hammerschlägen besiegelte die Baronin Ulla von Troil im September 1967 die Grundsteinlegung für die Papierfabrik in Dörpen. Foto: UPM Nordland PapierMit drei Hammerschlägen besiegelte die Baronin Ulla von Troil im September 1967 die Grundsteinlegung für die Papierfabrik in Dörpen. Foto: UPM Nordland Papier

Dörpen. Was im September 1967 mit der Grundsteinlegung für die Nordland Papier GmbH in Dörpen im damals als „Armenhaus der Republik“ verschrienen Emsland begann, hat sich als aktuell größte Feinpapierfabrik in Europa etabliert.

Und das in einem Markt, der ohnehin starken Schwankungen unterworfen und im digitalen Zeitalter durch ein sich veränderndes Mediennutzungs- und Leseverhalten rückläufig ist. Aber Dörpen behauptet sich. In der Fabrik, die zum finnischen UPM-Konzern gehört, produzieren rund 1350 Mitarbeiter bis zu 1,4 Millionen Tonnen Schreib- und Druckpapier. Nach den Worten von Nordland-Papier-Werkleiter Klaus Reimann glaubt UPM weiter fest an das Produkt Papier.

So war es auch vor mehr als 50 Jahren. Von Anfang an spielten dabei die Finnen eine bedeutende Rolle. Als einer der größten Zellstoffproduzenten des Landes stellte die „Oy Kaukas Ab“ Markt- und Standortuntersuchungen für eine Feinpapierfabrik im nördlichen und mittleren Europa an. Den Skandinaviern ging es darum, ihren Absatz an Zellstoff zu sichern.

Außer Dörpen schafften es zwei weitere Standorte in die engere Auswahl. Als eindeutige Standortvorteile für das Emsland kristallisierten sich die niedrigen Grundstückspreise, eine gute Transportanbindung, ein ergiebiges Wasserreservoir sowie ein hohes Potenzial an Arbeitskräften heraus. Hinzu kam, dass der Bundestag mit dem Emslandplan von 1950 beschlossen hatte, die bis dahin strukturschwache Region zu fördern. Bei der Politik rannten die Finnen auf allen Ebenen offene Türen ein.Die entscheidenden Ansiedlungsverhandlungen fanden am 7. November 1965 in Helsinki statt. Die Interessen auf deutscher Seite vertraten der im vergangenen Jahr verstorbene damalige Oberkreisdirektor des Landkreises Aschendorf-Hümmling, Hans Tiedeken, und der Direktor der Emsland GmbH, Georg Sperl. Bei den Finnen, bei denen mit der Kymmene Aktiebolag inzwischen ein weiteres Unternehmen mit im Boot saß, sprach der spätere Nordland-Chef Veijo Valve ein gewichtiges Wörtchen mit. Gut drei Monate später wurden in Papenburg die Ansiedlungsverträge für das knapp 45 Hektar große Werksgelände im Dörpener Industriegebiet unterzeichnet.

Den Grundstein von Nordland Papier legte die Baronin Ulla von Troil. „Auf diesen Augenblick hatte das halbe Emsland seit Jahren gewartet“, schrieb die Ems-Zeitung damals. Tiedeken wagte in seiner Festrede einen Vergleich mit den USA: „In Amerika heißt es: Was gut ist für Ford, ist auch gut für Amerika. Im nördlichen Emsland möge es bald heißen: Was gut ist für Nordland, ist auch gut für das Emsland.“ Gründung und Grundsteinlegung riefen seinerzeit ein großes Medienecho hervor.Ab Juni 1968 stellte Nordland Papier die ersten 400 Mitarbeiter ein, die das Werk mit dem Start der Papierproduktion im Frühjahr 1969 brauchte. Heute sind es mehr als dreimal so viele. Das Dörpener Werk sei dank hoher Leistungsbereitschaft und Kontinuität einer der wettbewerbsfähigsten und modernsten Betriebe innerhalb der Branche. Dabei sei sich das Unternehmen stets auch seiner sozialen Verantwortung bewusst. Der Dörpener Samtgemeindebürgermeister Hermann Wocken (CDU) bezeichnet die Ansiedlung als einen „Glücksfall für die Region“.


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