Unternehmen gibt aber nicht klein bei Werberat unterlässt Rüge für Zweirad Hackmann in Dörpen


Dörpen. Das Dörpener Zweiradfachgeschäft Hackmann muss keine Rüge mehr durch den Deutschen Werberat befürchten. Das erklärte eine Sprecherin des Gremiums auf Anfrage unserer Redaktion.

„Das Unternehmen hat sich nach unserem schriftlichen Hinweis einsichtig gezeigt und uns gegenüber erklärt, das Werbemotiv nicht länger zu verwenden“, sagte Julia Busse, Sprecherin des Deutschen Werberat, im Gespräch mit unserer Redaktion. Ihre Organisation hatte im Juni das Unternehmen angeschrieben und darauf hingewiesen, dass ein großes Banner an der Bundesstraße 70, das den verlängerten Rücken einer Frau in Hotpants auf einem Fahrradsattel zeigt und den Spruch „Die geilsten ,Schnapper‘ gibt’s bei uns“ enthielt, gegen die Verhaltensregeln des Werberates verstößt. Das Motiv sei sexistisch, herabwürdigend und diskriminierend, hieß es.

Der Rat hatte darauf hingewiesen, dass „in der kommerziellen Werbung keine Aussagen oder Darstellungen verwendet werden dürfen, die Personen mit Objekten gleichsetzen, auf ihre Sexualität reduzieren oder ihre sexuelle Verfügbarkeit nahelegen.“ Im vorliegenden Fall würde der Beschwerde zufolge der „sexistische Gesamtcharakter“ durch den Slogan zusätzlich verstärkt.

Erst im frühen Herbst entfernt

Geschäftsführer Thomas Hackmann und sein Bruder Jürgen hatten die Kritik unserer Redaktion gegenüber zurückgewiesen. Beide kündigten an, es zunächst nicht abnehmen zu wollen. Folgerichtig hing es auch etwa zehn Wochen nach dem Schreiben vor dem neu gebauten Unternehmenssitz an der Ecke B70 / Rägertstraße, erst im frühen Herbst wurde es durch ein neues Motiv ersetzt.

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Für den Werberat ein Vorgehen, das nicht beanstandet wird. „Für uns steht im Vordergrund, dass sich das Unternehmen geäußert hat und in der Sache auch bewegt. Das ist nämlich in vielen Fällen, die wir verfolgen, nicht der Fall“, erklärt Busse, und ergänzt: „Natürlich hätten wir es begrüßt, dass das Plakat schneller abgehängt worden wäre.“ Die Sprecherin schloss nicht aus, dass der Fall wieder aufgerollt wird, sollte das Plakat noch einmal aufgehängt werden. „Wir bleiben da am Ball und können einen langen Atem haben“, sagte Busse.

Unternehmen lässt sich nicht einschüchtern

Eine Ankündigung, die Jürgen Hackmann, bei dem Zweiradhandel fürs Marketing zuständig ist, nicht beunruhigt. „Wir haben das Plakat zwar abgehängt, es aber nicht vernichtet, sondern eingelagert. Es kann unter Umständen sein, dass es noch einmal irgendwo verwendet wird, beispielsweise, wenn wir einen Notstand an sommerlichen Motiven haben“, stellt Hackmann klar. Er schließt auch nicht aus, neue Motive zu entwickeln, bei denen beispielsweise ein Dekolleté einer Frau zu sehen ist. „Wir lassen uns in unserem Vorgehen nicht einschüchtern, nur weil irgendjemand aus Berlin sich bei uns gemeldet hat“, erklärt der Marketing-Fachmann.

Dass das Motiv bei einigen auch auf größere Zustimmung stößt, zeigt laut Hackmann ein Vorfall im August, als mehrere Männer versucht hätten, das Plakat zu stehlen. „Die Gummibefestigungen waren bereits zerschnitten und das Plakat zusammengerollt. Eine Überwachungskamera hat einen Teil der Aktion sogar aufgezeichnet. Sie wurden allerdings gestört und haben es daraufhin liegengelassen“, berichtet Hackmann.

Der Deutsche Werberat ist eine selbstdisziplinäre Einrichtung der deutschen Werbewirtschaft. Getragen wird er von deren Verbänden, Medien, Agenturen, der Marktforschung und den Werbeberufen.


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