65 Jahre im Dienst Pastor Brinkmann aus Heede feiert Eisernes Priesterjubiläum


heid Heede. „Adsum“ – Hier bin ich. Ich bin bereit. Mit diesem Treueversprechen hat Johannes Brinkmann sein Leben vor 65 Jahren in den priesterlichen Dienst für Gott und die Menschen gestellt. Am Mittwoch, 30. November, feiert der 90-jährige Seelsorger und Ehrenbürger der Gemeinde Heede das Eiserne Priesterjubiläum.

„Die Nerven lagen blank, und ich konnte vor Aufregung fast nicht mehr aufrecht gehen“, erinnert sich Pastor Brinkmann an den 30. November 1951. An diesem Tag, dem Fest des Heiligen Andreas, wurde er mit neun weiteren Diakonen in der St. Johanniskirche zu Osnabrück vom damaligen Erzbischof Hermann Wilhelm Berning zum Priester geweiht. Seine Primiz feierte der Neupriester am 8. Dezember, dem Hochfest Mariä Empfängnis, in der Propsteikirche St. Vitus in Meppen. Nach verschiedenen Aufgaben als Kaplan, als Spiritual am bischöflichen Konvikt in Meppen sowie als Pastor in der Osnabrücker Pfarrgemeinde St. Bonifatius, war der Geistliche 20 Jahre lang als Frauenseelsorger der Diözese Osnabrück tätig.

Täglich im Beichtstuhl anzutreffen

Fest verwurzelt mit dem Ort Heede ist Pastor Brinkmann seit 35 Jahren. Von 1981 bis zu seiner Pensionierung im Jahr 2000 war er leitender Pfarrer der katholischen Kirchengemeinde St. Petrus in Ketten. Ausruhen kam für den Kirchenmann, dem die Verehrung der Gottesmutter und die Gebetsstätte in Heede immer eine Herzensangelegenheit gewesen ist, jedoch auch danach nicht in Frage. Bis heute unterstützt er die Hauptamtlichen, wo er kann und gebraucht wird. „Ich war noch nie so sehr Priester wie jetzt im Ruhestand“,  erzählt der Jubilar, der fast täglich im Beichtstuhl anzutreffen ist. In vertrauensvollen Gesprächen erlebt er dort nach eigenen Worten den Reichtum des Priesterdaseins am meisten. Niemandem Hindernisse in den Weg legen, ist beim Bußsakrament sein wichtigstes Anliegen. „Wer bin ich, dass ich über denjenigen, der Gott von Herzen sucht, richte?“, sagt der Geistliche und erinnert hierbei an ein Zitat von Papst Franziskus.

Zu Beginn noch Gottesdienste in lateinischer Sprache

Brinkmann ist der einzige noch lebende Priester seines Weihekurses und der einzige Geistliche in der Diözese Osnabrück, der in diesem Jahr das Eiserne Priesterjubiläum feiert. Er ist ein Zeitzeuge, der im Laufe seines priesterlichen Lebens zahlreiche Veränderungen in der Kirche miterlebt hat. Zu Beginn seines Wirkens wurden die Gottesdienste noch in lateinischer Sprache gehalten. Dies änderte sich in den sechziger Jahren mit der Liturgiereform nach dem II. Vatikanischen Konzil. Später wurde aufgrund des immer rückläufigeren Priesternachwuchses die kirchliche Laienarbeit ausgeweitet. Neuerungen und Veränderungen hat Pastor Brinkmann stets offen gegenüber gestanden. „Im Grunde genommen hat man es ja eingesehen“, so der Geistliche, der seinen Schritt zum Priestertum zu keiner Zeit infrage gestellt hat. „Gott hat mir die Gnade geschenkt, trotz aller Umwälzungen weder an meinem Glauben, meinem Beruf noch an meiner Berufung zu zweifeln“, fügt er hinzu.

Den allgemeinen rückläufigen Trend bei den Zahlen der Kirchgänger kann man seiner Ansicht nach nicht an einem bestimmten Punkt festmachen. „Eine Entwicklung, mit der wir fertig werden müssen“, erklärt der Seelsorger, der fest davon überzeugt ist, dass Gott zu jedem Menschen einen direkten Draht hat und auf diesem auch funkt. Sein Motto ist es daher, nicht zurück, sondern nach vorne zu blicken. Wenn es für ihn persönlich noch eine Weile so weiter geht, hat er nichts dagegen: „Im Himmel kann ich noch lange genug sein.“

Festhochamt am Sonntag

An seinem Ehrentag feiert Pastor Brinkmann am Mittwoch um 15 Uhr die Heilige Messe in der Marienkirche. Das Festhochamt mit der ganzen Gemeinde und anschließendem Empfang im Haus Sankt Josef findet am kommenden Sonntag, 4. Dezember, um 10 Uhr in der Marienkirche statt. Das schönste Geschenk, das die Heeder dem Jubilar machen können, ist „eine volle Kirche mit vielen Jugendlichen und Kindern unter den Mitfeiernden“.


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