Stimme der Frauen auf dem Land „Landfrau des Jahres“ aus Lehe sieht Titel als Ansporn

Von Henrik Schulte


hesh Lehe. Seit vielen Jahren macht sich Agnes Rösing aus Lehe für die Stimme der Frauen auf dem Land stark und setzt sich für die Integration ihrer Ideen in den politischen Alltag ein. Die bundesweite Auszeichnung als „Landfrau des Jahres“ kam für sie dennoch überraschend.

Der Titel war der Vorsitzenden des Kreislandfrauenverbandes Aschendorf-Hümmling in der vergangenen Woche auf dem deutschen Landfrauentag in Erfurt verliehen worden. Im Gespräch mit unserer Redaktion erklärt Rösing, dass sie die Auszeichnung als Ansporn sieht und was es heißt, Landfrau zu sein.

Die gebürtige Heederin managt zusammen mit ihrem Mann den landwirtschaftlichen Betrieb und die Anliegen vieler Frauen aus dem nördlichen Emsland. Als Verbandsvorsitzende organisiere sie seit zehn Jahren die Zusammenarbeit der weiteren Vorstands- und Vereinsmitglieder und bringe so die vielen Ideen und Anliegen unter einen Hut, erklärt Rösing.

„Die Auszeichnung kam für mich sehr überraschend“, sagt die Landwirtin. „Bis zum Schluss wusste ich nicht, dass ich vorgeschlagen war.“ Vor einer fünfköpfigen, unabhängigen Jury, deren Mitglieder sich aus verschiedenen Gremien zusammensetzen, behauptete sie sich erst gegen Bewerberinnen aus allen Landfrauenverbänden der verschiedenen Bundesländer und später gegen zwei andere Favoritinnen in der engeren Auswahl. Der diesjährige deutsche Landfrauentag stand unter dem Motto „Landfrauen tragen Verantwortung“.

Kräutergarten als „Quelle der Kreativität“

Verantwortung trägt die Hobby-Gärtnerin in vielerlei Hinsicht. Nicht nur ihre zahlreichen Projekte, die sie als Landfrau mit ihrem Team initiiert, sondern auch die Arbeit auf dem Hof und in ihrem Kräutergarten, ihrer „Quelle der Kreativität“, verlangen von Rösing ein hohes Maß an Verantwortung. Das sah auch die Jury so und kürte sie auf der Veranstaltung mit Landfrauen, Politikern und Pressevertretern aus der ganzen Republik zur „Landfrau des Jahres“.

Dennoch will Rösing so weitermachen wie bisher. Der Titel stehe nicht für sie, sondern für die Arbeit der Landfrauen, erklärt sie. Sie sieht darin eine Möglichkeit, Aufmerksamkeit zu erregen und die Meinungen der Landfrauen auf die politische Agenda zu bringen.

Denn die Themen der Landfrauen sind zu einem großen Teil politischer Natur. „Zwar können wir auch sehr gut Kuchen backen“, erklärt Rösing, „aber eben nicht nur Kuchen backen“. Es ginge ihr und den übrigen Vorstandsmitgliedern um mehr Gerechtigkeit, um politische Begriffe wie „Equal Pay“, der Forderung nach geschlechtsunabhängigem Lohn für gleiche Arbeit, so Rösing.

Ernährungssicherheit und Verbraucherbildung

Auch Ernährungssicherheit und Verbraucherbildung sind ein Thema. Deswegen organisieren die Landfrauen Aktionen wie „Frühstück sucht Gast“, bei der auf lokalen Höfen zum Frühstück eingeladen und dann die Arbeit auf dem Hof anschaulich gemacht wird. „Die Aufklärung ist ein wichtiger Bestandteil unserer Arbeit. Wir geben uns Mühe, die Verbraucher von Klein auf richtig zu informieren“, konkretisiert Rösing. Deshalb findet durch Aktionen wie „Kochen mit Kindern“ oder „das grüne Klassenzimmer“ auch eine enge Zusammenarbeit zwischen den Landfrauen und den ansässigen Grundschulen statt.

Für Jung und Alt Initiative zu ergreifen, sieht Agnes Rösing als den Kern ihrer Arbeit. „Wir müssen die Arbeit breit streuen, Aufmerksamkeit generieren und den Stein ins Rollen bringen“, beschreibt sie ihr Tun.

Teamarbeit wichtig

Herzlich lädt sie alle, egal aus welchem Berufsfeld, ein, sich bei Interesse im Landfrauenverband zu engagieren. „Nur ein gutes Team macht unseren Erfolg möglich“, appelliert Rösing an Interessenten aus dem Kreis Aschendorf-Hümmling. Weitere Infos zum Verband gibt es auf der Internetseite der Vereinigung .


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