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Funde in Wippingen und Dörpen Polizei warnt vor mutmaßlichen Giftködern


Wippingen/Dörpen. Bürger aus Wippingen und Dörpen hatten sich bei der Polizei gemeldet, weil sie auffällige Fleischbällchen gefunden haben, die präpariert waren. Es handelt sich womöglich um vergiftete Köder.

Es ist bereits Nacht, als Martin Rosen in Wippingen mit seinen Hunden – einem erwachsenen und einem Welpen – noch einmal vor die Tür geht. Der letzte Gang des Tages endet mit einem Schrecken, als der größere der beiden Vierbeiner mit einer kleinen Bulette im Maul zum Herrchen kommt. Denn Rosen fällt auf, dass sich kleine, rote Kügelchen im Fleisch befinden. „Womöglich ist das Rattengift“, vermutet Rosen im Gespräch mit unserer Redaktion. Es ist das erste Mal, das ihm womöglich vergiftete Köder unterkommen. „Mit den Hunden ist das die eine Geschichte, aber weil es Frikadellen sind, ist es auch für Kinder gefährlich“, sagt Rosen, dem die vermutlich schädlichen acht bis zehn Snacks in der Nähe der Volksbank aufgefallen sind. Am Tag darauf bringt er sie zu seiner Tierärztin Heidi Nachtsheim nach Rhede.

Preis für private Untersuchungen rund 100 Euro

„Es sind definitiv präparierte Frikadellen“, sagt die Veterinärin. Nur womit, das weiß sie noch nicht, möchte das allerdings über die Giftzentrale Göttingen begutachten lassen, „aller Voraussicht nach“ zumindest, denn die Kosten dafür wird sie wohl selber tragen müssen, wie sie erzählt. Der Preis liege bei rund 100 Euro. Das Veterinäramt habe ihr ein Labor mitgeteilt, das für diese Art Untersuchungen tätig wird, falls eine amtliche Anordnung vorliege. Die aber wird es nicht geben, denn es ist „kein Schadensfall eingetreten“, sagt ein Sprecher der Polizei Papenburg, soll heißen: Kein Tier ist verletzt oder tot. Dem tatsächlichen Inhalt der Fleischbälle wird damit auf offiziellem Wege nicht auf den Grund gegangen, dennoch seien Ermittlungen aufgenommen worden, teilte Polizeisprecher Achim van Remmerden mit. „Ob es sich um vergiftete Köder handelt, wissen wir nicht, aber der Verdacht liegt nahe“. Jetzt könne man die Hundehalter nur warnen, die Tiere möglichst an der Leine zu halten.

Zweiter Fall in Dörpen aufgetaucht

Bereits gewarnt ist Heike Hochegger aus Dörpen, als sie sich am Mittwochabend mit ihrem Hund in den Bürgerpark aufmacht. Kurz zuvor hatte ihr ein Bekannter – ebenfalls Hundebesitzer – von seinem Besuch beim Tierarzt erzählt, weil sein Hund vermutlich vergiftete Köder im besagten Park gefressen hatte. „Ich schau mal selber nach“, hatte sich Hochegger gedacht und wurde fündig. „Der Hund zog direkt schnüffelnd auf die Wiese“, sagt sie und findet dort ebenfalls Fleischfrikadellen, allerdings mit weißen Kügelchen darin, zusätzlich angerichtet mit Hundetrockenfutter und etwas Hühnerklein.

„Die Verrückten nicht zum Agieren bringen“

Grundsätzlich gebe es auf dem Land viel mehr Vergiftungsfälle, so Nachtsheim, „weil hier viel mehr Gifte verwendet werden“ – Rattengifte etwa oder auch Pestizide. Zuvor habe sie in einer Stadt praktiziert und deutlich weniger mit solchen Behandlungen zu tun gehabt. Vorsicht sei ihrzufolge in Sachen mutwillige Giftköder dennoch geboten. Nachtsheim empfiehlt: „Man sollte sich als Hundehalter so verhalten, dass man die Verrückten nicht zum Agieren bringt“, und meint, dass Herrchen und Frauchen stets die Hinterlassenschaften der eigenen Haustiere entsorgen sollten, um den Hass auf die Tiere nicht weiter zu schüren. Und bei den wohlriechenden Frikadellen sollten sie auch auf Kinder aufpassen, die das Fleisch wegen des verlockenden Geruchs für unbedenklich halten könnten.

Polizei bittet um Hinweise

Die Polizei bittet Personen, die verdächtige Beobachtungen gemacht haben, sich bei der Polizei in Papenburg unter 04961/9260 zu melden. Das Veterinäramt des Landkreises Emsland ist nach Angaben der Beamten über die Funde in Kenntnis gesetzt worden.

Keine zwei Monate liegt es zurück, dass in Neubörger zwei Hunde gestorben waren, die Giftköder gefressen hatten.

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