Vorgaben durch „Natura 2000“ Lehe spricht sich gegen Landschaftsschutzgebiet aus

Von Dirk Hellmers

Das Bild zeigt einen Teil des Landschaftsschutzgebiets Emsauen im nördlichen Emsland. Symbolfoto: Birigt WatelohDas Bild zeigt einen Teil des Landschaftsschutzgebiets Emsauen im nördlichen Emsland. Symbolfoto: Birigt Wateloh

dhe Lehe. Hoffnung auf eine Überarbeitung des Plans zum Landschaftschutzgebiet „Natura 2000 – Emsauen von Salzbergen bis Papenburg“ hat Dörpens Samtgemeindebürgermeister Hermann Wocken (CDU). Bei der Ratssitzung der Gemeinde Lehe erläuterte er seine Stellungnahme, die er dem Kreis in Meppen Mitte Januar vorgelegt hat. Sein Eindruck sei, dass der Landkreis gesprächsbereit sei. Der Rat hat die Haltung einstimmig abgesegnet.

Mit der Ausweisung des Landschaftsschutzgebietes muss der Landkreis Emsland einer Forderung der Europäischen Union nachkommen. Die Samtgemeinde Dörpen ist laut Wocken mit gleich sechs der neun Mitgliedsgemeinden an der Ems besonders betroffen. In der Stellungnahme stört er sich besonders an zwei Punkten.

Ausbau von Straßen und Wegen sei notwendig

Zum einen soll es nach der im Sommer zu beschließenden Vorlage verboten werden, Straßen und Wege im ausgewiesenen Gebiet anzulegen – Reparaturen sollen nur mit umständlichen Regelungsverfahren möglich sein. „Das ist sehr problematisch“, erklärte Wocken, da auch die Landwirte zu ihren Ackerflächen innerhalb des Gebietes gelangen müssten. Dafür würden die Wirtschaftswege benötigt. Zudem müsse bedacht werden, dass bei der Entwicklung der Landwirtschaft immer größere und leistungsstärkere Maschinen benötigt würden. Das macht „zwangsläufig einen angemessenen Ausbau der Straßen und Wege“ erforderlich, heißt es in der Stellungnahme der Gemeinde.

Meldepflicht statt Genehmigungsverfahren

Außerdem sehe er in Lehe eine Gefahr für traditionelle Veranstaltungen wie das Osterfeuer oder das Püntenfest. Letzteres findet bislang stets am 30. April, also zur Saisoneröffnung der historischen Ems-Fähre statt. Statt einem Genehmigungsverfahren bei der Naturschutzbehörde des Landkreises, wie es „Natura 2000“ vorsieht, wünscht sich Wocken eine Meldepflicht. „Dass regelmäßige Veranstaltungen ohne Zustimmung nicht durchgeführt werden können, ist suboptimal.“ Weiter sollen die Flächen im Landschaftsschutzgebiet für Kompensationsmaßnahmen aufgeforstet werden dürfen.

Entscheidung wahrscheinlich im Juni

Die Stellungnahmen der Gemeinden und Institutionen würden Wirkung zeigen, sagt Wocken. Es würde sich abzeichnen, dass der Landkreis die „falschen Punkte“ bearbeite. Alternativ zu einem Landschaftsschutzgebiet sei ein Naturschutzgebiet eine Möglichkeit. Dann wäre die Regelungsbehörde „aber in Hannover und nicht in Meppen.“ Der Landkreis will in seiner Sommersitzung darüber entscheiden. Diese sei wahrscheinlich im Juni. Mit dem Beschluss hat der Rat nachträglich die Stellungnahme abgesegnet. Damit ist das laut Wocken im Januar fristgerecht eingereichte Schreiben offiziell gültig.


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