Jubiläum bei „Grummel Grete“ Dorfkrug in Neudersum wird 50 Jahre alt

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Gastwirte in dritter Generation: Anni Kremer, „Grummel Grete“ und Frank Kremer (von links). Foto: Werner PostGastwirte in dritter Generation: Anni Kremer, „Grummel Grete“ und Frank Kremer (von links). Foto: Werner Post

Neudersum. Die Gaststätte „Dorfkrug Grummel-Kremer“ in Neudersum feiert Samstag ihr 50-jähriges Bestehen. Als Margaretha Grummel, die weit über die Grenzen des kleinen Dorfes nahe der holländischen Grenze nur als „Grummel Grete“ bekannt ist, die kleine Gaststätte am 1. August 1965 zusammen mit ihrem Ehemann Heinrich eröffnete, ahnte sie wohl kaum, dass aus ihr einmal ein angesehener familiengeführter Traditionsgasthof werden würde.

Zu wenig Platz bot Mitte der 60er-Jahre das damalige Einfamilienhaus in Neudersum für die Eheleute Grummel und ihre sechs Kinder. Bei den Planungen für den Bau eines neuen Wohnhauses an der Dorfstraße kam bei der geschäftstüchtigen Ehefrau der Gedanke auf, für einen zusätzlichen Verdienst eine Wirtschaft in das Gebäude zu integrieren. Die Basis für ein zweites Standbein war somit gelegt, und der Erfolg gab Grete Grummel recht.

Sie führte den „Dorfkrug“, der sich bereits nach kurzer Zeit zu einem beliebten Treffpunkt der Dorfbevölkerung entwickelt hatte, auch nach der Geburt des siebten Kindes stets in Eigenverantwortung, während ihr Ehemann beruflich als Bauingenieur tätig war. „Es war nicht immer leicht, Kinder, Haushalt und Gastwirtschaft unter einen Hut zu bekommen, aber ich habe meine Arbeit sehr gern gemacht“, erzählt die Wirtin, die am 2. August ihren 87. Geburtstag feiert.

Nur nach wenigen Jahren entstand aus der kleinen Dorfkneipe ein Gasthof mit Saalbetrieb. Der ersten Hochzeit im neu angebauten Saal im Jahr 1974 folgten unzählige weitere Familien- und Vereinsfeste.

Platz für 250 Gäste

Nach dem Tod ihres Ehemannes im Jahr 1977 griffen die eigenen Kinder der Wirtsfrau unter die Arme. 1995 wurde der Saal nochmals vergrößert und weitere 15 Jahre später komplett renoviert. Heute bietet er für Festivitäten jeder Art, insbesondere auch in der Kohl- und Spargelsaison, Platz für rund 250 Gäste.

„Dass unser Unternehmen bis in die heutige Zeit Bestand hat, haben wir vor allem dem Zusammenhalt in der Dorfbevölkerung und den zahlreichen großen Festlichkeiten zu verdanken“, erzählt Grummel und erinnert sich an die gute alte Zeit zurück, als die Kneipe noch bis tief in die Nacht voll besucht war.

Grete Grummel ist nicht nur mit Leib und Seele Wirtsfrau, sondern ein echtes Neudersumer Original. Bis vor wenigen Jahren stand sie noch selbst hinter der Theke und zapfte das Bier für ihre Gäste. „Ich hatte jeden Tag Unterhaltung und freute mich, wenn die Gäste zufrieden waren und wiederkamen.“ Gelegentliche Rangeleien hätten ihr keinen Respekt eingeflößt, erzählt die resolute Gastwirtin lachend. „Ich habe vorher nur immer schnell die Aschenbecher und Blumenvasen in Sicherheit gebracht.“

Das Gaststättengewerbe habe sich mit der Zeit jedoch gewandelt. Allgemein sei es so, dass die Leute heutzutage bei Weitem nicht mehr so oft „nur mal kurz auf ein Bier“ vorbeischauten. Seit fünf Jahren wird der Dorfkrug von Grummels Enkel, Frank Kremer, geführt. Unterstützt wird er dabei von seiner Mutter, Anni Kremer, der Tochter von Grete Grummel.

Auf den geliebten Kontakt zu den Gästen muss die Seniorin dennoch nicht ganz verzichten. „Vor allem in der Spargelzeit freue ich mich, viele alte Bekannte wiederzusehen und mit ihnen ins Gespräch zu kommen.“

Das heutige goldene Betriebsjubiläum feiert die Wirtsfrau mit ihrer Familie, Vertretern der örtlichen Vereine, vielen alten Weggefährten und langjährigen Lieferanten, zu denen größtenteils seit 50 Jahren eine vertrauensvolle Geschäftsbeziehung besteht.


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