Fast Food ohne Tierprodukte Heeder ist unterwegs in veganer Mission

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Heede/Hamburg. Seit einem Jahr macht Christian Kuper mit seinen Imbisswagen Halt, unter anderem auf Wochenmärkten in Hamburg und auf Festivals. Zwei Trucks, mit denen er und sein Team als „Vincent Vegan“ veganes Fast Food verkaufen, haben der Heeder und sein Partner zurzeit, der dritte startet demnächst in Berlin.

Und dann auch noch der Sieg in der Kabel1-Sendung „Restaurant Startup“ vor rund drei Monaten. Der Gewinn dort: Ein zahlungskräftiger Investor.

Christian Kuper hat einen Auftrag von sich selbst bekommen. Er ist unterwegs in veganer Mission. Und Geschäftsmann. Beides kombiniert der 34-Jährige mit seiner Firma Vincent Vegan. Zusammen mit seinem Partner Topias Rohde und zehn weiteren Mitarbeitern verkauft er veganes Fast Food, Fritten und Burger zum Beispiel, alles zu einhundert Prozent pflanzlich. Warum muss das so sein? „Ich bin ein außerordentlicher Tierfreund. Schon immer gewesen.“ Nun habe er sich seiner Ideologie entsprechend umorientiert. Vor fünf Jahren entschließt er sich zunächst Vegetarier zu werden, aber das reichte ihm nicht. Er hat seine Idee weiterentwickelt und lebt deshalb seit anderthalb Jahren vegan.

Seitan statt Rindfleisch

Kuper ist einer, der nicht lange fackelt, wenn er Feuer gefangen hat. Noch bis Ende 2013 hat er einen sicheren Job. Der studierte Ökonom arbeitet als Unternehmensberater in Hamburg. Drei Jahre hält er das durch, bis ihn die Sinnfrage einholt. „Ich war nicht so glücklich im Job, habe meine Arbeit und viele Dinge in meinem Leben infrage gestellt.“ Den ganzen Tag am Laptop zu hängen habe nicht mehr so viel Spaß gebracht. Kuper packt es an, kündigt und beschließt ein Unternehmen zu gründen. Er lässt sich in Süddeutschland einen Foodtruck von einem Imbisswagenhersteller bauen, der überzeugt ist von seiner Idee. Im Norden traut dem Braten erst einmal nahezu niemand. „90 Prozent haben sich an den Kopf gefasst, und es gab nur sehr wenige Menschen, die mich befeuert haben“. Doch Kuper hat einen Auftrag zu erfüllen: „Ich mache das nicht, um Millionen zu scheffeln, sondern ich möchte etwas Großes schaffen und eine Veränderung bewirken.“ Mit seinen Wagen möchte er alle Leute erreichen, nicht nur Veganer. Deswegen lehnt er ein Öko-Image in grün ab, deswegen auch die schwarz-gelben Foodtrucks: „Da ist die Barriere nicht so groß, weil man sich nicht in ein Restaurant setzen muss, sondern weitergehen könnte.“ Funktioniert. „80-90 Prozent der Vincent Vegan-Kunden leben weder dauerhaft vegan noch vegetarisch“, sagt Kuper.

Im Angebot sind zum Beispiel Süßkartoffelpommes. Wo ein herkömmlicher Burger Rindfleisch beherbergt, steckt bei Vincent Vegan ein Seitan-Patty, also ein Bratling aus Weizeneiweiß.

Sieg in der Kabel Eins-Sendung „Restaurant Startup

Um seine Idee weiter zu pushen, macht er zusammen mit zwei Kollegen vor gut drei Monaten bei der Kabel Eins-Sendung „Restaurant Startup“ mit. Sie gewinnen, und Carsten Gerlach, Gründer von Joey´s Pizza, Deutschlands erstem Pizza-Lieferservice, wird Investor in der veganen Sache. Seitdem wird tatsächlich alles größer. Inzwischen hat der Heeder zehn Mitarbeiter, zwei Foodtrucks in Hamburg, der dritte ist in der Mache und wird demnächst in Berlin unterwegs sein. Feste Orte für die Foodtrucks sind zurzeit der Spritzenplatz in Ottensen und der Nachtmarkt in St. Pauli, zusätzlich bei allen Heimspielen vor dem Stadion des FC St. Pauli und demnächst auch darin.

Und wenn Kuper nicht dort missioniert, tut er es woanders. „Die Leute sollen mich gerne kontaktieren und buchen.“ Für Vorträge. Neulich war er in einer Hamburger Schule, demnächst auf einem Kongress. Kuper bleibt auf Expansionskurs.


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