Kritik an Misereor Fastenmarsch ohne KLJB-Gruppen Neulangen und Dersum

Von Christoph Schillingmann


Dörpen. Zum 33. Fastenmarsch im nördlichen Emsland haben die Dekanatsjugendreferenten Christian Griep-Raming und Sabine Kröger am Mittwoch im Dörpener Christophorushaus aufgerufen. Die Ortsgruppen Neulangen und Dersum der Katholischen Landjugend-Bewegung(KLJB) haben ihre Teilnahme für die am 8. März stattfindende Aktion abgesagt. Sie übten Kritik am Hilfswerk Misereor. Andere Ortsgruppen überlegen auch, ob sie absagen sollen.

Was sich bereits am Montagabend bei der Podiumsdiskussion in Niederlangen- Siedlung angekündigt hatte, setzte sich auf dem Infoabend für den Misereor-Fastenmarsch am Mittwoch in Dörpen fort. Die Landjugendgruppen aus dem Dekanat Emsland-Nord übten wegen der Beteiligung Misereors an der Protestdemonstration „Wir haben es satt“ auf der Grünen Woche in Berlin harsche Kritik an der Hilfsorganisation. Dort hatten 46 Umwelt-, Natur- und Tierschutzverbände gegen Massentierhaltung, Umweltverschmutzung, Klimawandel, Regenwaldabholzung und den Hunger in der Welt protestiert. Einige KLJB-Ortgruppen stellten deshalb ihre Teilnahme am diesjährigen Fastenmarsch infrage.

Die Ortsgruppen Neulangen und Dersum nehmen auf jeden Fall nicht mehr an der Spendenaktion teil, die für philippinische Fischer gedacht ist. Der Vorsitzende der KLJB Neulangen, Bernhard Thien, begründete die Absage seiner Ortsgruppe auf Nachfrage. „Wir haben uns entschlossen, in diesem Jahr nicht daran teilzunehmen. Denn es kann nicht sein, dass ein katholisches Hilfswerk sich an einer solchen Demonstration beteiligt und wir später dafür Spenden sammeln. Ich muss dabei auch an meine Familie und meine Nachbarn denken, die alle Landwirte sind.“ Vielmehr wollen die Neulangener laut Thien einen eigenen Sponsorenlauf organisieren. „Damit wollen wir Geld für die Hilfsorganisation Helping Hands in Aschendorf sammeln.“

Beim Infoabend ergriff Sebastian Nerlich das Wort, der als geistlicher Begleiter der KLJB Breddenberg/Heidbrücken ins Christophorushaus gekommen war. „Die Spende für die Philippinen ist zweckgebunden, und wir sollten die Menschen dort im Blick haben“, forderte er die Jugendlichen zur Teilnahme am Fastenmarsch auf.

Aufgrund dieser Stellungnahme entschloss sich die Ortsgruppe Ahlen-Steinbild um den Vorsitzenden Sven Liesen zuzusagen. „Wir machen mit, weil wir davon überzeugt sind, dass die Spenden zu 100 Prozent an die hilfsbedürftigen Menschen und nicht an Misereor gehen.“ Gleichzeitig betonte Liesen, dass Misereor mit seiner Protestaktion zu weit gegangen sei und die Landwirte zu heftig beschimpft habe. „Wir nehmen aber trotzdem teil, weil es um einen guten Zweck geht“, hob er darüber hinaus die über 30-jährige Tradition des Fastenmarsches hervor.

Wie viele Gruppen sich an der Aktion beteiligen, ist noch nicht sicher. Allerdings appellierte Griep-Raming an die Jugendlichen. „Ich würde es sehr bedauern, wenn der Fastenmarsch als eine fest verankerte Veranstaltung wegbrechen würde.“ Weiter betonte er: „Unser Anliegen ist es, dass die Landjugendlichen den Fastenmarsch bewusst dazu nutzen, ihre Position zur Landwirtschaft zu äußern.“

Auf jeden Fall nahmen die Vertreter der Ortsgruppen nach dem Informationsabend die Boxen mit dem Material für die Spendenaktion mit. Die Fastenmarschhefte können ab sofort in den Gemeinden erworben werden.