Kritik von UWG und SPD Streit um Fällen von Bäumen auf Spielplatz in Dörpen

Die Entscheidung des Dörpener Gemeinderates, die Birken auf dem Spielplatz Dorenkamp zu fällen, können (von links) Matthias Witte, Karl-Heinz Augustin, Lena Schulz-Bender und Petra Trecksler nicht nachvollziehen. Foto: Gerd SchadeDie Entscheidung des Dörpener Gemeinderates, die Birken auf dem Spielplatz Dorenkamp zu fällen, können (von links) Matthias Witte, Karl-Heinz Augustin, Lena Schulz-Bender und Petra Trecksler nicht nachvollziehen. Foto: Gerd Schade

Dörpen. Im Dörpener Gemeinderat geht ein Streit um das Fällen von sechs Birken auf einem Spielplatz auch nach dem Beschluss weiter. Während die CDU-Mehrheitsfraktion den Beschlussvorschlag der Verwaltung auf Antrag eines Anwohners einstimmig billigte, votierten SPD und UWG dagegen.

Nach Auffassung von SPD und UWG wird bei der Beurteilung von Anwohneranträgen auf die Beseitigung von Bäumen mit zweierlei Maß gemessen. Gar von Willkür ist die Rede. Die Gemeindeverwaltung weist die Vorwürfe entschieden zurück und verweist auf das Gefährdungspotenzial, das von den Bäumen ausgehe.

Den Beschluss für das Fällen der sechs Birken, die den Spielplatz am Dorenkamp säumen, hatte der Rat bereits in seiner Sitzung am 10. Dezember gefasst (wir berichteten) . Nun machten Ratsmitglieder von UWG und SPD im Gespräch mit unserer Redaktion deutlich, dass sie sich von der Argumentation von Verwaltung und CDU überrumpelt fühlen. „Wir wurden übergangen. Von einem Gefährdungspotenzial war im Vorfeld nie die Rede gewesen“, sagt UWG-Ratsherr Matthias Witte. Erst unmittelbar vor der Abstimmung im Rat sei Bürgermeister Manfred Gerdes (CDU) mit diesem Zusatzargument „um die Ecke“ gekommen.

Auch in der vorausgegangen nicht öffentlichen Sitzung des Verwaltungsausschusses sei nicht davon gesprochen worden, dass von den Bäumen nachweislich eine Gefahr ausgehen solle. „Das hätte unseren Entscheidungsprozess doch beeinflusst“, betont Witte. So sahen sich SPD und UWG durch ihre ablehnende Haltung in ein falsches Licht gerückt. „Wir stehen da wie die Deppen“, sagt UWG-Ratsfrau Lena Schulz-Bender. „Bei einer tatsächlichen Gefährdung hätten wir einer Beseitigung der Bäume diskussionslos zugestimmt“, fügt Witte hinzu.

Die Minderheitsfraktionen verweisen auf die Sitzungsvorlagen als Bemessungsgrundlage für die Abstimmung. In besagter Ratssitzung war über mehrere Bürgeranträge zum Fällen von Bäumen zu entscheiden. Der Rat billigte aber nicht alle Anträge. So bleiben beispielsweise die Birken in der Straße „Am Sportpark“ stehen. Hier hatten Anwohner ihren Antrag mit Pollenflug (Allergiegefahr), verunreinigten Straßen und verstopften Dachrinnen begründet.

Und genau hier liegt für UWG und SPD der Hase im Pfeffer. Denn wie in den Sitzungsvorlagen nachzulesen ist, wurde der Antrag für die Birken am Spielplatz Dorenkamp mit ein- und denselben Argumenten untermauert. „Für uns ist es eine Grundsatzentscheidung, ob Bäume aufgrund von Pollenflug und Verunreinigungen gefällt werden können“, erklärt Witte. „Wenn dem einen Anwohner aus genannten Gründen eine Fällgenehmigung erteilt wird und einem anderen aufgrund gleicher Sachlage der Antrag abgelehnt wird, entscheidet man mit zweierlei Maß, dies können wir so nicht akzeptieren.“ Das Gefährdungspotenzial – für Witte im Fall Dorenkamp ein „Totschlagargument“ – sei erst Thema geworden, als ersichtlich gewesen sei, „dass die CDU-Fraktion ein Argumentationsproblem hat, als wir auf diese unterschiedliche Handhabung hingewiesen haben“.

Nach Auffassung von SPD und UWG ist der Nachweis einer Gefährdung nicht erbracht worden. Stattdessen sei angesichts einer fehlenden Baumschutzsatzung in der Gemeinde Dörpen „die Büchse der Pandora“ geöffnet. Auch aus der Sicht von Karl-Heinz Augustin vom Naturschutzbund Emsland-Nord machen die Birken am Dorenkamp einen gesunden Eindruck. „Sie sind augenscheinlich in einem Top-Zustand“, sagte er und kann die Fällentscheidung nicht nachvollziehen.

Gemeindedirektor Hermann Wocken verweist auf Nachfrage unserer Redaktion hingegen auf das Urteil „unseres Baumsachverständigen vom Bauhof“. Wocken betont zudem, dass das Gefährdungspotenzial sehr wohl Thema in der Sitzung des Verwaltungsausschusses gewesen sei, in dem auch UWG und SPD vertreten sind. Darüber hinaus macht er deutlich, dass die in dem Anwohnerantrag formulierte Argumentation für ein Fällen der Bäume nicht ausgereicht habe. „Das Gefährdungspotenzial macht den Unterschied.“


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