Letzte Ergebnisse stehen aus Geflügelpest: Kein Vogelgrippe-Nachweis in 10.000 Proben

In Oldenburg werden die Proben aus dem Emsland untersucht. Foto: dpaIn Oldenburg werden die Proben aus dem Emsland untersucht. Foto: dpa

Hannover. Die Untersuchung von etwa 10.000 Proben aus Geflügelbetrieben nach dem Ausbruch der Vogelgrippe in den Landkreisen Cloppenburg und Emsland hat zunächst keinen neuen Verdacht auf Geflügelpest ergeben. Das teilte das Landwirtschaftsministerium am Dienstag mit.

„Für eine generelle Entwarnung ist es aber noch zu früh, weitere Untersuchungen laufen derzeit noch“, wird Agrarminister Christian Meyer (Grüne) zitiert. „Es bleibt Anlass zur Sorge, aber nicht zur Panik.“ Bei den noch ausstehenden Ergebnissen handelt es sich um Proben von Höfen, die in Kontakt zu dem Entenbetrieb in Neubörger standen. Hier war der Erreger H5N8 am Samstag nachgewiesen worden. 10.000 Tiere wurden vorsorglich getötet.

Die Untersuchungen liefen am späten Dienstagnachmittag noch und sollten auch am Mittwoch fortgesetzt werden, so ein Ministeriumssprecher. Bestand haben die Transportsperren in Sicherheitsradien rund um die Betriebe in Neubörger und Barßel .

Insgesamt seien nach den beiden H5N8-Fällen etwa 130.000 Tiere vorsorglich getötet worden, so das Ministerium. Seit Dienstag gilt auch ein Testzwang für Enten und Gänse, den das Bundeslandwirtschaftsministerium als Reaktion auf die Pestfälle verhängt hatte. Vor der Schlachtung müssen die Tiere nun bis ins neue Jahre hinein auf eine mögliche Infektion hin untersucht werden.


Die Geflügelpest

Die Geflügelpest ist eine unter anderem für Hühner, Gänse und Puten hochansteckende Viruserkrankung. Sie wird oft auch als Vogelgrippe bezeichnet. Binnen weniger Tage kann der ganze Tierbestand erkranken.

Bei den Viren spielen die Subtypen H5 und H7 eine besondere Rolle. Sie können in einer niedrigpathogenen (krankmachenden) und einer hochpathogenen Form auftreten. Mit H und N werden die Eiweiße der Virushülle - Hämagglutinin und Neuraminidase - abgekürzt.

Das jetzt in Europa aufgetauchte Virus H5N8 war zuvor nur aus Asien bekannt. „Wie jedes andere hochpathogene Virus hat es eine Veränderung im Genom, so dass es sich schnell im gesamten Tier ausbreitet und dann zum Tod führt“, erläuterte der Präsident des Friedrich-Loeffler-Instituts (FLI), Thomas Mettenleiter. Eine Übertragung auf den Menschen könne grundsätzlich nicht ausgeschlossen werden. Dies sei aber bislang bei H5N8 nicht beobachtet worden. Die Experten warnen vor Panik.

Wilde Wasservögel sind die natürlichen Wirte solcher Viren. Sie erkranken gewöhnlich kaum. Menschen können sich bei intensivem Kontakt mit Geflügel anstecken. Infektionen mit bestimmten Varianten können tödlich verlaufen. So steckten sich weltweit seit 2003 weit über 600 Menschen mit dem Erreger H5N1 an; mehr als die Hälfte von ihnen starb an den Folgen. (dpa)

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