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SG-Rat verurteilt Ganseforth-Vorwurf Volle Rückendeckung ohne SPD und FDP


gs Dörpen. Der Bürgermeister der Samtgemeinde (SG) Dörpen, Hans Hansen (CDU), verzichtet auf juristische Schritte gegen SG-Ratsherr Heinrich Ganseforth. Der FDP-Politiker hatte Hansen öffentlich vorgeworfen, mitschuldig am Tod einer Frau zu sein, die durch Brandstiftung starb. Wegen der schweren Anschuldigung hatte Hansen eine Sondersitzung des Rates einberufen, in der das Gremium dem Verwaltungschef gestern Abend geschlossen den Rücken gestärkt hat.

An einer entsprechenden Abstimmung beteiligte sich jedoch ausschließlich die CDU-Mehrheitsfraktion im Rat. Die Plätze von Ganseforth sowie der SPD-Fraktion blieben wie angekündigt leer.

Hansen zeigte sich dennoch erleichtert. „Ich habe mein Ziel erreicht. Das Amt des Samtgemeindebürgermeisters ist nicht länger belastet. Das eindeutige Votum hat für mich wesentlich mehr Wert als eine juristische Auseinandersetzung“, sagte Hansen. Damit sei das Fehlverhalten Ganseforths eindeutig gerügt. In dem von CDU-Fraktionschef Johannes Zumsande vorgetragenen Beschluss weist der Rat „den ungeheuerlichen Vorwurf“ Ganseforths „in aller Form“ zurück und spricht dem SG-Bürgermeister „das vollste Vertrauen“ aus. Die 15 Besucher in den Zuschauerreihen, darunter mehrere CDU-Mitglieder des Dörpener Gemeinderates, quittierten das Votum mit Applaus.

„Die böswillige Unterstellung hat mich hart getroffen“, betonte Hansen. Der „infame Vorwurf“ sei für ihn „ein Schock“ gewesen und habe seine Amtsführung in den letzten Tagen sehr belastet. Auch seine Familie habe darunter gelitten. Gefreut habe er sich über die große Anteilnahme der Bevölkerung. Alle hätten den Vorwurf als völlig haltlos empfunden.

Nach Hansens Auffassung bestand gleichwohl Gefahr, dass das Amt des SG-Bürgermeisters durch den Vorwurf Schaden nehmen könne. Deshalb sei es wichtig, dass sich der Rat so schnell wie möglich damit auseinandersetze. Einen Grund, die Sitzung zu verschieben, sah Hansen nicht. „Heinrich Ganseforth hätte die Vorwürfe zurückziehen oder schriftlich begründen können. Er hat weder das eine noch das andere getan.“ Wie berichtet, hatten der FDP-Ratsherr und die SPD ihre Teilnahme aus terminlichen Gründen abgesagt. Hansen warf Ganseforth vor, aus dem tragischen Tod der Frau parteipolitisches Kapital schlagen zu wollen. „Das ist sehr schade.“

Das geschlossene Fernbleiben der SPD-Fraktion wertete Hansen als mangelndes Verantwortungsbewusstsein. Und dass sie sich im Gegensatz zur CDU nicht gleich in der Sitzung am 23. September von Ganseforths Vorwurf distanziert habe, „zeugt nicht von demokratischem Stil“, meinte Hansen.

CDU-Fraktionschef Zumsande forderte Ganseforth erneut auf, sich öffentlich bei Hansen zu entschuldigen und den Vorwurf zurückzunehmen. Die Anschuldigung sei „ungeheuerlich“ und „beschämend“. Ganseforth habe jede Grenze der anständigen politischen Auseinandersetzung überschritten. Zumsande hielt es für „richtig und wichtig, dem absurden Vorwurf eine Sondersitzung zu widmen“. Die Ladung dazu sei fristgerecht erfolgt – auch an die SPD.

Erster SG-Rat Andreas Hövelmann sah „keinerlei Anhaltspunkt“, dass der Vorwurf in irgendeiner Form gerechtfertigt sei. Der Dörpener Bürgermeister Hartmut Schneider (CDU), meinte: „Wer unseren Samtgemeindebürgermeister solch schwerer Vorwürfe bezichtigt, muss sich nicht wundern, wenn sich künftig niemand mehr zur Wahl stellt.“


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