Ampelproblem beim neuen Bahnhof Haltestelle in Dörpen erst im Februar betriebsbereit

Fast fertig, jedoch nicht betriebsbereit  wegen einer fehlenden Ampel: der neue Bahnhof in Dörpen. Foto: Jan-Hendrik KuntzeFast fertig, jedoch nicht betriebsbereit wegen einer fehlenden Ampel: der neue Bahnhof in Dörpen. Foto: Jan-Hendrik Kuntze

Dörpen. „Dreckloch!“ Das ist der Begriff, den Dörpens Bürgermeister Manfred Gerdes (CDU) verwendet, wenn er von dem alten Bahnhof seiner 5000-Seelen-Gemeinde spricht. Er verwendet ihn, seitdem der Bau eines neuen Bahnhofes auf den Weg gebracht ist – zuletzt bei der CDU-Bürgerversammlung. Dieses „Dreckloch“ wird jedoch länger als geplant als Bahnhof dienen müssen. Denn der Neubau wird nicht wie geplant Mitte Dezember in Betrieb gehen können.

Mit einer gemeinsamen Stellungnahme reagierten der Landkreis Emsland und die Gemeinde Dörpen auf Anfragen unserer Redaktion. Darin wird auf Bahninformationen verwiesen, nach denen „Veränderungen in der Leit- und Sicherungstechnik erforderlich“ seien, die „im ersten Quartal 2015 gelöst“ würden. Nach Informationen unserer Redaktion wird derzeit eine Inbetriebnahme des Bahnhofs voraussichtlich für Mitte Februar 2015 angepeilt.

In der Stellungnahme wird darauf hingewiesen, dass die Gemeinde „ihre Hausaufgaben gemacht“ habe. So seien zum Beispiel die Parkplätze bis Mitte Dezember fertiggestellt. Die Verspätung seitens der Bahn sei „zwar bedauerlich“, jedoch „kein Beinbruch“.

Bahnsprecher Egbert Meyer-Lovis bestätigte auf Nachfrage die Probleme bei der Installation der Leit- und Sicherungstechnik. Hinter diesem Fachterminus verbergen sich unter anderem Kabelverlegungen für Zugsignale.

Unabhängig von dieser Bauverzögerung gibt es aber ein weiteres Problem, über dessen Klärung noch hinter den Kulissen verhandelt wird. Eine Lösung muss gefunden werden, ansonsten droht Dörpen neben einem „Dreckloch“ auch noch ein „Geisterbahnhof“ – nagelneu, jedoch ohne Passagiere.

Konkret geht es um eine Überquerungsmöglichkeit der Neudörpener Straße. Da es sich bei dem Neubau um einen Z-Bahnhof handelt, müssen zum Beispiel Pendler entweder auf dem Hin- oder Rückweg auf jeden Fall die Straße überqueren, um zu den Parkplätzen zu gelangen. Das Eisenbahnbundesamt (EBA) schreibt im Planfeststellungsverfahren deshalb vor, dass eine Inbetriebnahme der Haltestelle nur erfolgen kann, wenn eine Lösung zur Straßenüberquerung „gefunden und realisiert“ worden ist.

Da die Straßenführung im Bereich des Bahnübergangs sehr eng ist, herrscht Einigkeit, das als Lösung nur eine Ampel infrage kommt. Nach internen Richtlinien der Bahn muss jedoch ein Ampelsignal, das näher als 25 Meter vor einem Bahnübergang gegeben wird, mit der Ampelanlage des Bahnübergangs gekoppelt sein, um Irritationen der Verkehrsteilnehmer zu vermeiden. Mit der aktuellen Steuerungstechnik des Bahnübergangs ist dies jedoch nicht zu meistern. Um die Technik zu erneuern, seien umfangreiche Baumaßnahmen notwendig, heißt es vonseiten der Bahn. Diese würden aber erst in frühestens drei Jahren abgeschlossen sein und mindestens eine halbe Million Euro kosten.

Deshalb schlug die Bahn vor, die Ampel weiter entfernt vom Bahnsteig zu errichten. Landkreis und Gemeinde lehnten das ab. Niemand werde die Ampel dann benutzten, so das Argument. Sie beharren auf einer Ampel in Bahnübergangsnähe.

Bei einem Treffen in der vergangenen Woche wurden Lösungsmöglichkeiten sondiert. Die wahrscheinlichste: Die Planfeststellung soll vom EBA geändert werden, sodass eine Inbetriebnahme ohne Ampel möglich ist bei gleichzeitiger Versicherung, so schnell wie möglich mit dem Umbau zu beginnen. Der „Geisterbahnhof“ wäre damit abgewendet. Konkrete Vereinbarungen fehlen aber noch. Das liegt auch am Geld.

Die Bahn versichert, in einem solchen Fall greife das Eisenbahnkreuzungsgesetz. Demnach würden die Kosten gedrittelt: Bund, Bahn und Kreis trügen sie gleichermaßen. Mit einer Ausnahme: Wird der Umbau von nur einer einzigen Partei gefordert, sind die Kosten von dieser auch komplett zu übernehmen. Das wäre in diesem Fall der Landkreis Emsland.

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