Bürgerversammlung der CDU Dörpener Bilanz mit Licht- und Schattenseiten

Von Jan-Hendrik Kuntze

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Alles im Lot: Hermann Wocken und Manfred Gerdes präsentierten den Gästen der CDU-Bürgerversammlung eine positive Bilanz der Entwicklung Dörpens. Foto: Jan-Hendrik KuntzeAlles im Lot: Hermann Wocken und Manfred Gerdes präsentierten den Gästen der CDU-Bürgerversammlung eine positive Bilanz der Entwicklung Dörpens. Foto: Jan-Hendrik Kuntze

Dörpen. Alle Plätze waren belegt, als Dörpens CDU-Ortsverband zur Bürgerversammlung geladen hatte. Samtgemeindebürgermeister Hermann Wocken sowie Dörpens Bürgermeister Manfred Gerdes zogen dabei eine Bilanz zum Wohn- und Wirtschaftsstandort Dörpen. „Hier lässt es sich leben“, fasste Gerdes am Schluss zusammen – auch, wenn es ein paar Probleme gebe.

Dörpens Brennpunkte liegen im Bereich der Jugend und der Wirtschaft. Die Zahl nicht integrierter Jugendlicher, die zunehmende Kriminalitätstendenzen aufweisen, steigt. Um dieser Entwicklung entgegenzutreten, wird 2015 eine dreijährige Projektphase starten, in der die Gemeinde zusammen mit dem Deutschen Roten Kreuz (DRK) verstärkt Jugendarbeit betreiben wird.

Problemfeld Nummer zwei sind die Gewerbesteuereinnahmen der Gemeinde. Diese seien „nicht in Ordnung“, so Wocken. Nachdem Dörpen ab dem Jahr 2005 aufgrund von Änderungen in der Steuergesetzgebung statt vorher zehn nur noch zwei Millionen Euro Gewerbesteuer jährlich eingenommen hat, „werden seit 2010 diese zwei Millionen nicht mal mehr erreicht“, sagte Wocken.

Grundsätzlich werde vonseiten der Gemeinde jedoch alles getan, die „Rahmenbedingungen für die Wirtschaft zu verbessern“, hob Wocken hervor. Als Beispiele zählte der Samtgemeindebürgermeister unter anderem die Erweiterung des Hafens auf, dessen Kapazität verdoppelt worden sei. Mit einem jährlichen Umschlagvolumen von 1,9 Millionen Euro sei der Dörpener Hafen der zweitgrößte in Niedersachsen. Ebenfalls nannte Wocken die Ausweisung eines neuen Gewerbegebietes am Mittelweg, von dessen zwölf Hektar bereits fünf an zwei Firmen vergeben worden sind.

Kritik am LROP

Das dritte Problem Dörpens liegt hingegen noch in der Zukunft. Wie bei vielen Gemeinden und Samtgemeinden im Emsland, stößt auch in Dörpen die geplante Änderung des Landesraumordnungsprogramms (LROP) auf Kritik. Die in einem ersten Entwurf ausgewiesenen Flächen zum Moorschutz seien Gift für die zukünftige Entwicklung der Landwirtschaft und somit des Mittelstandes, sagte Gerdes.

An die Landesregierung in Hannover habe die Gemeinde „eine deftige Stellungnahme“ geschickt, so der Bürgermeister. Mit Blick auf die Tatsache, dass auch das jetzige Schützenhaus überplant worden sei, meinte Gerdes: „Wir wollen auch in Zukunft einen Schützenkönig ausschießen und keine Moorhühner.“

Ansonsten sahen die beiden CDU-Politiker keinen Grund zur Klage. Die Bevölkerungsentwicklung sei positiv, und die Geburtenrate sei in diesem Jahr wieder leicht gestiegen, sodass in Dörpen derzeit mehr als 5100 Menschen lebten, bilanzierte Gerdes. Diese seien in mehr als 60 Vereinen organisiert, sodass „von einem unglaublichen Maß an bürgerschaftlichem Engagement“ gesprochen werden könne, ergänzte Wocken.

Positiv entwickelt habe sich auch die ärztliche Versorgung. Das vor einem Jahr aufgelegte Förderprogramm für die Ansiedelung von Ärzten sei gut angenommen worden.

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