Farbenfroher Leitbild-Ausdruck Künstler gestaltet triste Schulwand in Kluse

Von Gerd Schade

Künstler am Werk: An einer Außenwand der Grundschule Kluse malt Udo Lindenthal ein Bild, das dem überarbeiteten Leitbild der Schule entspricht und im Entwurf (unten links) zu erkennen ist. Immer mit dabei ist Hund Fritz. Foto: Gerd SchadeKünstler am Werk: An einer Außenwand der Grundschule Kluse malt Udo Lindenthal ein Bild, das dem überarbeiteten Leitbild der Schule entspricht und im Entwurf (unten links) zu erkennen ist. Immer mit dabei ist Hund Fritz. Foto: Gerd Schade

Kluse. Herbstferien. Der Hof der Grundschule Kluse ist leer. Der ganze Hof? Nein. Vor der Giebelwand des Traktes der Klasse vier hat Udo Lindenthal seinen VW Bus geparkt. Den Bereich zwischen dem bunt bemalten Fahrzeug und der Wand hat der 61-Jährige mit Planen überspannt. Darunter arbeitet Lindenthal. Mit Pinsel und Farbe gestaltet der Künstler passend zum aktualisierten Leitbild der Schule ein großformatiges Bild an der bislang tristen Mauer.

„Eigentlich bin ich Pflastermaler“, sagt Lindenthal. Für die Auftragsarbeit an der Schule macht er sozusagen also eine Ausnahme. Schulleiterin Gabriele Hermes hatte sich nach dem ersten Straßenmalerfest am letzten Juli-Wochenende in Sögel von einem kunstvoll gestalteten Wandbild an einer anderen Grundschule inspirieren lassen. Über die Verwaltung der Samtgemeinde Sögel knüpfte sie einen Kontakt zu Frederike Wouters, der künstlerischen Leiterin des „1. Internationalen StreetArt-Festivals Sögel“ mit mehr als 20 Künstlern. Wouters wiederum vermittelte Hermes schließlich Lindenthal. „Wir Pflastermaler sind international organisiert“, sagt der 61-Jährige, der – ganz Künstlerseele – die wärmere Hälfte des Jahres in seinem VW-Bus verbringt und ansonsten in der Nähe von Bremen zuhause ist. Immer mit dabei ist Lindenthals Hund Fritz, der auf dem Schulhof unermüdlich einem abgewetzten Fußball hinterherjagt. „Uns gibt es nur im Doppelpack“, sagt der Künstler schmunzelnd.

Seit dem vergangenen Dienstag hat Lindenthal sein Lager auf dem Schulhof in Kluse aufgeschlagen. In dieser Woche will er mit seiner Arbeit fertig sein. Dass er dabei nicht ganz so schnell vorankommt, wie er es sich selbst vorgenommen hat, liegt einerseits an der Witterung, aber auch an der langwieriger als angenommen vonstatten gegangener Grundierung der Fläche für das Bild, das gegen Ende der Woche sichtbar an Konturen gewonnen hat. Im Entwurf zeigt es die Silhouetten jubelnder Kinder auf einer Brücke unter einem farbenfrohen Regenbogen, der sich bis zur Sonne erstreckt. Im Hintergrund ist die mehr als 500 Jahre alte Kirche St. Georg von Steinbild am Ufer der Ems zu erkennen.

Schulleiterin begeistert

Schulleiterin Hermes ist begeistert. Das von Lindenthal erarbeitete Motiv spiegelt aus ihrer Sicht genau das aktualisierte Leitbild wider, das die Schule mit großer Unterstützung der Eltern erarbeitet habe. Dabei sei es insbesondere darum gegangen, die Verankerung der kleinen Schule, die zurzeit 54 Mädchen und Jungen besuchen, mit dem dörflichen Leben herauszustellen. Hermes, die die Leitung der Schule im Sommer 2013 übernommen hat, wertet das Engagement der Eltern und den daraus resultierenden Zusammenhalt zwischen Schule und Ort als außergewöhnlich.

Dass Udo Lindenthal sein Werk in Kluse für einen kleinen Lohn verrichtet, den die Gemeinde zahlt, stört ihn nicht, im Gegenteil. „Das passt genau in meine Lebensphilosophie. Ich wollte nie reich werden“, sagt der Künstler.

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