Externer Nachfolger Modehaus Funke in Dörpen wechselt Eigentümer

Von Anna Kröger

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Dörpen. Für Petra Funke ist es ein Abschied auf Raten: Am 1. März 2015 wird sie das von ihr geführte Modehaus Petra Funke in Dörpen in neue Hände übergeben. Ihrem Geschäft bleibt die 55-Jährige aber erst einmal treu – als Angestellte und nicht mehr als ihr eigener Chef.

„Immer wieder das Neue suchen. Neue Wege gehen. Das macht doch das Leben aus“, sagt Funke. Angst, diesen Schritt später zu bereuen, hat sie nicht. Stattdessen ist sie froh, nicht nur die Existenz eines traditionsreichen Geschäfts, sondern auch die berufliche Zukunft ihrer 15 Mitarbeiter gesichert zu haben.

1949 hatten ihre Schwiegereltern, Johann und Thekla Funke, das Geschäft in Heede gegründet. „Das Sortiment war anfangs sehr einfach. Es war eine Maßschneiderei. Neben Anzügen gab es hauptsächlich Aussteuerware.“ 1980 folgte der Umzug nach Dörpen an den heutigen Sitz. Gleichzeitig trat Sohn Hermann Funke in die Unternehmensleitung ein und mit ihm auch der Grund, warum die gebürtige Mannheimerin Petra Funke gut fünf Jahre später vom Süden Deutschlands ins nördliche Emsland wechselte.

Am Herzen erkrankt

„Ich bin fast direkt nach unserer Heirat im Jahr 1985 ins Geschäft eingestiegen“, erinnert sie sich. Als Einzelhandelskauffrau, die bereits für Großfilialisten gearbeitet hatte, hatte sie gute Kontakte zu anderen Firmen in der Branche. Funke: „Das hat uns in den nächsten Jahren einen richtigen Schub gegeben.“

2008 wurde ihr Ehemann schwer herzkrank. „Seitdem hatten wir die Frage der Geschäftsnachfolge immer im Hinterkopf“, so Funke. Für den Sohn, der als Werkstudent bei Mercedes-Benz in Stuttgart derzeit an seiner Masterarbeit sitzt und Aussicht auf eine spätere Anstellung bei dem Automobilhersteller hat, war die Übernahme des Modehauses keine Option. „Wir wollen ihm diesen Weg auch gar nicht verbauen“, zeigt sie Verständnis. So übertrug Hermann Funke das Geschäft 2012 zunächst an seine Frau.

Der Name bleibt

Klar hätte sie das Modehaus auch noch einige Jahre weiterführen können, so Funke. „Aber ich wollte nicht mit über 60 krampfhaft nach einem Nachfolger suchen und keinen finden.“ Schließlich kam ihr der Zufall zu Hilfe. Während einer Modemesse in Hamburg lernte sie Martin Schenk kennen, der bereits zwei Modefachgeschäfte im Sauerland besitzt und expandieren will. Funke: „Es passte auf Anhieb von der Sympathie her.“ Ein halbes Jahr lang wurde verhandelt, bis die Geschäftsübernahme in trockenen Tüchern war.

Der Name des Modehauses bleibt ebenso wie ein Großteil der Marken, und Petra Funke wird von der Inhaberin zur Geschäftsführerin. „Ganz ohne Arbeit hätte ich nicht können“ weiß sie. Spätestens mit 63 Jahren will Funke die Welt der Mode dann aber endgültig hinter sich lassen. Funke: „Das ist der Plan. Ein guter, ein schöner Weg, wie ich finde.“

Da der neue Inhaber keine Warenbestände übernimmt, startet das Modehaus am Donnerstag, 9.Oktober, einen Räumungsverkauf.


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