Zweiten Terminal eröffnet Hafenkapazitäten in Dörpen verdoppelt

Von Gerd Schade


Dörpen. Die unter niederländischer Flagge fahrende „Flevotrans“ ist eines der ersten Binnenschiffe, das an der neuen Spundwand im erweiterten Dörpener Hafen festgemacht hat. Für rund acht Millionen Euro ist der Hafen auf der bislang brachliegenden Seite des Wendebeckens erweitert worden. Am Montag wurde der neue Hafenterminal des Güterverkehrszentrums (GVZ) Emsland offiziell eröffnet.

Der Umschlagplatz unter dem fest installierten Portalkran am Wendebecken platzte seit Jahren aus allen Nähten. Die Kapazitäten waren aufgrund steigender Umschlagszahlen erschöpft. Erstmals 2010 hatte der Dörpener Hafen mit 1,9 Millionen Tonnen das zweitgrößte Umschlagvolumen aller niedersächsischen Binnenhäfen erzielt. „Das sind mehr als die 1,2 Millionen Tonnen im Seehafen Papenburg“, zog der Dörpener Gemeindedirektor Hermann Wocken während der Eröffnungszeremonie vor 150 geladenen Gästen aus Wirtschaft und Politik einen Vergleich.

Die Erweiterung des Hafens samt Becken ist sozusagen eine Spiegelung der vorhandenen Umschlaganlagen. Geschaffen wurden eine 360 Meter lange Spundwand mit drei Schiffsliegeplätzen und zwei Hektar neue Hafenfläche. Statt eines Portalkrans kommt aus Kostengründen zunächst allerdings eine mobile Variante, der sogenannte Reachstacker, zum Einsatz.

Nächstes Ziel ist der Ausbau des Containerbahnhofs. Hier geht es im Kern um eine Verlängerung der Ladegleise von derzeit 350 auf 700 Meter am Bahnumschlagterminal. Eine große Voraussetzung für eine Erweiterung des Containerbahnhofs wurde mit einer Brückenüberführung über die Bahnlinie bereits in den Jahren 2012 und 2013 geschaffen.

Im Hafen können derweil ab sofort 45000 Standardcontainer pro Jahr abgefertigt werden – mehr als doppelt so viel wie zuvor. Zwischen den drei Verkehrsträgern Straße, Wasser und Schiene, auf die das GVZ seit Jahren konsequent setzt und zu je einem Drittel nutzt, werden jährlich rund 5 Millionen Tonnen Güter aller Art umgeschlagen.

Zur Eröffnung des Hafenterminals nahm GVZ-Geschäftsführer Peter Fischer auch Glückwünsche zum 25-jährigen Bestehen der Dörpener Umschlaggesellschaft für den kombinierten Verkehr (DUK) entgegen. Um die DUK entwickelte sich im vergangenen Vierteljahrhundert das GVZ, in dessen Umfeld sich mehr als 30 Betriebe angesiedelt haben, darunter Logistik-, Industrie- und Handelsfirmen sowie verkehrswirtschaftliche Betriebe. UPM Nordland Papier, erster Nutzer des GVZ über die Speditionsgesellschaft UPM Nortrans, ist längst nicht mehr der Einzige.

Michael Heinemann von der Deutschen Bahn und Vorsitzender der DUK-Gesellschafterversammlung verwies auf die jährlichen Top-Platzierungen des GVZ im Ranking der mehr als 30 Güterverkehrszentren in Deutschland. Per Schiff seien von Dörpen aus alle wichtigen Seehäfen erreichbar. Und mit der Bahn ginge es über Knotenpunkte wie Ludwigshafen schnell ins europäische Ausland. Neueste Errungenschaft sei eine Bahnanbindung zum Jade-Weser-Port. Ein weiteres Pfund, mit dem Dörpen wuchern könne, sei die A 31.

„Wirtschaft findet nur dort statt, wo die Infrastruktur stimmt“, erklärte Landrat Reinhard Winter.Nur wenige Güterverkehrszentren verfügten über eine Anbindung wie Dörpen. Die erfolgreiche Entwicklung des GVZ nannte Winter ein Paradebeispiel für das Zusammenspiel von Wirtschaft und Verwaltung. Der Landkreis ist von Anfang an Mitgesellschafter.

Gemeindedirektor Wocken bewarb Dörpen als einen außergewöhnlichen Wirtschaftsstandort, in dem noch fast 350 Hektar freie Industrieflächen „in bester Lage“ zur Verfügung stünden. Landtagspräsident Bernd Busemann bezeichnete das GVZ, in dem rund 500 Menschen beschäftigt sind, als regionalen Job- und Wirtschaftsmotor. „Hier von einer Erfolgsstory zu sprechen, ist mehr als gerechtfertigt.“

Martina Kruse, Leiterin des Amtes für Wirtschaftsförderung beim Landkreis, erinnerte daran, dass die Emsländer mit ihren Plänen für ein GVZ von vielen Akteuren belächelt worden seien. „Heute haben viele von uns gelernt“, sagte Kruse.

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