Zum „Champion Tree“ gekürt Tausendjährige Linde in Heede ein Rekordbaum

Anerkennung als Rekordbaum: Unser Bild zeigt vor dem mächtigen Stamm der Tausendjährigen Linde in Heede (v. l.) Dörpens SG-Bürgermeister Hermann Wocken, Kreisbaurat Dirk Kopmeyer, Bürgermeister Antonius Pohlmann, Peter Schmidt von der Deutschen Dendrologischen Gesellschaft und Volker Bouffier (Deutsches Arboretum). Foto: Klaus DieckmannAnerkennung als Rekordbaum: Unser Bild zeigt vor dem mächtigen Stamm der Tausendjährigen Linde in Heede (v. l.) Dörpens SG-Bürgermeister Hermann Wocken, Kreisbaurat Dirk Kopmeyer, Bürgermeister Antonius Pohlmann, Peter Schmidt von der Deutschen Dendrologischen Gesellschaft und Volker Bouffier (Deutsches Arboretum). Foto: Klaus Dieckmann

Heede. Sie ist ein Baumdenkmal mit besonderer Ausdruckskraft und Wirkung: die Tausendjährige Linde in Heede. Am Freitag wurde das Wahrzeichen der Emsgemeinde zum „Champion Tree“ (Rekordbaum) gekürt.

„Die Auszeichnung ist eine große Ehre für unsere Gemeinde“, sagte Bürgermeister Antonius Pohlmann. Für die Bürger in Heede sei die „Dicke Linde“, wie der Baum auch im Volksmund genannt wird, untrennbar mit der Geschichte des Ortes verbunden. „Er steht mitten im Leben unserer Gemeinde“, unterstrich Pohlmann unter anderem mit Verweis darauf, dass unter den Ästen der Linde alljährlich der Schützenkönig proklamiert werde.

Darüber hinaus ist die Tausendjährige Linde nach den Worten von Pohlmann ein touristischer Anziehungspunkt. Viele Radwanderer würden Heede ansteuern, allein um das Baumdenkmal zu bewundern und dort eine kleine Rast einzulegen. Mit der offiziellen Anerkennung als „Champion Tree“ erfahre das Heeder Wahrzeichen eine zusätzliche Aufwertung.

Dass die Linde tatsächlich ein Rekordbaum ist, bekräftigte Professor Peter Schmidt, Präsident der Deutschen Dendrologischen Gesellschaft (DDG). Nach Erkenntnissen des Vereins der Baumkundler ist die Linde mit ihrem Stammumfang von mehr als 18 Metern der dickste vollholzige Baum in Deutschland . Europaweit dürfte er in dieser Kategorie zu den fünf umfangstärksten Bäumen zählen.

Genetische Untersuchung

Und noch eine neue Erkenntnis hatte Schmidt mitgebracht: „Die Linde ist unbestreitbar ein einziger Baum.“ Das hätten jüngste forstgenetische Untersuchungen ergeben. Vor dem Hintergrund, das aus dem mächtigen Grundstamm sechs weitere Stämme emporragen, hätte die „Dicke Linde“ durchaus auch aus einer Ringpflanzung entstehen können. Dem sei allerdings nicht so. Schmidt: „Alle sechs Stämme sind genetisch identisch.“

Fest stehe zudem, dass es sich bei dem markanten Baum um eine Sommer-Linde handele. Offen ist nach Darstellung von Schmidt allerdings deren genaues Alter. Die Bezeichnung Tausendjährige Linde sei wohl treffend gewählt, wenn man bedenke, dass manche Bäume bis zu 4000 Jahre alt werden können.

Die Initiative „Champion Trees“ ist ein Gemeinschaftsprojekt der Deutschen Dendrologischen Gesellschaft und der Gesellschaft Deutsches Arboretum (botanischer Baumpark). Rekordbäume werden anhand ihres Stammumfangs bewertet und seid fünf Jahren alljährlich zum „Tag des Baumes“ am 25. April gekürt. Dieser geht auf eine Initiative aus den USA Ende des 19. Jahrhunderts zurück. Im Jahr 1951 riefen die Vereinten Nationen weltweit den „Tag des Baumes“ aus. In Deutschland fand er erstmals 1952 statt.

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