Geothermieprojekt Erdwärme aus bis zu 5000 Meter Tiefe bei Heede

Von Holger Keuper

Vertreter des Wirtschaftsverbandes Rhede/Dörpen/Lathen besichtigten im Rahmen ihres Stammtisches das Unternehmen Elektro Radtke in Neulehe. Foto: Holger KeuperVertreter des Wirtschaftsverbandes Rhede/Dörpen/Lathen besichtigten im Rahmen ihres Stammtisches das Unternehmen Elektro Radtke in Neulehe. Foto: Holger Keuper

Neulehe. Zu einem wachsenden Kompetenz-Standort für regenerative Energien und insbesondere Geothermie soll sich das interkommunale Gewerbegebiet der Gemeinden Heede und Dersum entwickeln. Im direkt an der Autobahn A 31 gelegenen „Green Energy Park“ wird in den kommenden Monaten eine vom Land Niedersachsen geförderte Machbarkeitsstudie für ein Geothermie-Kraftwerk durchgeführt.

„Wir freuen uns, dass sich die Landesregierung mit dem maximal möglichen Förderungsanteil in Höhe von 250000 Euro an der Machbarkeitsstudie beteiligt“, betonte Oliver Kugland von der Hanrath Gruppe aus Papenburg, die das Projekt federführend begleitet, im Rahmen des Stammtisches des Wirtschaftsverbandes für Rhede/Dörpen/Lathen.

So soll auf dem Gelände an der Autobahn ein tiefengeothermisches Referenzkraftwerk gebaut werden, mit dem Erdwärme aus Tiefen bis zu 5000 Metern gefördert und in Form von thermischer und elektrischer Energie genutzt werden kann. Das Unternehmen sei hierbei nicht alleiniger Investor des knapp 50 Millionen Euro teuren Kraftwerkes, sondern gehöre einer Beteiligungsgesellschaft an. Neben dem reinen Kraftwerk sollen hier laut Kugland auch ein niedersächsischer Pilotstandort für erneuerbare Energien und ein Hochschul- beziehungsweise Forschungsstandort entstehen.

Grünes Licht für eine enge Kooperation hat Projektleiter Kugland bereits vom Internationalen Geothermie-Zentrum Bochum (BGZ) erhalten. Auch die Hochschule Osnabrück am Campus Lingen sowie die Universität Groningen hätten eine Zusammenarbeit angekündigt.

Vor der Vorstellung des Geothermieprojektes hatten die Wirtschaftsvertreter bei ihrem Treffen in der Firma Elektro Radtke in Neulehe das Unternehmen besichtigt. Quasi von einem Geschäft in der Garage im Jahr 1991 baute der Unternehmensgründer Wilhelm Radtke den Betrieb kontinuierlich weiter aus. Nach mehreren Umbauten und Erweiterungsphasen beschäftigt das Unternehmen heute 30 Mitarbeiter. Ob Landwirtschaft, Neubauinstallation, Telekommunikation oder Netzwerktechnik – das Portfolio ist breit gefächert.

Zu Gast bei Firma Radtke

Elektro Radtke unterstützt das sogenannte Projekt e-master. Bei dem neuen Programm der Innung für Elektro- und Informationstechnik Aschendorf-Hümmling handelt es sich um eine Art TÜV für Elektroanlagen. Mit Sohn Christian Radtke steht bereits die zweite Generation mit in der Geschäftsleitung.

„Sie sind ein Paradebeispiel für die erfolgreiche, emsländische Wirtschaft“, unterstrich Ludwig Jansen, Vorstandsmitglied des Wirtschaftsverbandes Emsland. Gerade diese Bodenständigkeit sei bezeichnend für die familiengeführten Betriebe.


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