zuletzt aktualisiert vor

Plattdeutscher Vorlesewettbewerb Fünf Schüler für Kreisentscheid qualifiziert

Meine Nachrichten

Um das Thema Dörpen Ihren Nachrichten hinzuzufügen, müssen Sie sich anmelden oder registrieren.

Schüler lesen platt: Christian Niekiel von der Sparkasse Emsland (links) und Otto Flint vom Schulzentrum Dörpen gratulierten (von links) Michaela Arnemann, Stefan Haasken, Lea Frericks, Lea Obermüller und Andrea Brink. Foto: Gerd SchadeSchüler lesen platt: Christian Niekiel von der Sparkasse Emsland (links) und Otto Flint vom Schulzentrum Dörpen gratulierten (von links) Michaela Arnemann, Stefan Haasken, Lea Frericks, Lea Obermüller und Andrea Brink. Foto: Gerd Schade

Dörpen. 5 aus 55: Was sich liest wie eine neue Version für die Ziehung von Lottozahlen, war in Wirklichkeit eine Aufgabe für die Juroren des plattdeutschen Vorlesewettbewerbs. In Dörpen hat sich exakt eine Handvoll Schüler für den Kreisentscheid des von der Sparkasse Emsland organisierten Wettbewerbs am 16. Mai in Meppen qualifiziert.

Zu dem Vorlesewettstreit in der Aula des Schulzentrums waren 55 Klassen- beziehungsweise Schulsieger von Bockhorst bis Lathen angetreten. Gesucht wurden die besten Vorleser in fünf Altersklassen von A (Jahrgangsstufe 3) bis E (9/10). Die überzeugendsten Eindrücke bei der mit Lehrern besetzten Jury hinterließen Michaela Arnemann (A, Michaelgrundschule Papenburg), Lea Obermüller (B, Splittingschule Papenburg), Lea Frericks (C), Stefan Haasken (D, beide Gymnasium Dörpen) und Andrea Brink (Schulzentrum Dörpen). Haasken und Brink sind gewissermaßen „Wiederholungstäter“.

Der Wippinger und die Dersumerin hatten sich bereits vor zwei Jahren an gleicher Stelle für den Kreisentscheid qualifiziert. Der Wettbewerb findet alle zwei Jahre statt. Er dient dem Erhalt und der Förderung der plattdeutschen Sprache. Jeder Schüler ab Klasse drei kann anhand eines selbst gewählten Prosatextes innerhalb von fünf Minuten sein Können unter Beweis stellen.

Zum Schmunzeln

Alle fünf Sieger hatten sich kleine Geschichten zum Schmunzeln ausgesucht. Das Besondere an dem Beitrag von Andrea Brink war, dass er wie schon zwei weitere Male zuvor aus der Feder ihres Vaters Günter stammte. Er lieferte diesmal die Steilvorlage zum Sieg seiner Tochter mit einer Anekdote, in der es um einen Mann ging, dem seine Zeitgenossen bescheinigten, einen Vogel im Kopf zu haben. Ein Arzt förderte bei einer Untersuchung aber lediglich ein Maiskorn aus dem Ohr zutage. Wie sich herausstellte, hatte es der Patient dort deponiert, um sich zu vergewissern, ob er tatsächlich einen gefiederten Freund hat, von dem er nichts weiß. Sollte dies der Fall sein, müsse der ja irgendwann Hunger haben, argumentierte der Mann. Dass das Korn aber nach zwei Wochen immer noch da war, ließe nur folgenden Schluss zu: Entweder sei der Vogel verhungert oder er habe erst gar keinen gehabt. Alles klar?

Michaela Arnemann trug den Klassiker „De dicke, fette Pannekauken“ vor, der drei alten Jungfern aus der Pfanne hüpft, nacheinander Hase, Wolf, Kuh, Reh und Wildschwein entwischt und sich erst von drei hungrigen Kindern bereitwillig verspeisen lässt. Um tierische Krankheiten („Möij as’n Hund, Schmacht as’n Kauh un Döst as’n Perd“) ging es in der Anekdote von Lea Obermüller. Lea Frericks berichtete von den gescheiterten Kochkünsten eines Junggesellen, der unter anderem verzweifelt versuchte, gekochte Eier in einer Verkleidung als Gespenst abzuschrecken.

Eine Reise nach Münster voller Missverständnisse schilderte Stefan Haasken. Dort verzichtete die Reisegesellschaft vom Lande beispielsweise auf einen Theaterbesuch, als sie meinte, Eintritt nach Gewicht bezahlen zu müssen. Sie hatten die Aufschrift „Programm 10 Cent“ auf ihre Art interpretiert.


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN