Feierliche Auszeichnung Heeder Linde "Nationalerbe-Baum" Nummer 1

Von Anna Heidtmann

Als erster "Nationalerbe-Baum" Deutschlands ist die "dicke Linde" in Heede feierlich ausgezeichnet worden. Foto: Anna HeidtmannAls erster "Nationalerbe-Baum" Deutschlands ist die "dicke Linde" in Heede feierlich ausgezeichnet worden. Foto: Anna Heidtmann

Heede. Es sind ihr Alter und ihre gigantische Erscheinung, die der „dicken Linde“ in Heede bereits mehrfach Ruhm und Ehre verschafft haben. Am Samstag kürte die Deutsche Dendrologische Gesellschaft (DDG) die zwischen 600 und 800 Jahre alte Sommerlinde nun zum ersten „Nationalerbe-Baum“ Deutschlands.

Baumfreunde aus ganz Deutschland, Ehrengäste aus Politik und Wirtschaft sowie zahlreiche Einwohner der Gemeinde Heede verfolgten den Festakt und die feierliche Enthüllung der für diesen Anlass gefertigten Tafel. „Heute ist Feiertag in Heede“, erklärte Bürgermeister Antonius Pohlmann (CDU) und freute sich über die Auszeichnung, die nicht nur eine Ehre für den Baum, sondern für die Gemeinde Heede und die ganze Region sei. Zur Feier des Tages spendierte er Heeder Lindenschokolade.

Die Tafel zu Ehren der "dicken Linde" enthüllten (von links) Eike Jablonski, Andreas Roloff, der Dörpener Samtgemeindebürgermeister Hermann Wocken, Antonius Pohlmann, dessen Stellvertreter Otto Flint, Gitta Connemann und Kristin Meyer. Foto: Anna Heidtmann

Als einen „Baum der Superlative“, der aus dem Mittelalter kommt, bezeichnete die CDU-Bundestagsabgeordnete Gitta Connemann die Linde. „So ein Baum wird nur groß und stark, wenn wir alle achtsam mit ihm umgehen“, sagte die Politikerin.

Foto: Anna Heidtmann

 

Dass den Heedern ihre Linde, die das Gemeindewappen ziert und seit 1932 als Naturdenkmal geschützt ist, sehr am Herzen liegt, belegen nach den Worten von Kirstin Meyer, Fachbereichsleiterin Umwelt des Landkreises Emsland, Aufzeichnungen mit dem Betreff „Erhaltung der alten Linde in Heede“ aus dem Jahr 1906. Naturschutz sei heute zwar vielschichtiger und komplizierter, aber auch schon vor mehr als 100 Jahren ging es nach den Worten Meyers um den Erhalt der Heimat, den Schutz und der Bewahrung der Schöpfung. „Ich bin der festen Überzeugung, dass diese Auszeichnung einen Beitrag leistet, das Bewusstsein für die Wertigkeit und für die Schönheit der Natur zu stärken“, so die Fachbereichsleiterin.  

„Mit dem Ziel, alte und gefährdete Baumarten zu schützen, zu erhalten und fachkundig zu pflegen, will die DGG insgesamt 100 Nationalerbe-Bäume ausrufen. Unterstützt wird sie dabei durch die Eva-Mayr-Stihl-Stiftung. Die „dicke Linde“ in Heede, die im Volksmund auch „1000-jährige Linde“ oder „Heeder Riesenlinde“ genannt wird, war nach den Worten von Prof. Dr. Andreas Roloff, dem Leiter des fünfköpfigen Kuratoriums Nationalerbe-Bäume, Wunschkandidatin für die erste Ernennung. Mit einem Stammumfang von rund 17 Metern ist sie der dickste hochstämmige Baum Deutschlands. 

Heedes "dicke Linde" wird Nationalerbe

„Das Besondere an diesem einmaligen Baum in Deutschland und in Mitteleuropa ist, dass er noch einen zusammenhängenden Stamm hat“, sagte Roloff. 

Foto: Andreas Roloff

Sein Alter könne zwar nicht hundertprozentig bestimmt werden. Genetisch nachgewiesen sei jedoch, dass er nicht aus einer sogenannten Büschelpflanzung mit mehreren Jungpflanzen herangewachsen sei, sondern dass es sich um nur einen Baum handele, fügte er hinzu.

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„Die ,dicke Linde' ist absolut wunderschön mit ihren ganzen Gnuggeln und riesigen Ästen, das ist wirklich einmalig“, schwärmte auch DDG-Präsident Eike Jablonski. Es sei nicht selbstverständlich, dass alte Bäume Jahrhunderte lebten. Man müsse behutsam mit ihnen umgehen. „Gerade in diesen schnelllebigen Zeiten, wo man häufig nicht den richtigen Halt findet, vermittelt der Baum etwas Konstantes. Alte Bäume geben Ruhe und Kraft, und sie regen dazu an, dass man seine Gedanken schweifen lässt“, sagte der Präsident. Damit die „dicke Linde“ noch weitere 1000 Jahre und mehr in Heede lebt, überreichte er den Vertretern der Gemeinde und des Heimatvereins zwei veredelte Ableger des ersten deutschen Nationalerbe-Baums.

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