Ferienpassaktion an der Ems 20 Kinder werden in Lehe zu waschechten Püntkern

Von Luisa Reitemeyer

Die Kinder der Ferienpassaktion "Pünten-Patent" überquerten am Ende des Tages die Ems auf der "Leher Pünte". Foto: Luisa ReitemeyerDie Kinder der Ferienpassaktion "Pünten-Patent" überquerten am Ende des Tages die Ems auf der "Leher Pünte". Foto: Luisa Reitemeyer

Lehe. In Lehe haben 20 fleißige Kinder das Pünten-Patent erworben. Anlässlich einer Ferienpassaktion bewiesen sich die jungen Teilnehmer in fünf Disziplinen. Am Ende des Tages überquerten die neuen Seemänner und -frauen auf der Pünte die Ems.

Begeisterung und Ehrgeiz konnte man in den Gesichtern der Kinder erkennen, als sie in drei unterschiedliche Gruppen eingeteilt wurden und es dann losging, die fünf Disziplinen zu meistern. An der ersten Station "Rettungsring werfen" mussten die Teilnehmenden einen "Hula-Hoop-Reifen" über ein kleines "Pünten-Männchen" schmeißen. Anschließend zeigten die Kinder ihr Talent, als sie aus einer kleinen Wanne voll Wasser kleine Plastikfische mit einer Magnet-Angel innerhalb einer Minute heraus fischten. Auch die Fischerknotentechnik wurde erlernt.

Um auf See immer zu wissen, in welche Richtung man fährt, prägten sich die eifrigen Teilnehmer die Himmelsrichtungen mithilfe eines kleinen Spiels ein. Bei der wohl bekanntesten Disziplin, dem "Emsratten schlagen", hatten die Kinder besonders viel Spaß. Durch ein Rohr gerutscht kamen die Stofftiere am Ende aus einem Loch, an dem die wachsamen Seemänner und -frauen schon bereit standen, die Ratten mit einem Stab zu schlagen. Am Ende erhielt jedes Kind eine Urkunde, die jeweiligen Gewinner der drei Gruppen bekamen darüber hinaus eine echte "Püntker-Mütze".

Am "Fische angeln" fanden die jungen Teilnehmer großen Gefallen. Foto: Luisa Reitemeyer

"Das Leher Pünten-Patent wird gut angenommen, auch von Erwachsenen. Es ist ein touristischer Höhepunkt", erklärte Agnis Rösing. Sie ist Mitglied des ehrenamtlichen Vereins "Leher Pünte" und betreute die Kinder während der Ferienpassaktion gemeinsam mit ihren Kollegen Bernd Baalmann, Bernd Thole, Anita Weinans und Leni Bradatsch.

Um das Jahr 1900 sei in Lehe ein Fährbetrieb aktiv gewesen, so Rösing. Als die Ems zur damaligen Zeit begradigt wurde, konnten die örtlichen Bauern ihre Felder auf der anderen Flussseite nicht mehr erreichen, weshalb ein Fährmann bis 1965 seinen Dienst tat und Vieh und Leute transportierte. Darauf habe eine Zusammenlegung der Flächen gefolgt, weshalb der Fährbetrieb eingestellt wurde.

Im Jahre 2000, zur 600-Jahr-Feier in Lehe, entstand laut Rösing die Idee für einen Nachbau der Pünte. Diese sei durch Gelder der Europäischen Union sowie ortsansässigen Firmen finanziert worden. Heutzutage fährt die "Leher Pünte" jeden Sonn- und Feiertag von 10 bis 18 Uhr von Anfang Mai bis Anfang Oktober, an Feriensamstagen zusätzlich von 14 bis 18 Uhr. Nach vorheriger Vereinbarung können Gruppen auch außerhalb der Fährzeiten die Pünte zum Übersetzen nutzen, so Rösing. 

Die "Leher Pünte" fährt auch heute noch regelmäßig an Sonn- und Feiertagen über die Ems. Foto: Luisa Reitemeyer


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