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Verpächter nehmen Einsprüche zurück Renkenberge: Windpark wird um drei Rotoren erweitert

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Renkenberge. Mit etwa einjähriger Verzögerung wird jetzt der Ausbau des Windparks Renkenberge/Fresenburg in Angriff genommen. Nachdem fünf Grundeigentümer ihre Widersprüche zurückgenommen haben, sollen bis Mitte nächsten Jahres drei neue Anlagen mit einer Nennleistung von je 2,3 Megawatt von der RPG Windkraft GmbH errichtet werden. Die Anlagen übernimmt anschließend die Betreibergesellschaft des Parks, die BVT aus München.

Wie RPG-Geschäftsführer Jörg Reents mitteilte, hat der Landkreis Emsland Anfang August die Baugenehmigung für das 12-Millionen-Euro-Projekt erteilt. Diese lag vor Monaten schon einmal vor, wurde aber aufgehoben, weil fünf Verpächter Widerspruch gegen die Planungen eingelegt hatten. Hintergrund ist, dass sie der WFR Windpark Fresenburg-Renkenberge GmbH beigetreten waren. Sie hielten wie weitere 25 der insgesamt 70 Grundeigentümer im Windpark die bestehenden Pachtverträge für finanziell nicht lukrativ genug. Der Haken: Die Verträge haben noch eine Laufzeit von 30 Jahren. Deshalb reichte Jörg Reents gegen einige Eigentümer Klage beim Landgericht Osnabrück ein. „Nach weiteren Gesprächen und nach Konsultation ihrer Anwälte haben die Eigentümer die Widersprüche schließlich zurückgenommen“, so Reents.

Er sieht ebenso wie Samtgemeindebürgermeister Karl-Heinz Weber nicht die Grundbesitzer als Verursacher der Auseinandersetzung, sondern die WFR mit ihren Geschäftsführern Hermann Fehrmann und Wilhelm Pieper. Reents: „Ich mache den Landwirten keine Vorwürfe. Aber Fehrmann und Pieper haben ihre Gesellschafter wider besseres Wissen ins Feuer geschickt.“

Für SG-Bürgermeister Weber haben die WFR-Geschäftsführer den Grundeigentümern falsche Versprechungen gemacht. Es habe für die WFR nie die Chance bestanden, im Windpark zum Zuge zu kommen. „Auch ist es nicht so, dass die Pachtverträge nicht lukrativ sind. Jeder Eigentümer erhält rund 600 Euro pro Jahr und Hektar“, so Weber. Es sei bedauerlich, dass durch die Bauverzögerung schon ein Schaden in Höhe von zusammen etwa 400000 Euro entstanden sei. „Alle Pächter, darunter auch die Gemeinden Fresenburg und Renkenberge, hätten schon ein Jahr lang 150 Euro mehr bekommen können, wenn es diesen unnötigen Streit nicht gegeben hätte“, ist sich Weber sicher. So sehen es auch die Bürgermeister der beiden Kommunen, Bernhard Johanning und Heiner Bojer. Sie sind froh, dass der Zwist beigelegt ist und „wieder Ruhe in den Orten herrscht“.

138 Meter Nabenhöhe

Die drei neuen 2,3 Megawatt-Anlagen, eine mit 108 und zwei mit 138 Meter Nabenhöhe, sind laut Reents weitaus effektiver als die alten mit nur 80 Metern und einer Nennleistung von 1,5 Megawatt. Die zu erwartende Einspeisevergütung steige entsprechend an. Für ihn und SG-Bürgermeister Weber bleibt deshalb das Repowering des gesamten Windparks das Ziel. Reents: „Wenn alle Anlagen erneuert sind, kann die jährliche Pachtzahlung sich auf rund 1200 Euro erhöhen. Dazu brauchen wir aber das Einverständnis der Grundeigentümer.“

Für WFR-Geschäftsführer Hermann Fehrmann ist das allerdings unwahrscheinlich. Bei einem Repowering seien völlig neue Verträge nötig, sagte Fehrmann auf Anfrage. „Unsere Gesellschafter werden das aber nur mit der WFR machen und nicht mit BVT oder der RPG.“

Reents hält dagegen, dass die Verträge lediglich angepasst werden müssten und gültig blieben. „Ich bin aufgrund von vielen Gesprächen mit den Landwirten zuversichtlich, dass wir eine einvernehmliche und für alle vorteilhafte Lösung finden.“


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